Zwischenwelt(en)

16.05.2007 um 18:13 Uhr

Dialog zwei

von: Discovery   Kategorie: Fiktive Dialoge

Er: „Was ist mit dir?"
Ich: „Es ist die Ungewissheit."
Er: „Ja?"
Ich: „Mein Herzschlag ist aus dem Rhythmus geraten."
Er: „Ich verstehe nicht."
Ich: „Ist es L.?"
Er: „Ja."
Ich: „Gewissheit ist gut."

15.05.2007 um 23:15 Uhr

Kann es sein,

Dass derzeit so manch vergessen geglaubte Fernsehwerbung ihr Revival erfährt?

KitKat, Renault, Froop ... die anderen, die ich eben noch wusste, sind mir prompt entfallen. Nicht, dass es irgendwie wichtig wäre, aber feststellen kann ich es ja vorsichtshalber mal.

15.05.2007 um 23:01 Uhr

Gezwickmühlt..

Es ist furchtbar, noch bis Sonntag warten zu müssen.

Es ist schön, mich auf Sonntag freuen zu können.

15.05.2007 um 20:51 Uhr

Was ich mich schon oft gefragt habe

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Warum um alles in der Welt sprechen sämtliche Bahnhofsansager und -innen eigentlich immer in so nem beschissen unnatürlichen Rhythmus?

*Knirsch*
SehrgeehrteFahrgäste aufGleisEins hatEin - fahrtder Eu - rocity aus Hammmburg Altona zurWeiterfahrtnach Münnnchen Haupt-bahn-hof. BitteVooorsichtan - der Bahnsteig - Kante und beiEin - fahrt des-Zu-ges. Plaaanmäßige Ab-fahrt-zeit issst SiiiiebzehnUhr - dreißig. *Knirsch*

Hatte heut wieder das Vergnügen.. Egal, wo man ein-, um- und aussteigt: Dieselbe gelangweilte Leierei. Ichversteeeh das-nicht.

11.05.2007 um 17:12 Uhr

Ich bin geheilt!

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Offiziell seit 14.52 Uhr. Da verließ ich mit meinem Entlassungsbrief und vielen guten Wünschen den Zauberberg und stieg sozusagen nach Davos Dorf hinab. Nicht, um dann in den Krieg zu ziehen, sondern vielmehr um meinen Frieden zu verteidigen. Gell, Herr Castorp, da bin ich doch klüger?! 
Ein halbes Jahr. Nicht einfach, aber gut.
Und trotzdem. Selbst lachende Abschiede sind hochgradig sentimentalitätsfördernd.

 

10.05.2007 um 16:27 Uhr

An der Bushaltestelle

„Das wird ganz schön komisch werden nächste Woche, wenn du nicht mehr da bist."
Hat er gesagt.
„Danke."
Hab ich gesagt.
‚Ich mag dich sehr gern.'
Hab ich gedacht.

09.05.2007 um 21:50 Uhr

Die Angeklagte wird freigesprochen. Vorerst.

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Heute letztes Einzelgespräch mit meinem Therapeuten. (Ja, kräftiges Schluchzen ist durchaus angemessen!)
Kurze Evaluation: Was war gut, was eher nicht? (Kamen mir doch tatsächlich erstmal ausschließlich positive Dinge in den Sinn?! Wo ist nur meine Negativität? Mein geliebter Nihilismus? Tzzz). Und auch nach längerem Überlegen sind mir lediglich zwei lächerliche Verbesserungsvorschläge eingefallen.
Aber wie es sich für einen ordentlichen Therapeuten gehört, liefert er mir prompt einen geradezu grandiosen Anlass zum Aufregen.
„Ich habe noch mal in Ihren Akten gelesen..."
„Und?"
„Die Sache mit dem Drogentest und dem Verdacht, der danach immer wieder im Raum stand.." (Nein. Bitte nicht. Nicht schon wieder. Ich hab da wirklich keinen Bock mehr drauf.)
„Ja?"
„Der letzte Test.. wir machen da ja immer abschließend noch ein Screening.. der hat angeschlagen." Ich brech zusammen. Innerlich.
[Tiefes Ein- und Ausatmen.]
„Auf was denn dieses Mal?"
„Blabla.. Kann ein Abbauprodukt von Blabla sein."
So. Das ist inzwischen die dritte Substanz, die sie mir unterstellen. Die Diskussion gabs auf Station zwischendurch immer mal wieder. Und immer dann, wenn ich dachte: Jetzt. Jetzt glauben sie endlich mir und nicht ihrem überlagerten Apotheken-Test.
(Erster obligatorischer Test, als ich ganz frisch angekommen war: Positiv. Ich bin verzweifelt, weil unschuldig, und verlange einen zweiten: Negativ. Komisch, innerhalb eines Tages hat sich das Zeug in meinem Körper in Wohlgefallen aufgelöst? Na zumindest meine Leber scheint ja tiptop zu funktionieren.)
Entschuldigung gabs natürlich keine. Lediglich die Bemerkung, dass da mit dem Test vielleicht doch etwas nicht gestimmt hat, nachdem man mir auf meine erste Ratlosigkeit zu verstehen gab, dass mit mir was nicht stimmt..
Ich dachte, damit sei die Sache abgehakt. Ha! Nicht doch.
Ich glaube, insgesamt vier Mal, schön verteilt über die fünf Monate, hat mich der Stationsarzt zu sich bestellt, um mein Drogenproblem mit mir zu besprechen. Nicht aufgrund weiterer Tests, nein.. weil ich manchmal so abwesend gewirkt habe.. dann wieder unpassend euphorisch.. (Ich bin in der Klapse! Wo, wenn nicht da, verhält man sich wie ein Idiot?).. und dann sei da ja das positive Ergebnis vom Anfang gewesen.. (Ach. Und das negative?).
Abgesehen von der Tatsache, dass ich von dem Dreck nichts halte, wüsste ich, selbst wenn ich wollte, überhaupt nicht, wo ich das herkriege?! Aber das ist aus der Angeklagten-Position heraus natürlich kein Argument.
Nach dem letzten Versuch, meine Unschuld zu beteuern, hatte ich beschlossen, mich gleichgültig meinem Schicksal zu fügen. Ob nun Psycho oder Junkie, scheiß drauf.
Bis heute.
Gleicher Test, anderer Stoff. (Immer derselbe Kick wär ja langweilig!)
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass der gute Mann Psychologe und kein Arzt ist, aber er war tatsächlich der Ansicht, dass diese Billig-Tests (Die richtigen, die mit Blut und Labor und Leuten, die davon Ahnung haben und so, sind nämlich - hui - ganz schön kostspielig) im Grunde nichts taugen, weil sie zu häufig falsch positiv ausfallen...
Er hielt es also offensichtlich für möglich, dass ich ein aufrichtiges Persönchen, und kein kiffender Kokser mit Nadel im Arm bin, und hat mir versichert, dass von diesem ganzen Mist nichts im Abschlussbericht stehen wird. Na sehr beruhigend.
Aber noch ist nicht Freitag. Noch ist genügend Zeit, mich mit einem verständnisvoll milden Lächeln beiseite zu nehmen..
„Frl. D., mir ist da was aufgefallen.. wie kommt es eigentlich, dass sie so viel lachen in letzter Zeit?"

 

08.05.2007 um 21:08 Uhr

Ich bin heute glücklich.

Weil
Ich Menschen zum Lachen gebracht habe.
Ich zum Lachen gebracht wurde.
Ich guten Gesprächen zuhören durfte und selber welche geführt habe.
Ich Fehler gemacht habe und ich darüber lachen konnte.
Ich in meinem Zimmer zu guter Musik getanzt habe.
Ich vier Bilder gemalt und dabei etwas neues ausprobiert habe.
Ich mich vom Verhalten eines anderen nicht habe herunterdrücken lassen, sondern mir stattdessen gesagt habe: Es bringt mir nichts, mich jetzt darüber aufzuregen.. das wird denjenigen auch nicht ändern. (Der Drang, mich mit ihm deswegen auseinanderzusetzen, ist immer noch da. Aber dem werde ich nicht nachgeben.)
Ich weiß, dass ich noch viel an mir zu arbeiten habe, mich aber darauf freue.
Ich einmal mehr gemerkt habe, wie viel ich schon geschafft habe.

Weil ... ja, ich bin glücklich... weil ich nicht mehr kämpfe.

05.05.2007 um 22:00 Uhr

Die Blechtrommel

von: Discovery   Kategorie: So gesehen

Ich habe ein geeignetes Gerät für meine Trommelübungen gefunden.. jetzt kanns losgehen.

Rumtata rumtata.. tschakka boom tata.. naja, oder so ähnlich.

 

02.05.2007 um 17:02 Uhr

Wehe, wenn sie losgelassen..

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Die therapeutisch verordneten Impulse nämlich. Kaum lasse ich mich (ganz nach Vorschrift!) ein wenig gehen, sitze ein paar Augenblickchen länger vor dem Rechner und schlafe mit den Spätnachrichten ein, hält das Chaos mit fröhlichem Trara Einzug (Ich hab's doch gesagt, Herr R.!)
Heute.
Obligatorisches Weckerklingeln: 05.40 Uhr. Kein Grund zur Panik, ich kann mich getrost noch zwei, dreimal umdrehen. Bei viermal wird's eng, fünfmal ist ganz schlecht.
Tatsächlich werden es wohl sechs gewesen sein, ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich seit zwanzig Minuten in der Bahn sitzen müsste. Scheiße! (Ja, fluchen Sie ruhig auch gelegentlich!)
In einer halben Stunde erledige ich alles, wofür ich sonst ne ganze brauche. Auf Kaffee, Cornflakes und Kippe muss ich allerdings verzichten.
Ich eile zur Haltestelle.. keine Bahn zu sehen. Mir auch recht. Kann ich in Ruhe meine Ohren mit Musik versorgen und die versäumte Zigarette nachholen. Batterie vom MP3-Player leer. Ich merke, wie langsam ein Wütchen in mir aufsteigt. (Gut so! Auch mal negative Emotionen zulassen!)
Hastig fingere ich in meiner Tasche nach den Zigaretten... und zerbreche erstmal eine von den letzen zwei mir verbliebenen. Dreckstag!
Mit der Last meines ach so schweren Schicksals falle ich in den Straßenbahnsitz und versinke in wohltuendem Selbstmitleid. Ungefähr für die Dauer von sieben Stationen.
„Aufgrund eines Rettungseinsatzes kann auf dieser Linie vorerst nicht verkehrt werden. [Pause] Wenn sie aussteigen möchten?!" Und was, wenn ich nicht möchte?
Gebe mich kurz der Vorstellung hin, einen Aufstand anzuzetteln, füge mich letztlich doch dem Herdentrieb und trete inmitten einer Traube telefonisch um Vergebung bettelnder Arbeitnehmer den unvermeidbaren Fußmarsch an.
Gefühlte fünfundzwanzig Kilometer später erreiche ich endlich eine Haltestelle, an der auch prompt ein Bus in meine gewünschte Richtung fährt. (Verleihen Sie ihrer Freude ungehemmt Ausdruck!)
Mit einer Dreiviertelstunde Verspätung schlage ich also auf dem Zauberberg auf, und habe tatsächlich nur die Morgenrunde verpasst. Naja, wird schon nicht so tragisch sein. Was steht denn als nächstes auf dem Therapieplan? Plan? Sämtliche Hosen-, Jacken- und Handtaschen durchwühlt... Nichts. Ich bin planlos! (Vertrauen Sie darauf, dass Ihnen im entsprechenden Moment schon das richtige einfällt. Lassen Sie die Zügel ruhig etwas lockerer!) Zum Wütchen gesellt sich Zörnchen.
„Frau D., haben Sie jetzt nicht Einzelgespräch? Ich glaube, Herr R. wartet schon!" ruft mir die Schwester auf dem Gang hinterher, als ich mir gerade einen Kaffee holen will. „Wie... jetzt? Gleich?" Gut. Dann kein Kaffee. (Flexibilität ist das Zauberwort!) Stelle ich eben stattdessen den Rekord im kürzesten Gespräch ever auf.
„Mir geht's gut Herr R.. Meinetwegen (keuch) können Sie ihre Zeit auch sinnvoller nutzen" Er zögert. „Wenn ich jetzt ‚ja' sage, impliziert das, dass mir die Arbeit mit Ihnen unwichtiger ist... und das wiederum könnten Sie auch als Abwertung auffassen. Also.." „Aber ich hab Ihnen doch den Vorschlag gemacht. Glauben Sie mir, mein Selbstwertgefühl ist stabil genug, da keine Zurückweisung hinein zu interpretieren." „In Ordnung. Im Grunde sind wir ja tatsächlich fertig." (Ha! Erwischt! Du denkst also auch, dass mir nicht mehr zu helfen ist!) „Fein. Dann schönen Tag noch."
Nachdem ich im Anschluss Frl. Fortuna mal gehörig ins Gebet genommen habe, verliefen die restlichen Stunden wieder gewohnt urlaubsmäßig und ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Ein bisschen malen, ein bisschen sonnen, ein bisschen Smalltalk - alles also, was Madame zur psychischen Gesundung verhilft. Schön. Da steht ja auch dem anstehenden Grillabend im Park nichts mehr im Wege..
 

01.05.2007 um 00:50 Uhr

Erfreuliche Wendung

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Na wer hätte das gedacht. Damit abgefunden, eiskalt versetzt worden zu sein, wollte ich mich gerade schluchzend in meine Kissen werfen, als mich das Telefon unvermittelt aus meinem zelebrierten Weltschmerz herausreißt.. H.. Sieh an. „Nak Nak.. Ich komm Dich holen!" Natürlich. Als hätte ich den ganzen Abend ausgerechnet auf ihn gewartet. Als würde ich auf Abruf bereitstehen und sofort springen, wenn der Herr plötzlich Zeit hat. Pah!
Selbstverständlich ziehe ich umgehend die Pantöffelchen an, setze mich in den Flur und warte auf das Klingeln, das meinem Abend einen Sinn verleiht.
Schnell Despo besorgt, den nahen Park aufgesucht, geschwatzt, zu Mäcces gefahren, geschwatzt ... schön wars.
Vor allem weil lange nicht mehr gemacht.
Viele Gedanken, die mir heut im Laufe des Tages gekommen sind. Bald fühl ich mich erleuchtet, ich sehs schon kommen.

So. Nu kann ich aber schlafen. Gute Nacht!