Zwischenwelt(en)

30.06.2007 um 13:48 Uhr

Zwangspause

Ab morgen gibt's kein Internet mehr. Für die Dauer von vier bis fünf Telekom-Tagen. Heißt: Vermutlich bin ich im August wieder online. Na Juhu.

29.06.2007 um 15:19 Uhr

Nomen est Omen

Kuriert ist er nun offiziell, der Verrückte. Aber "Der Geheilte" klingt so messianisch, also lasse ich es lieber beim alten. Und außerdem weiß man nie. Unk. Unk.

28.06.2007 um 15:10 Uhr

Holzauge sei wachsam!

Die sechsmonatige Schulung in Selbstbeäugung trägt offensichtlich noch nachhaltig Früchte. Geprimt auf alles, was eventuell und überhaupt nur vielleicht auf eine Verschlechterung der allgemeinen Stimmungs- und Aktivitätslage hindeuten könnte, wache ich geiergleich über Mucks und Mähs meiner remittierenden F33.
Ich vergleiche mein Heute mit dem schematisierten und schriftlich fixierten Damals und stelle -ohoh- fest, dass Passivität jetzt gar nicht gefragt ist. Kirschbäume malen ist leider nicht genug. Schade schade.

22.06.2007 um 13:44 Uhr

Rückhaltebecken erprobt.

Hat standgehalten. Gestern war er live dabei, der Verrückte, als es zum längst überfälligen emotionalen Dammbruch kam. Was soll ich sagen, diese Arme halten was aus.

21.06.2007 um 12:58 Uhr

Er verlässt mich.

Naja, uns. Lieblingsmitbewohner A. nämlich. Ganz plötzlich und für die Dauer eines möglichen Immers. Kein „Guten Morgen (Gute Nacht; Gib mir mal ein Bier; Mach deine Musik leiser;..), Honey!" mehr. Dabei ist er einer der wichtigsten. Für mich.

19.06.2007 um 20:55 Uhr

Cerasus vulgaris.

Auf Äpfel hatte ich dann plötzlich doch keine Lust mehr. Na mal sehen, was Frau Therapeutin morgen zu den Früchten meiner Gedanklichkeiten zu sagen hat.

18.06.2007 um 16:43 Uhr

Immerhin..

Nicht ganz tot. Bin in der Lage so etwas wie Traurigkeit zu produzieren. Wenn ich alleine bin, versteht sich. 

If I lay here
If I just lay here..

17.06.2007 um 22:49 Uhr

Status quo.

Weder Gefühl noch Verstand sind verlässliche Größen. Keine Basis, auf der man sichere Urteile fällen könnte. Hand in Hand wäre schön, aber diese Idioten führen Krieg.
Madame Kopf hat sich in mühsamer und weiß Gott nicht leichter Überlegungs- und Analysearbeit zu einer Entscheidung durchgerungen, diese dann auch mehr oder minder fließend vorgetragen, und war sogar halbwegs für die Situation nach der Offenbarung gerüstet. Nur hat sie nicht mit der Hartnäckigkeit des Verrückten und schon gar nicht mehr mit der Wiedergeburt eines eigenen inneren Zweifels gerechnet.
Möglichkeit und Chance standen plötzlich im Raum, und Herr Bauch machte Frl. Ratio mit einem gezielten Schlag ins Gesicht für eine Weile mundtot. Gerade lang genug, um einzuräumen, dass oben genannte vielleicht eine Fehlentscheidung gewesen sein, und man es ja doch mal so vorsichtig und langsam und in einfach-mal-gucken-Manier probieren könnte.
Und kaum war dies ausgesprochen, die Um-Entscheidung quasi verbindlich, und der Verrückte wieder guter Dinge, knüppelt die Analytikerin die eben so optimistisch daherwinkenden Emotiönchen ins immer noch andauernde Koma.
Ich habe mich heute sowohl über meinen Verstand, als auch meine Gefühle hinweggesetzt. Nichts davon stimmt mehr.
Woher kommt eigentlich die so populäre Ansicht, dass unser Bauchgefühl uns schon leiten wird?!
Ich will nicht mehr hören, dass man seinem Herzen folgen sollte.. es werde schließlich schon die richtigen Entscheidungen treffen. Scheiß was, mein ach so hoch gelobtes und verkitscht angehimmeltes Gefühl verarscht mich.
Und meine vermeintlich verlässlichste Waffe, die kopflastige Distanz, feuert nach einem „Bitte nicht.." völlig unkontrolliert ins eigene Bein.
Meine Obstbäume wachsen unterirdisch, die kann man nicht zeichnen.

14.06.2007 um 18:20 Uhr

Heute taktlos.

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Keine Trommelei diese Woche..
Unsere Fahrerin hat sich - in einem Anfall mentaler Verwirrtheit - aus ihrer Wohnung ausgesperrt, und so liegt nun auch ihr Autoschlüssel unerreichbar hinter zugefallener Tür. Sehr sehr ärgerlich. Muss wohl wieder mein Kochtopf herhalten.

14.06.2007 um 13:08 Uhr

Fruchtige Gedanken.

„Ich möchte Sie bitten, einen Obstbaum zu zeichnen."
Damit fing es also an.
Erster Gedanke: Apfelbaum. Natürlich. Aber Moment. Schließlich handelt es sich hierbei um einen Test (ha!) zur Psychodiagnostik. Ich muss also bedachter an die Sache herangehen.
An einen Apfelbaum denkt vermutlich jeder sofort. Narzisschen ist aber nicht jeder, muss sich also etwas anderes einfallen lassen. Sie denkt an Zitronen-, Kirsch- oder Kartoffelbäume. Stopp. Wenn sie die Überlegungen später erklären muss, könnte die Therapeutin krampfhafte Größenideen daraus ableiten. Also vielleicht doch lieber Apfel. Der demonstrativen Bescheidenheit wegen.
Steht als nächstes die Frage nach der Größe an. Blattfüllend in der Mitte, möglichst noch über die Ränder hinaus gemalt? Nein, das widerspricht der harmonisch-ästhetischen Bildaufteilung. Winzig klein, rechts unten in der Ecke, und daneben überdimensioniert der böse Nachbar mit einer gigantischen Axt in der Hand? Ach nein, Therapeuten provozieren ist Kinderkram. Lieber eines mit Gärtchen und Gießkännchen, spielenden Kinderchen und Hündchen hinter einem weißen Zäunchen. Ich sehne mich nach meinem heilen Weltchen, und mein Bäumchen steht mittendrin.
Schattiert dreidimensional oder platte Umrisse? Verwurzelt oder frei schwebend? Winter oder Sommer? Allein oder in Gesellschaft?
„Ich möchte Sie bitten, einen Obstbaum zu zeichnen." Die gute Frau ahnt vermutlich nicht einmal, was sie mir mit einer derartigen Aufgabe antut..

13.06.2007 um 23:35 Uhr

Die Kategorie spricht

Ich soll einen Obstbaum malen. Einen Obstbaum! Mit weichem Bleistift. Narzisschen ist gnadenlos überfordert.

11.06.2007 um 19:15 Uhr

Ich habe das Licht gesehen!

von: Discovery   Kategorie: So gesehen

Erst ein bisschen an der Oberfläche kratzen

Dann mit Hightech Löcher auspopeln

Zong!

11.06.2007 um 09:47 Uhr

Es ist erstaunlich..

Mit welcher Vehemenz ich mich meinem Glück in den Weg stelle.. Ihm auf die Füße trete.. Es notfalls mit dem Dolch niederstrecke, wenn es sich von hinten einschleicht.

08.06.2007 um 17:25 Uhr

Meine Therapeutin sagt..

Ich darf wiederkommen. Das ist doch schon mal ein Anfang, der Freude macht. Oder Mut. Oder sogar beides.
Jetzt hab ich fünf Tage Zeit, sämtliches, in der Uni über Jahre eingehämmertes verhaltenstherapeutische Vokabular aus meinem Hirn zu prügeln. Denn auch wenn uns der ein oder andere Professor gern erzählt hat, dass sich die psychologischen Schulen (grob gesagt die Verhaltens- und die Tiefenpsychologie) annähern und sich fast schon lieb haben, ist die Bewegung in der Praxis noch lange nicht angekommen.
Während die einen - huschhusch - die Kindheit mit einem Nebensatz abhandeln, wühlen die anderen mit Wonne in ihr herum. Für die einen äußert sich eine gestörte Psyche in inadäquaten Verhaltensmustern, für die anderen ist die Seele durch psychodynamische Prozesse in ihrer Entwicklung eingeengt und sucht, sich durch diverse Neurosen Luft zu schaffen. Seele. Wie lange hab ich das Wort Seele nicht gehört. Na mal gucken, ob ich meiner Seele wieder zum Atmen verhelfen kann.
Dazu muss ich, nein, natürlich die Therapeutin erstmal wissen, wo sie denn klemmt. Und wie findet man das heraus? Indem ich erzähle. Viel erzähle. Und außerdem durch diagnostische Fragebögen, Tests und andere hübsche Verfahren, die sich gelangweilte motivierte Psychologen irgendwann mal ausgedacht haben. Sie nannte mir dann zwei, die sie gedenkt, in den nächsten Stunden anzuwenden. Madame musste sich kichernden Protest verkneifen. (Würde ich in der Prüfung erwähnen, einen Patienten ein Bild malen lassen zu wollen, dürfte ich umgehend den Raum verlassen.) Narzisschen hat sich auf der Stelle ins Hemd gemacht und sich gefragt, ob wohl ein Öl- oder Aquarellbild gefordert wird. Ich hab entspannt genickt und mich auf Erfahrungen außerhalb der universitären Norm gefreut.
Insgesamt hab ich ein erstes gutes Gefühl. Mal sehen, ob ich das nach meinem künstlerischen Seelenstriptease auch noch behaupten kann..

07.06.2007 um 10:26 Uhr

Schwarz-Weiß war gestern.

Zurzeit ist das Leben bunt.
Es passiert was; Kleinigkeiten, aber in der Summe irgendwie groß.
Ich bin dem Holz verfallen. Neuerdings kein Tag, an dem wir nicht in den Baumarkt fahren und ich den Akkuschrauber nicht in der Hand halte. Aktivitäten.
Sonntag mit A. einen wohltuenden Nachmittag und Abend mit Volleyball und Kneipenschwatz verbracht. Mit ihm rede ich, wie mit niemandem sonst. Freundschaften.
Montag Nacht hatte ich das Vergnügen, einen Pfleger vom Zauberberg in der Bierschlange warten zu lassen. Nicht ganz dasselbe, wie an der Medikamentenausgabe anzustehen, aber amüsierlich wars trotzdem. Begegnungen.
Dienstag hab ich eine Ex-und inzwischen Wieder-Patientin besucht. In erinnerungsträchtiger Umgebung nicht von damals gesprochen. Kontakte halten.
Kaum Zeit, die ich nicht mit dem Verrückten zusammen bin. Es etabliert sich tatsächlich so etwas wie ein offizielles Wir. Emotionalität.
Heute morgen bin ich heulend aus einem Spättraum aufgewacht. Verarbeitung.
Nachher donnerstägliches Trommeln. Ich freu mich auf den meditativen Krach. Regelmäßigkeit.
Ab Freitag gehöre ich wieder zu den Wahnsinnigen. Mein erster ambulanter Therapietermin. Vorsorge.
Herr Dr. R., ich finde, ich mache meine Hausaufgaben ganz gut.

06.06.2007 um 11:36 Uhr

Lepidoptera

Der deutsche Name „Schmetterling", 1501 erstmals belegt, kommt vom ostmitteldeutschen Wort Schmetten (d. h. Schmand, Rahm, vgl. tschechisch smetana), von dem einige Arten oft angezogen werden. Im Aberglauben galten Schmetterlinge gar als Verkörperung von Hexen, die es auf den Rahm abgesehen hatten, worauf auch frühere landschaftliche Bezeichnungen für Schmetterlinge wie Milchdieb, Molkenstehler oder ähnliche hindeuten.*

Gut zu wissen.
Die Gesellen veranstalten wilden Tanztee in der Magengrube.
Und es fühlt sich richtig an.

*Wikipedia

04.06.2007 um 18:48 Uhr

Projektschluss

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Das ging schneller als erwartet. Mein Bett ist innerhalb von dreieinhalb Stunden fertig geworden. Tadaaa.
Und ich hab drauf bestanden, die Schräubchen hübsch selber zu drehen. Jetzt freut sich Madame. Jawohl.

04.06.2007 um 11:25 Uhr

Projektbeginn

Die Planung hat schon auf dem Zauberberg begonnen. Wie wild habe ich konstruiert, gemessen und gezeichnet.
Heute geht's in Phase zwei: Mit Mitbewohner C. und großem Auto in den Baumarkt fahren und Holz besorgen.
Ich bastle mir (mal wieder) ein Bett.
Gelegentlich ist es nämlich notwendig, sich von alten Gewohnheiten und Lattenrosten zu trennen.

03.06.2007 um 23:53 Uhr

Plemplem

Ich hab doch einen totalen Dachschaden.

Wollte ich nur mal festgehalten wissen.

01.06.2007 um 18:27 Uhr

Ach Schatz..

Ach Schatz, das tut mir leid, hat er gesagt, als er mich unwissend aus meinem Vorarbeitsschlaf geklingelt hat. Lieb.
Aber ich weiß nicht, ob ich schon in Ach-Schatz-Dimensionen denken kann.