Zwischenwelt(en)

24.11.2008 um 21:47 Uhr

And I'm tired now.

von: Discovery   Kategorie: Für die Ohren

Ich höre ja nur.. 

21.11.2008 um 00:53 Uhr

Ganz sehr entschieden.

Manchmal lösen ein paar klitzeknappe Worte ein paar vielfach verkettete Situationsemotionen aus.

21.11.2008 um 00:26 Uhr

Halbnacht.

Drei Punkte horizontal sind besser als nichts.

...

Drei Punkte vertikal hießen Sprachlosigkeit.

.

.

.

Oder vielleicht auch Warten.

Auf morgen.

   .

      .

Diagonal: Künstlich.

Stell dir vor, um diese Zeit plaudern Elstern im blattleeren Baum vorm Fenster. Jetzt noch! Während du zahnverschmerzt träumst. Oder hoffst nicht zu träumen.

 

Ich liebe dich.

Seit vielen Tagen schon sag ich dir das.

Sehr.

Und sehr oft.

Sagen mein ich.

20.11.2008 um 11:46 Uhr

So wie gestern.

Als erstes verschwindet immer der Wille.
Dann der Antrieb. Aber den will dann ja schon niemand mehr zurück.
Das Interesse, die Punkte, an denen sich die Augen gern festhalten, fliehen hinterher.
Und die Ausdauer.
Als letztes geht die Bewegungsfähigkeit.
Stößt sich in der Tür mit Inhaltslosigkeit.
Die wird überwältigt von Schuldgefühlen. Und die bleiben.
Teilen sich den Platz mit Angst, Resignation und Traurigkeit. Selbstmitleid sitzt auf dem Schoß.
Ganz nebenbei hat die feindselige Isolation eine Folie um das Gedränge gewickelt. Übermalt freie Plätze mit bösartigen Spitzen.
Der ganze Haufen sitzt vor dem Spiegel und spuckt ihn an.

17.11.2008 um 23:27 Uhr

Auch

von: Discovery   Kategorie: Beziehungsweise

Mitternächtliche Telefonate werden daran nichts ändern können. Du fehlst mir heut Nacht. Daneben. Genau hier. So fehlgeplant.

17.11.2008 um 19:21 Uhr

Wohin jetzt?

An Tagen wie diesen fühle ich mich randvoll mit Bildern, die förmlich danach schreien, in Farbe gewickelt zu werden. Raus raus raus damit. Diffuses Rot, ganz wenig Grün nur noch und viel spitzes Schwarz.
Und dann setze ich die Geräte an, mache die Augen zu und will ganz unbedingt Gefühl kanalisieren.
Und ganz unbedingt läuft eben nicht. Dann seh ich sie wieder, die bekannten Formen, die abgenutzten Szenen, immer dasselbe.
Tausend Möglichkeiten und nach drei Anläufen ist es aus. Die Luft und die Lust weg.
Das Gefühl verschluckt.
Taubheit.


13.11.2008 um 23:41 Uhr

Keep running..

von: Discovery   Kategorie: Beziehungsweise

About 7,5 km gestern.
Heute nochmal mindestens sieben.
Seinen Stolz will ich nicht. Aber meinen. Auch wenn er weh tut.
Neue Routen sind auserkoren, ich frage mich, ob es wieder eine Blendung ist. Keine geächtete, das ist wohl wahr.
Man kann auch ganz unsymbolisch weglaufen. Einszwei keuch dreivier ausatmen. Und landet immer wieder im selben Blick: Dir geht es heute nicht gut, stimmts?
Dann gebe ich mir schon nicht einmal mehr Mühe mit der Verheimlichung und beklage schlimme Knie und wunde Zehen und weiß, dass er weiß, dass es längst wieder um mehr geht als diese Knochenvorwände.
Er muss Luft holen, dessen bin ich mir bewusst, warte dennoch bang auf entsprechenden Augenblick, an dem ich es selbstverständlich nicht persönlich nehmen soll und doch werde, ich kann ja nicht anders.
Wie lang kann man das Schwanken ertragen, wenn man selbst nicht der Schwankende ist?

10.11.2008 um 12:46 Uhr

Unfassbar müde.

Nach dem Einbruch gestern.
Immer noch in Zeitlupe sehend, ölige Gedankenfetzenpfützen.
Harzig alles.

05.11.2008 um 15:50 Uhr

Sport ist Mord.

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Oder zumindest versuchter Totschlag. Meine Fresse, tun mir die Füße weh.

Ich hab ja neuerdings das Laufen für mich entdeckt, bzw. zwinge ich das Laufen, sich von mir entdecken zu lassen. Einen Haufen Kohle hab ich bereits investiert, in der kalten Jahreszeit muss der Körper schließlich mit allerlei Funktionsklamotte vor der Außenwelt geschützt werden.
Hätte ich noch mehr Fachzeitschriften (einfach loslaufen is ja nich, bzw. brachte nur den halben Spaß) gewälzt, wäre ich vermutlich auch von der Notwendigkeit einer Pulsuhr, eines Flaschengürtels und Eiweißpräparaten überzeugt worden. Aber wenn man den Stil eines holzbebeinten Pinguins an den Tag legt, muss das Outfit eben so einiges kaschieren. Das heißt, selbst wenn ich demnächst bemerke, dass die Rennerei so was von überhaupt nichts für mich ist, muss ich weitermachen - eine andere Sportart kann ich mir schlicht nicht mehr leisten.

Das aufregendste beim Projektstart war allerdings der Schuherwerb. Die erste bittere Lektion: Nicht auf Äußerlichkeiten achten, sonst gehst du leer aus. Die reinsten Designdesaster, durch die Bank weg - aber darum geht's ja nicht, ließ ich mir sagen. (Erklär das mal dem Pinguin!)
Ich muss zugeben, dass ich drei Anläufe brauchte, um an den Punkt zu kommen sagen zu können: Ich hab da jetzt welche. Meine.

Der erste war eher ein Anläufchen. Kaum standen wir im Läuferladen interessiert vor dem Regal, überfiel mich ein pickliger Verkäuferazubi, drohte mir mit halbstündiger Analyse und derlei Kram, dass mich die nackte Angst überkam und wir das Weite suchten.

Beim zweiten Mal, circa drei Wochen später, hatte ich mich belesen, schon eine kleine Vorauswahl getroffen und fühlte mich gut gerüstet, dem Fachhandelsgesäusel mutig begegnen zu können. Welches dann alles andere als säuselig war. Ich wurde gut beraten, ging stolz mit einem Paar amwenigstenhässlichen Tretern nach Hause und wollte die gar nicht mehr ausziehen. Bis ich das erste Mal mit denen rennen war. Aua. Blasen. Die auch beim zweiten und dritten Mal hartnäckig wiederkamen. So geht's ja nicht, also umtauschen.

Das war am Montag. Um diesmal wirklich ganz ganz sicher zu gehen, ließ ich sie über mich ergehen, die ganze Prozedur mit Laufband-Video-Analyse, Scanner, Maßnehmen, noch mal Laufband, probieren und drücken und wieder probieren. Von wegen halbe Stunde, kurz vor Ladenschluss war ich wieder draußen. Aber immerhin mit Schuhen, die nicht nur mit fröhlichem pinguinschwarz, sondern auch einer besseren Passform mein Herz erobert haben.
Heut morgen hab ich den Versuch gewagt.

Siehe oben.

In Zukunft mit Pflastern, Krücken und Motor.