Zwischenwelt(en)

18.08.2006 um 13:30 Uhr

Zorn Gottes

Da kann man sich ob eigener postkoitaler Aufrichtigkeit noch so sehr selbst auf die Schulter klopfen  (Madame sagt, was sie will und überlässt ihm großherzig etwaiges Einverständnis) - dem Herrn, Deinem Gott entgeht nichts, nicht die kleinste moralische Flunkerei und schon gar nicht eine frisch erblühende Einssiebenundneunzig-Affäre. Die Strafe folgt, wie man so sagt, auf dem Fuß und - voilá – lässt kurzerhand den geliebten Fernseher seinen Geist aushauchen, und mich mit einem leisen Bildröhrenknistern statt Zweitatmung im Bett zurück. Nungut, rede ich mir ein, der war schließlich alt, muss eben was neues her.. (Mein Fernseher! Mein geliebter Fernseher!!). Aber als ich heute morgen mit einem eleganten Knie-Kick auch noch den Klodeckel zum Bersten bringe, muss ich mich schon fragen: Will mir hier vielleicht irgendjemand irgendetwas sagen?

 

16.08.2006 um 20:36 Uhr

Unmenschliches

Manche Dinge sind einfach zu absurd, zu viel, zu groß, als dass sie tatsächlich einem einzelnen Menschen widerfahren können. Und doch tun sie es offensichtlich. Meine kleine große F., wie hältst Du das aus? Du bist die stärkste Frau, der ich je begegnet bin.. doch irgendwie fürchte ich, dass auch Catwoman nicht unverwüstlich ist..

16.08.2006 um 16:24 Uhr

Zwischenmenschliches

Das Wasser, die Sonne und die Familie haben mir gut getan - ich sähe tatsächlich erholt aus, habe ich mir am Montag im Laden desöfteren anhören dürfen. Ansonsten gibt es wenig über meinen Urlaub zu berichten. Außer, dass ich mich nach mehr oder minder erfolgreichen Bodyboard-Experimenten, einigen Shoppinganläufen und jeder Menge Erdbeerlimes mit Sekt nach neun Tagen wirklich wieder auf zu Hause gefreut habe.

Und sonst so?

Am Freitag vor meiner Abreise war er zu Besuch. Film gucken, Musik hören, Schwachsinn reden. Was man eben so macht, wenn man einander nicht kennt, und diesen Umstand recht bald zu ändern wünscht. Die physische Fremde war tatsächlich schnell überwunden, und in einem Anfall plötzlicher Geständigkeit teilte er mir ca. zwanzig Minuten vor meinem Dienstbeginn mit, dass er seit achtzehn Monaten liiert sei. Ich solle nicht böse sein, er fühle sich zu mir hingezogen und er habe mich so gern und… ich weiß nicht, er hörte gar nicht mehr auf zu reden.

Eigentlich sollte man annehmen, dass mich seine Eröffnungen in tiefe Traurigkeit hätten stürzen müssen. Hm, das kann ich verneinen. Im Gegenteil. Da aufgrund rationaler Dämme und hin und her überlegter Rückhaltebecken die Welle der anfänglichen Verliebtheit ziemlich bald zu einem mittleren Plätschern geworden ist, hatte seine Offenbarung irgendwie etwas sehr befreiendes. Denn sollte es irgendwann um irgendwelche Entscheidungen gehen, so bin ich bestimmt nicht diejenige, die sie zu fällen hat.

Vielleicht hat sich meine sittliche Denke im Laufe der letzten zweieinhalb Jahre grundlegend gewandelt, vielleicht hat die Situation auch wenig mit Moral und Anstand zu tun, ein schlechtes Gewissen suche ich bei mir jedenfalls vergeblich. Weder seiner Beziehung (das wär ja noch schöner, mich dessentwegen stellvertretend schlecht zu fühlen) noch meinem Selbstbild gegenüber.

Passend dazu hatte ich gestern ein recht aufschlussreiches Gespräch mit Kollegenfreund S. über diese Thematik. Im weitesten Sinne allerdings. "Ich sag den Frauen, was Phase ist. Solange man einander nichts vormacht, und jeder weiß, woran er ist, ist die Geschichte doch unproblematisch." Fronten beizeiten klären also. Das könnte mit ihm noch interessant werden. Während ich für mich nämlich inzwischen Stellung bezogen habe, hagelt es von ihm immer noch "Ich hab Dich lieb, ich vermisse dich so" -sms. Ich werde mal horchen, wie er sich die Sache so vorstellt. Allerdings erst, wenn er aus dem Urlaub mit seiner Freundin zurück ist.

05.08.2006 um 11:40 Uhr

Adieu!

Wollte ich höflichkeitshalber ja doch noch sagen.. Urlaub!

 

03.08.2006 um 13:48 Uhr

Langeweile? Eigentlich nicht.

Jetzt wollte ich die letzten Tage locker flockig Revue passieren lassen… geht nicht. Vielleicht, wenn die Musik leiser ist. Ah, schon besser.

Samstag?

Außerplanmäßig arbeiten. Wenn ich mich recht erinnere, ohne besondere Vorkommnisse.

Sonntag? Was zum Teufel habe ich Sonntag eigentlich gemacht? Lange geschlafen? Vermutlich. Und abends mit Mitbewohner A. und F. am Wasser gesessen und seltsamen Konzerten gelauscht.

Montag?

Nachmittags mit ihm getroffen und viel Spaß gehabt. Erst schien die Sonne, dann liefen wir im Regen nach Hause. Nachts dann arbeiten - exorbitanten Umsatz machen. Meine Fresse! Doch er war da, überraschend. A. ebenfalls, genauso überraschend. Leider hatte ich für keinen von beiden wirklich Zeit.

Dienstag?

Nach wenig Schlaf mit meiner Affäre zu Kollegenfreund S. in seine Heimat gefahren. Geburtstag feiern. Und auf einem riesigen Volksfest blaue Flecken an Armen und Beinen holen. (Vielleicht sind wir einfach zu alt für "wilde" Fahrgeschäfte?!)

Mittwoch?

Hat er mich zu Hause überfallen und ich hab ihm die Haare gefärbt. (Ich denke, ich werde ihn irgendwann mal beiläufig fragen, ob er Frankreich mag) Abends Besuch von Ex-Mitbewohner P.. Die Neuigkeiten ausführlich besprechen. Er hat in anderthalb Wochen geschafft, wofür ich anderthalb Jahre gebraucht habe. Aber Trennung ist auch nicht gleich Trennung.

Und jetzt fange ich schon mal langsam an, mich auf meinen einwöchigen "Urlaub" an der See zu freuen. Samstag Zwischenstopp in der Hauptstadt und Sonntag mit Schwester und Nichte weiter Richtung Küste. Dann darf auch gern die Sonne wieder einen Zahn zulegen.