Zwischenwelt(en)

31.05.2007 um 14:01 Uhr

Wer Wind sät..

Madame geht's ausgesprochen gut.
Der Kopf lässt dem Bauch jede Menge Spielraum und lehnt sich in kurzen Nächten amüsiert zurück. Ein wenig unbeholfen stolpert das emotionale Kleinkind über den frisch erworbenen Acker, macht sich aber nichts draus. Der Feldgenosse ist schließlich auch kein Profi in Sachen Landwirtschaft.

24.05.2007 um 15:27 Uhr

Tonight I must walk on by

Eigentlich wollte ich eben noch den gestrigen Dialog zwischen dem Verrückten und mir hier reinsetzen.. Aber ohne den entsprechenden Kontext sah das irgendwie albern aus.
Nur soviel:
Wir haben festgestellt, dass gemeinsam verbrachte Abende enorm der Stimmungsaufhellung und Rückfallprophylaxe dienlich sind und unbedingt wiederholt werden müssen.
Und jetzt höre ich „Cake", tanze ein bisschen im Zimmer um meine gepackte Reisetasche herum und vergesse die Traurigkeit darüber, dass ich fünf Tage lang 499,20 Kilometer weit weg sein werde.

23.05.2007 um 11:21 Uhr

Brett Eric

von: Discovery   Kategorie: So gesehen

Baumaterial. Überschuss und Müll. Eine alte Tischverkleidung nämlich.

Auch von der anderen Seite nicht viel besser.

Aber so gesehen:

Eine ganze Familie davon!

 

23.05.2007 um 00:14 Uhr

Madame hat Probleme..

Und zwar damit, ihr limbisches System in Schach zu halten, denn gänzlicher Verlust der Souveränität ist (derzeit) einfach undenkbar. „Hör auf zu planen und abzuwägen!" murmelt ein dünnes Stimmchen im Kopf herum. „Wage es ja nicht!" brüllt das Echo zurück.
Es ist so schwierig, wenn man keine Sechzehn mehr ist..

22.05.2007 um 12:49 Uhr

Nanüchen

von: Discovery   Kategorie: So gesehen

Sieht seltsam aus.

zwei

Beinah eklig.

Wie Schleimhaut unterm Mikroskop.

 Oder ein Pilzgewächs.

Ist aber lediglich

Meine handgeblasen und mundgeformte Designer -Aquarell-Mischpalette, die ich mir gestern vom Zauberberg abgeholt habe.

22.05.2007 um 05:45 Uhr

Vermutlich habe ich es schon mal erwähnt..

von: Discovery   Kategorie: Im Laden

Aber selbst wenn, dann ists mir grad auch egal.

Manchmal hasse ich meinen (Neben)Job. Und zwar wahrhaftig und aus tiefstem Herzen, und komischerweise immer montags.
Wenn der Mob über den Laden herfällt, als gäbe es kein morgen mehr, und dieses rotztütendichte Studentenpack an der Bar tausendmal gehörte Thekenschlager grölt.
Wenn jeder Typ, der noch halbwegs gerade stehen kann, dies ausgerechnet immer in den ohnehin schon schmalen Durchgängen muss.
Wenn den lallenden Hühnern mit jedem geschnorrten Wodka-Redbull ihre Dekolletés immer ein Stück weiter auf den Tresen fallen.
Wenn ich hundertmal am Abend in irgendwelche Glasscherben trete, weil so ein volltrunken sabbernder Idiot sein Bierglas nicht mehr halten kann.
Wenn der letzte Haufen Elend meint, kurz vorm Morgengrauen noch philosophische Grundsatzdiskussionen anfangen und uns da hinein verwickeln zu müssen.
Dann verfluche ich das Geld, das ich dort verdiene und mich eben immer wieder davon abhält, die ganze Scheiße einfach hinzuschmeißen.

Ab ins Bett, Madame!

21.05.2007 um 18:38 Uhr

Besuch auf dem Zauberberg

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Nach immerhin anderthalb Wochen Dauerabwesenheit war ich heut wieder da oben. Dort, wo sich all die Wahnsinnigen tummeln oder wahlweise in der Sonne braten.
Ein wenig nervös war ich tatsächlich - grundlos, schließlich wollte ich ja nur ein neues Rezept für meine Glücklichmacher. Nach schlappen fünfundvierzig Minuten Wartezeit (die mir ehemalige Leidensgenossen mit ihrer solidarischen Anwesenheit versüßt haben) saß ich einer Ärztin gegenüber, die ich noch nie gesehen habe, und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Aber es kam nichts. Möglicherweise sehe ich ja kränker aus, als ich mich fühle, denn anders kann ich mir ihr irgendwann herausgepresstes „Jaaa, was hat sie denn zu uns geführt?" nicht erklären. Ich erzählte dann kurz, dass ich Zeit genug in dieser Einrichtung verbracht habe, und ja geheilt bin und überhaupt ... eigentlich keinen Gesprächsbedarf mehr habe.. und.. hier ist übrigens mein Kurzbrief ...
Ich sah sie erleichtert aufatmen. Keine neue Akte anlegen. Der Form halber stellte sie mir dann doch noch ein paar belanglose, pseudointeressierte, blöde einfache Fragen, sah mich dabei immer wieder kritisch an und schien dem Frieden nicht zu trauen. Aber ich beschloss, mich davon nicht irritieren zu lassen und beteuerte weiterhin aufrichtigst, dass meine Verfassung besser nicht sein könnte und mir ein neuer Termin in zwölf Wochen früh genug ist. Sie war's zufrieden und ließ mich gehen.
Hab bei der Gelegenheit gleich mal den Verrückten besucht (ohne Blutbad) und mit ihm ein weiteres Wiedersehen arrangiert. Madame freut sich, gibt sich aber Mühe, das nicht gar so offensichtlich zu zeigen. Contenance!

20.05.2007 um 23:24 Uhr

Es hat sich gelohnt..

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Das Sich-auf-heute-freuen meine ich.
Der Verrückte war (über)pünktlich, und stand schon lässig in der Sonne herum, als ich, aufgrund der langen Arbeitsnacht eigentlich überhaupt nicht außenwelttauglich, um die Ecke bog.
Im nahe gelegenen Biergarten ließen wir uns nieder, im Schatten wohlgemerkt, die Hitze war einfach ekelhaft. Möglicherweise war die Temperatur (oder vielleicht doch der Cocktail dreier Nasentropfensorten, den ich mir seit gestern abend dann und wann genehmige?) auch Schuld daran, dass mir, kaum dass wir saßen, in Bächen, ach was sag ich, Strömen(!) das Blut aus dem Rüssel lief. Ja, ganz Klasse. Erstes Treffen außerhalb der Klinik und ich mach gleich erstmal einen auf Dramatik.
Geduldig und fast ohne Lachen hat er ertragen, wie ich Taschentuch um Taschentuch verbraucht und mir dabei innigst das Aufbrechen eines Kraters unter meinem Stuhl herbeigewünscht habe.
Mithilfe des netten Barkeepers brachten wir die Lage allerdings irgendwann unter Kontrolle, und wir konnten die Unterhaltung fortführen, die wir noch nicht mal wirklich begonnen hatten. Die wurde dann übrigens sehr schön. Unter anderem, weil wir auf Liegestühle umgezogen sind („Guck mal da kannst du deinen Kopf bissl nach hinten lehnen." Rührend.), und dort mit dem direkten Blick auf sandwerfende Drecksbälger Kinderlein ausschweifenden Lebensgeschichtenaustausch betrieben. Als die Sonne weg war, wurde es sogar richtig lauschig. Ein perfekter Abend. Ich gebe zehn von zehn möglichen Punkten.
 
 

19.05.2007 um 18:41 Uhr

Altes Neuland, neues Altland

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

In meinem CD-Regal stehen ein paar Alben, die ich jetzt eine ganze verdammte lange Weile nicht mehr angerührt habe. Hab sie geradezu aus meinem Hörfeld verbannt, weil ich die inneren Bilder, die damit verbunden sind, um jeden Preis meiden wollte. Dabei sind die Erinnerungen eigentlich welche von der guten Sorte! Wovor renn ich also weg?
Das hab ich heute in einem Selbstversuch getestet.
Die eine, die ganz bestimmte, quasi die doppelt und dreifach mit Emotion beladene hab ich allerdings hübsch stehen lassen. Stattdessen griff ich zur softeren Variante in Form von Coldplay. Ganz eingestaubt die Gutste.
Und wie erwartet waren sie da: Die Orte, die Gerüche, ja sogar die Temperatur. Doch es hat mich nicht umgehauen - was mich einigermaßen überrascht hat.
Aber womit ich überhaupt nicht gerechnet hätte: Die CD gefällt mir nicht mehr.
Unabhängig von all dem Gewesenen kann ich mit der Musik als solches einfach nichts mehr anfangen.
Offensichtlich gab's im letzten halben Jahr sogar akustisch ein Reset.

19.05.2007 um 17:16 Uhr

Und ich werde doch nicht zitieren..

Es gibt da einen Menschen, irgendwo weit weg von hier, mit dem ich seit nunmehr bestimmt drei (?) Jahren einen sehr amüsanten e-mail- Austausch pflege. „Getroffen" haben wir uns, beziehungsweise hat er mich, in einem Internetportal, das man aufsucht, wenn man als verzweifelter Single auf der Jagd nach neuen Kontakten ist. (Ich kann getrost behaupten, dass diese Phase lange abgeschlossen ist. Ich schwöre.)
Und obwohl wir uns unter diesen für mich eher ungewöhnlichen Umständen (Ich war wirklich verzweifelt!) kennen gelernt haben, war so was wie Telefonieren, Mehr-draus-werden-lassen und all das andere Geschnätz nie Thema. Im Gegenteil.
Ich denke, alles was über das wohlüberlegt geschriebene Wort hinausginge, würde die Spezialität dieser „Beziehung" vermutlich zerstören. Oder entzaubern. Oder wie auch immer.
Und wenn ich von wohlüberlegten Worten rede, dann meine ich das genau so, denn jede Mail an ihn kostet mich mindestens drei Stunden.
Während dieser drei Jahre haben sich einige Rituale etabliert, die, einem running gag gleich, gefälligst abgearbeitet sein müssen, damit der Brief überhaupt gültig ist. Eines davon ist beispielsweise die ausführliche Erklärung mindestens eines Fremdwortes, einer geografisch interessanten Landschaft in Deutschland oder der Zubereitung einer fremdländischen Speise.
Das Ganze hat sich binnen kürzester Zeit zu einer regelrechten Sprach-Schlacht entwickelt, und gewonnen hat der, der schon beim Schreiben lachen muss.
Vermutlich klingt das grad alles ziemlich gaga, aber heut bekam ich wieder Post, und muss mich einfach mal ne Runde freuen. Das ist alles.

19.05.2007 um 01:00 Uhr

Psychos unter sich..

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Was ein schöner Abend heute! Gewesen. Und dabei ist noch nicht mal Sonntag.
Ich traf mich mit einer Ex-Verrückten zum gemeinsamen Biertrinken und gegenseitigen Ich-mach-kleine-Schritte-Erfolge beklatschen.
Wenn mir sonst niemand dazu gratuliert, dass ich neuerdings Briefe öffne, statt sie wegzuwerfen, oder nur noch zwei statt zweiundvierzig Stunden Vorbereitungszeit für einen Anruf brauche, begebe ich mich eben unter meinesgleichen und hole mir das Lob, das mir zusteht. Jawohl.
Das Schöne daran, wenn man sich in der Anstalt kennen lernt, ist, dass es einfach keine zwischenmenschlichen Peinlichkeiten mehr gibt. Man hat sich schon flennend, lachend und durchdrehend erlebt. Nichts, das man irgendwie verbergen könnte oder müsste.
Und ohne großes Geplänkel geht's nach dem ersten Schluck ans Eingemachte.
Beziehung? Nee, immer noch unfähig.
Familie? Hör mir auf, die Beklemmung, Du weißt... Ja, ich weiß.
Aber ich hab aufgehört, die Welt zu hassen. Echt? Sag bloß..
Ich verlasse fast täglich die Wohnung! Unglaublich.
Und ich trinke keinen Alkohol mehr. Haha! Scherz. Wir wollens ja nicht übertreiben.

Der Sommer ist noch lang, und ich freu mich aufs nächste Mal.

18.05.2007 um 20:18 Uhr

Ich frag mich..

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Wer hier eigentlich die Frau im Haus ist. Mitbewohner A. kauft sich am laufenden Band neue Schuhe und Mitbewohner C. hat seit Tagen ständig den Staubsauger in der Hand... Und was mache ich? Bilderrahmen streichen und Nägel in die Wand kloppen.

 

18.05.2007 um 17:26 Uhr

Zu Risiken und Nebenwirkungen..

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

„Die Nasentropfen aber nicht länger als eine Woche nehmen!"
„Ja, ist gut."
„Und von den ASS, da reicht Ihnen doch eine Dreißigerpackung, oder?"
„Natürlich."
„Und hier ist noch was für unterwegs." *zwinker*
(schiebt mir unter der Hand ne Tüte Fruchtgummis zu)

Ich liebe diese Apotheke! Mich wundert, dass die mich noch nicht beim Vornamen ansprechen.

18.05.2007 um 16:03 Uhr

Merke!

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Nach dem Lackieren mit weißer Farbe im Freien nicht wie eine Besessene nach drinnen rennen!
Retinal isomerisiert schneller, als man gucken kann (Ha! Wortspiel!), aber reisomerisiert langsamer, als man denkt,
und Schrankecken sind als solche nicht unmittelbar zu erkennen.

18.05.2007 um 08:08 Uhr

Schluss jetzt.

Ich denke, Kopf und Rest sind wieder da, wo sie hingehören. Ich bin entspannt, ignoriere mein Telefon und kann mich mit der überflüssigen Hingabe und Leidenschaft ganz meiner Rotznase widmen.

17.05.2007 um 22:48 Uhr

Ich könnte wetten..

Dass das, was heute mit leichten Halsschmerzen begann, am Sonntag zu einer handfesten Bettlägerigkeit ausgewachsen und spätestens Donnerstag, wenn ich die Ausrede wirklich bräuchte, wieder verschwunden ist.

17.05.2007 um 21:44 Uhr

Merke!

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Japanisches Heilpflanzenöl nie mehr als Badezusatz verwenden! Auch nicht nur fünf Tropfen.
Die Wanne dampft fröhlich vor sich hin, während sich die Haut anfühlt, als läge man in Eiswasser.
In Zukunft wieder Grippostad, und gut is.

17.05.2007 um 16:39 Uhr

Oh, whatever makes her happy..

On a Saturday night..
Ein wahrhaft schönes Liedchen. (Suede sei's gedankt!) Aber was macht her eigentlich happy, so on a Thursday afternoon? Nixe. Nicht mal das Erhoffte.
Muss auf mein Herzel aufpassen, so kann das nicht weitergehen. Ich hab sie doch nicht mehr alle!

17.05.2007 um 09:35 Uhr

Tick Tack

Dass wir den hörbaren Rhythmus des Sekundenzeigers als das Abwechseln zweier verschiedener Töne wahrnehmen, scheint mir doch eine höchst willkürliche Angelegenheit zu sein.
Mit ein wenig Konzentration und gutem Willen kann man nämlich erstens eine Umkehrung der Klangzuweisung von Tick-Tack in Tack-Tick, und zweitens sogar einen wahrgenommenen Gleichklang wie etwa Tick-Tick-Tick erzwingen.
Funktioniert auch beim Schrittrhythmus oder gleichmäßigen Motorengeräuschen einer Diskokugel, die über der Sitzecke hängt und mich morgens beim Kaffee über derartig sinnvolle Dinge nachdenken lässt.

16.05.2007 um 23:13 Uhr

Handy, das.

von: Discovery   Kategorie: Bildungsoffensive

Bei dem seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebräuchlichen Substantiv mit der Bedeutung „Mobiltelefon" handelt es sich nicht um eine direkte Übernahme aus dem Englischen, sondern um eine anglisierende Bildung zu dem Substantiv hand „Hand". Das englische Adjektiv handy bedeutet eigentlich „handlich, griffbereit" Zur weiteren Herkunft vgl. Hand.
(Duden. Das Herkunftswörterbuch.)

So oder so ein Fluch für die Wartenden. Wenn nämlich das Auf-das-Display-Starren dreiviertel der täglich zur Verfügung stehenden Aufmerksamkeit verschlingt. Gnarf.