Zwischenwelt(en)

31.12.2007 um 21:40 Uhr

Mein Mitgefühl..

..allen Lok-, Bus- und Straßenbahnführern, Schaffnern, Krankenschwestern, Feuerwehrmenschen, Sanitätern, Ärzten, Kellnern, Köchen, Piloten, Türstehern, Taxifahrern, Polizisten, Pannenhelfern, Seelsorgetelefonisten, Fluglotsen und –begleitern, Bestattern, Apothekern, Soldaten, Klempnern und Kopfgeldjägern, die heute nacht arbeiten müssen.

Will jemand tauschen? Ich hab keine Lust auf den Silvester-rumtata-Krempel hier. Aber zum Schlafen ist es zu früh und - wer hätte das gedacht - zu laut.

Last-Minute-Job-Einspringing sozusagen!

29.12.2007 um 02:12 Uhr

Mit guten Gedanken einschlafen

Siebeneinhalb Stunden ohne Pause vom Leben erzählen, dabei immer wieder mal länger im Blick bleiben und dann wieder auf die Hände sehen, die manchmal etwas schüchtern aber so schön das Cider-Glas umfassen, oft lachen müssen auch, weil wir beide nicht anders können, als visuelle Geschichten zu Ende denken.
Es war so schön. So angenehm leicht. Fortsetzungspflichtig in jedem Fall.
Ich fühl mich reich heute Abend.

27.12.2007 um 22:17 Uhr

Danke!

An die beiden beteiligten. Für das so schöne Weihnachtsgeschenk.

22.12.2007 um 04:40 Uhr

Peng!

von: Discovery   Kategorie: Im Laden

Hat's gemacht. Und ich musste gar nicht viel dazu tun. Ein paar Mal lachen und auch etwas (ha!) rotwerden. Jetzt heißt es wieder aufs Kleine Schwarze starren und auf Nachricht warten. Schön? Schön!

21.12.2007 um 13:26 Uhr

Heute abend.

Letzte Chance für den Knall. Ansonsten Silvester kein Feuerwerk.

20.12.2007 um 20:39 Uhr

Filmgereift.

„You came for me. You are alive."
„I would die for you."

Hach3.

17.12.2007 um 16:28 Uhr

Weihnachten in Familie

War immer schön. Unkompliziert und traditionsgetreu. Solange es unter dem Dach meiner Eltern stattfand und wir alle, das heißt meine Geschwister und ich, noch unmündig waren.
Zeiten ändern sich mitunter rasant, weihnachtliche Traditionen nur träge. Es wurden Kompromisse geschlossen. Halbe Tage dort, die andere Hälfte woanders verbracht. Irgendwie lief das, man einigte sich und feierte dann.
Inzwischen haben meine Geschwister eigene Familien, eigene Häuser und eigene Vorstellungen von Weihnachten und dessen Ablauf. Und ehe man sich umdreht, steht man vor einer Lappalie von Situation, wegen derer sich schon Generationen zerstritten haben.
Weil einer etwas anders machen möchte als all die Jahre. Die Harmoniebedürftigen flehen um Hilfe. Plötzlich heißt es: Entscheide dich! Wie soll es werden? Was denkst denn du? Als ob ich wirklich eine Wahl hätte.
Ich bin zum ersten Mal richtig enttäuscht von Weihnachten. Nicht, weil es nicht „wie immer" sein soll, sondern weil es zum ernsten Problem gemacht wird. Ich hab keine Lust drauf
.

16.12.2007 um 17:39 Uhr

Es gibt Tage...

Da ist es einfach besser, zu zweit Musik zu hören, als allein. Auch nachträglich aufgedrehte Bässe ändern daran wenig.

15.12.2007 um 19:29 Uhr

Nur Patienten..

von: Discovery   Kategorie: Im Laden

Dass die Gäste im Laden manchmal nicht ganz atta sind, ist ein alter Hut, muss aber trotzdem ab und zu von mir erwähnt werden. Nicht, dass am Ende jemand denkt, ich bin hysterisch und meine gelegentliche Job-Unlust ist nur eingebildet. Ha!
Gestern, ja? Wir haben etwa eine halbe Stunde geöffnet, der erste Ansturm ist abgefertigt und Kollege P. und ich haben Zeit, locker am Buffet lehnend einfach nur gut auszusehen.
Kommt ein Typ rein, Anfang zwanzig vielleicht, schleicht in den Eingangsbereich, von welchem man aus in die beiden sich gegenüberliegenden Räume gelangt. Bleibt stehen und starrt. Erst kurz in den rechten, dann lange in den linken Raum. Wirklich lange. Bewegungslos wie ein Krokodil, das man im Tierpark mit Münzen bewerfen kann. (Die Verlockung ist groß und meine Hand wandert Richtung Portmonee..
nein, natürlich nicht.)
Der junge Mann beginnt, hin und her zu laufen. Von einem Raum in den anderen. Irgendwie sieht er aus, als suche er etwas oder jemanden. Und wir würden ihm ja auch wirklich gerne helfen, aber er würdigt uns keines Blickes. Dieses Spiel dauert bestimmt eine Viertelstunde. Dann plötzlich stürzt er auf eine Gruppe am Tisch sitzender Caipirinhatrinker zu und setzt sich zu ihnen. Ah, na endlich. Fall erledigt. Vielleicht isser ja nur kurzsichtig.
Paar Minuten später steht er wieder verwirrt in der Nähe des Tresens und Kollege P. will mit seiner freundlichen Geschwätzigkeit trumpfen.
P: „Na, Mensch, da haste ja deine Leute doch noch gefunden."
Typ: „..."
P: „Hast ja ganz schön gesucht, wa? Ich mein, wir haben das ja nur von der Bar aus gesehen.."
Typ: „..."
Kollege P. gibt nicht auf.
P: „Wir haben uns ja schon Sorgen gemacht.."
Typ: „Wegen Selbstmord?"
P. entfährt ein verzweifeltes Lachen. Ein Glucksen eher. Hektisch: „Nein, nein, wir dachten nur..."
Typ wendet sich ab und verfällt wieder in die Krokodilsstarre.
Die Nummer mit dem Einfach-dazu-setzen (die Caipis gehörten nicht zu ihm) brachte er dann noch ein paar Mal, gern auch bei Mädels. Da saß er einfach nur daneben und sagte nichts. Stand irgendwann auf und ging wieder.
Ich glaube, es ist überflüssig zu erwähnen, dass dieser Gast, allein schon aus Studiengründen zu meinem absoluten Liebling des Abends erklärt wurde.

 

13.12.2007 um 23:12 Uhr

it's not a love it's not a love song

von: Discovery   Kategorie: Für die Ohren

12.12.2007 um 23:20 Uhr

Erinnerungen.

Haben mich heut abend eingeholt. So mirnichtsdirnichts. Schweine!

12.12.2007 um 19:48 Uhr

Bang Boom Bang.

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Na endlich! Da war es wieder.. die Sorte Trommelei, die mal so richtig gut und weh tat. Selbst das Stück, das letzte Woche noch wie ein Angriff auf die Menschenwürde wirkte, war heute wohltätig. So und nicht anders wollen wir das.. 's Narzisschen und ich.

12.12.2007 um 14:34 Uhr

Brehms Tierleben oder so.

Ich finde, Psychologen sollten nicht von Schafen sprechen.. das weckt in mir einen nahezu nicht zu bändigenden Drang, nach Hause zu fahren und das meinige kleine, von der Herde abgekommene [es geht schon wieder los] welche in die Hand zu nehmen und.. hach.
Ein Omega-Schaf also. Mit meinem Vormichhingrinsen enternste ich die Situation und das Thema. So kann das ja nichts werden. Nächste Woche bitte vegetarische Metaphern.

11.12.2007 um 20:43 Uhr

Du fehlst.

Ich habe das Gefühl, jemanden zu vermissen, den ich noch nicht einmal kenne.
Vielleicht aber aus einem anderen Leben.
Oder einer anderen Welt.

05.12.2007 um 22:35 Uhr

Wie Auswüchse..

von: Discovery   Kategorie: So gesehen

.. aus der sündigen Unterwelt in diesem Fall..

04.12.2007 um 04:41 Uhr

Das Gegenstück.

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Wie sich hinter einem so reizenden Gesicht wie deinem so viel Zurückhaltung verstecken kann. Amüsant. Zumal ich meine Sicherheit allein dem Tresen zwischen uns verdanke.
Ich weiß jetzt deinen Namen. Wurde doch irgendwie Zeit. Nicht?

04.12.2007 um 04:08 Uhr

Luft holen.

Eine Gedankenlosigkeit..
Um kurzvorhalb sein Anruf.
Verlustängste kann nur haben, wer Bindungen eingeht.
Ich bin mir nicht sicher, inwieweit er sich bindet.
Mich lösen. Von den Dingen, von den Menschen. Das werde ich.
Atemlosigkeit ist schmerzhaft.

03.12.2007 um 18:15 Uhr

Unruhig.

Ich hasse es, mir Sorgen zu machen. Und wie ich es hasse. Weil mir der Gedanke „Was, wenn.." buchstäblich die Kehle zudrückt.
Ich bekomme keine Luft.
Er wird nahtlos in den Dienst gegangen sein, rede ich mir ein.
Er schläft, denke ich laut.
Warum dann nicht mal eine Nachricht, werfe ich ihm leise vor.
Er ist in dem fremden Land verloren gegangen, schiebe ich beiseite.
Ihm geht es gut, sage ich zu mir.
Ich kann nicht atmen.

03.12.2007 um 17:03 Uhr

Die Bahn macht mobil. Vol. 2

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Die glücklichen Umstände ergaben, dass ich die erste und längste Etappe meiner Rückreise im Auto meines Onkels zurücklegen konnte.
Halb dösend hing ich auf dem Rücksitz, lauschte seiner selbstgemachten Musik und bangte mit jedem Kilometer, ob ich wohl meinen angedachten Zug aus der Provinz Richtung Nachhause noch erreichen würde. Unnötigerweise.
Denn trotz unwetterartigen Regenfällen und entsprechenden Straßenverhältnissen bin ich eine Dreiviertelstunde vor Abfahrt, ausgestattet mit Fahrkarte und Salamibrötchen, startklar. (Ich hätte auch Käse nehmen können, aber da haben ja die anderen Fahrgäste nichts von.)
Also von mir aus kann's losgehen.
...
Ich sagte, ich bin soweit.
...
Ich würde dann fahren wollen..
...
???
„Sehr geehrte Fahrgäste am Gleis Eins, der Regionalexpress Richtung Ganzweitimnirgendwo verspätet sich um etwa zehn Minuten."
Ach, ist ja mal was ganz neues. Ich bin gespannt. Zehn Minuten, soso.
Tatsächlich betrug die Verzögerung zwölf Minuten, aber da bin ich ja nicht kleinlich.
Ansonsten klappt alles wunderbar, der Anschluss flutscht und ruckzuck sitze ich im nächsten Zug, der mit angekündigten fünf und tatsächlichen fünfzehn Minuten Verspätung nach Nochweiterimnichts losfährt.
Mitten auf der Strecke dann ein Stopp.
Lautsprecherknistern.
Stille.
Pfeifendes Knistern.
„Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund unserer verspäteten Abfahrt kommt es zu einer Zugkreuzung, so dass sich die Weiterfahrt um einige Minuten verzögert." Aha. Na dann.
Eine halbe Stunde später dasselbe Spiel.
Die sehr geehrten Fahrgäste fangen an, sich zu verbünden.
Was ich im Übrigen für eine sehr faszinierende Erscheinung halte, die man auch an Kassenschlangen oder in Wartezimmern beobachten kann: Wenn es nicht voran geht, schließt man sich zu einer einstimmig motzenden Schicksalsgemeinschaft zusammen. Das frustrierte Fußvolk probt den Aufstand gegen die Obrigkeit.
Als der Schaffner das dritte Mal zur Masse spricht, hat seine Stimme etwas entschuldigend-selbst-genervt-singendes. Das wirkt besänftigend. Doch die allgemeine Stimmung bleibt unruhig.
Dann der Knaller.
„Sehr geehrte Reisende, aufgrund von Bauarbeiten besteht zwischen Nichtmehrsoweitweg und Schonnäheranderstadt Schienenersatzverkehr. [Pause]
Ich weiß jedoch nicht, ob aufgrund unserer Verspätungen für diesen Zug überhaupt noch ein Bus bereitgestellt wird."
Na is ja prima. Aber gut zu wissen, dass da irgendwann mal Busse gefahren sind.
Der Mob wird nervös. Wildes Gemurmel. Fast bösartige Töne werden laut.
Knisterquietsch.
„Also ich würde ihnen vorschlagen, dass sie, um auf Nummer Sicher zu gehen, in Nichtmehrsoweitweg aussteigen und dort auf die S-Bahn warten. Die fährt ganz sicher und zwar etwa zwanzig Minuten nach Ankunft."
Na, wenn das kein Grund zur Freude ist. Fluchtartig verlassen wir (Ich gehöre dazu!) den Zug, rotten uns auf dem Bahnsteig zu kleinen Grüppchen zusammen und ziehen die Köpfe ein. Ich glaube Pinguine zeigen ein ähnliches Verhalten, wenn, wie es inzwischen der Fall war, Wind und Wetter von der Seite peitschen. Jawohl, peitschen! Scheiße aber auch..
Als ich dann irgendwann, tausend Stunden später in meinem Bett saß mit einer Tasse Kakao-Amaretto in meiner Hand, beschloss ich, am Mittwoch den Lotto-Jackpot zu gewinnen, mir davon einen Hubschrauber samt Piloten zu kaufen und nie wieder auf die Bahn angewiesen zu sein.
Tut mir leid für die, die sich Hoffnung auf das Geld gemacht haben, aber ich seh da leider keinen anderen Ausweg.

03.12.2007 um 15:08 Uhr

Die Bahn macht mobil.

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Und zwar die bösen Kräfte in mir.
Am vergangenen Wochenende hatte ich das Vergnügen, insgesamt gefühlte siebenunddreißig und geschätzte elfeinhalb Stunden in diversen Regionalbahnen, Intercitys und Nahverkehrszügen durch den Osten des Landes geschoben zu werden.
Das Unternehmen Inselbesuch begann am Donnerstag Morgen gegen Neun Uhr bei klirrender Kälte aber relativer Reiselust. Die wurde jäh gebremst, als es hieß, der Zug habe etwa fünfundzwanzig Minuten Verspätung. Aber zumindest kein Streik. Worüber also beschweren.. Der Zug rollt ein, die Leute steigen zu, der Zug..
bleibt stehen. Nee, is klar. Fahren wird ja auch total überbewertet.
Peinliche Stille im geschlossenen Abteil, das ich mit zwei jungen Männern teile, von denen mindestens einer widerlich wie Kneipe stinkt. Unauffällig atme ich während der Fahrt durch meinen Schal. Zwei Stunden lang.
Zwei Stunden.. ich rechne nach, und mir wird klar, dass die Sache mit dem Anschlusszug in Berlin ne knappe Angelegenheit wird.
Um genau zu sein, ist es exakt eine Minute, die mir letztendlich fehlt.
Aber das Universum meint es gut mit mir und schickt einen Intercity aufs gegenüberliegende Gleis, in den ich steige, und in dem, oh Wunder, trotz Zugbindung meine Fahrkarte gilt.
Fast bin ich geneigt, mich ne Runde vor mich hin zu freuen, hätte die die ganze Glücksfügung nicht einen Haken..
Der Haken heißt Antonia, ist etwa einenmeterirgendwas groß, sitzt in der Reihe vor mir und unterhält den gesamten Wagon mit penetrantem:
„Mut-ti, rate mal was das ist!" (Zeigt auf den Schal, den sie über den Tisch geworfen hat)
„Eine Tischdecke."
„Jaaaa, richtig!" (Wow, dieser Scharfsinn.)
„Mut-ti, rate mal was das ist!" (Wieder der Schal)
„Eine Tischdecke?!"
„Jaaa, richtig!" (Das Spiel fängt an, mich zu nerven)
„Mut-ti.." (Ich drehe die Musik lauter und täusche Tiefschlaf vor.)
Antonia scheint sich selbst und Mut-ti mit ihrem Tischdeckenspiel zu langweilen und beginnt, auf ihrem Sitz stehend, mit altklugen Kommentaren die Aufmerksamkeit der Mitreisenden einzufordern.
Als ich an der Reihe bin, von ihr bedacht zu werden, sagt die doch nicht wirklich:
„Mut-ti (dieser Tonfall alleine... Mut-ti), guck mal, das schläft!"
Tapfer halte ich die Augen geschlossen. Kein Zucken. Nichts.
„Mut-ti, guck doch mal!" (Mein Gott, kann sie dem Kind Ganzen nicht ein Ende bereiten und endlich hinsehen..)
„Mut-ti, dahaaa, guck doch mal!"
Mut-ti wird die Sache offenbar endlich peinlich und bittet Antooni-a, sich doch hinzusetzen.
Antooni-a tut nichts dergleichen.
Sie zieht es vor, von vorn nach hinten und zurück und hin und zurück durch den Wagon zu trampeln und mit einem anderen Balg Verstecken zu spielen. Na großartig.
„Ich seeeeeh dich!" Kreischt es neben meinem Sitz.
„Antooni-a, bitte!" Zischt es aus der Reihe davor.
„Ich seeeeeh dich!" Neben mir.
„Und jeeetzt?" Vom Ende des Ganges her.
„Ich seh dich immer nooooch!"
„Antooni-a, bitte!"
„Und jeeetzt?"
Ich schwöre, beinah hätte es Tote gegeben. Oder Verletzte. Oder zumindest verdammt eingeschüchterte Kinder. Würden sich meine Aggressionen nicht ausschließlich in meinem Kopf abspielen, und hätten wir nicht unmittelbar den nächsten Umsteigebahnhof erreicht.
Der Rest der Hinfahrt ist schnell erzählt: Keine Verspätung, kein Kneipengestank, keine Kinder und ein Herr Papa, der mich gut gelaunt am Bahnsteig erwartet.

Es folgten drei Tage Salzluft und Familie und eine Rückfahrt, von der eventuell später berichtet wird..