Das Sich-auf-heute-freuen meine ich.
Der Verrückte war (über)pünktlich, und stand schon lässig in der Sonne herum, als ich, aufgrund der langen Arbeitsnacht eigentlich überhaupt nicht außenwelttauglich, um die Ecke bog.
Im nahe gelegenen Biergarten ließen wir uns nieder, im Schatten wohlgemerkt, die Hitze war einfach ekelhaft. Möglicherweise war die Temperatur (oder vielleicht doch der Cocktail dreier Nasentropfensorten, den ich mir seit gestern abend dann und wann genehmige?) auch Schuld daran, dass mir, kaum dass wir saßen, in Bächen, ach was sag ich, Strömen(!) das Blut aus dem Rüssel lief. Ja, ganz Klasse. Erstes Treffen außerhalb der Klinik und ich mach gleich erstmal einen auf Dramatik.
Geduldig und fast ohne Lachen hat er ertragen, wie ich Taschentuch um Taschentuch verbraucht und mir dabei innigst das Aufbrechen eines Kraters unter meinem Stuhl herbeigewünscht habe.
Mithilfe des netten Barkeepers brachten wir die Lage allerdings irgendwann unter Kontrolle, und wir konnten die Unterhaltung fortführen, die wir noch nicht mal wirklich begonnen hatten. Die wurde dann übrigens sehr schön. Unter anderem, weil wir auf Liegestühle umgezogen sind („Guck mal da kannst du deinen Kopf bissl nach hinten lehnen." Rührend.), und dort mit dem direkten Blick auf sandwerfende Drecksbälger Kinderlein ausschweifenden Lebensgeschichtenaustausch betrieben. Als die Sonne weg war, wurde es sogar richtig lauschig. Ein perfekter Abend. Ich gebe zehn von zehn möglichen Punkten.