Zwischenwelt(en)

13.08.2005 um 22:43 Uhr

Beruhjen se sich ma junge Frau!

Ist exakt das Gefühl der letzten 24 Stunden. Ich habe also gestern abend noch eifrig mit meiner neuen Errungenschaft herumprobiert... dies und das mal getestet... Zigarettenschachtel in blau, sepia, schwarz-weiß, lila, rot, grün, von vorn, von hinten, in gelb, nah, fern, hochkant, seitwärts... mir fehlte ein wirkliches Motiv. Egal. Hektik Hektik..Ich wollte ja auch nur mal sehen, was das Schätzchen so drauf hat. Seltsamerweise geriet ich dabei nicht, wie erhofft,  in Hochstimmung - im Gegenteil - der Gute-Laune-Pegel sank mit jedem neuen Bild. Nicht, dass ich irgendwie unzufrieden mit den Fotos gewesen wär, nö nö, das nicht! Aber mir wurde wohl immer mehr bewusst, dass ich in einem Anfall von Gedankenlosigkeit mal eben 650 Euro auf den Kopp gehauen hab. (Man, ich studiere und hab das Geld doch nicht einfach "übrig" nur weils das Konto halt mal hergibt) Und in diese Ideen kann man sich prima hineinsteigern, wie ich im Laufe des Abends noch feststelle durfte.. soweit, dass ich tatsächlich Angst vor mir selber bekam. (aus dem "Manchmal bin ich mir unheimlich" wurde dann sehr schnell eine gewisse Grundpanik, die nur langsam wieder abklingt) Hab ich mich echt so wenig unter Kontrolle? Hab ich die Emotionen, die da nunmehr von Stunde zu Stunde auf- und abtauchen, so ganz und gar nicht im Griff? Ich fühle mich plötzlich so ausgeliefert... mir selbst ausgeliefert. Keine angenehme Sache. Der Kamerakauf nur symptomatisch für ein Selbstkonzept, das scheinbar völlig aus den Fugen gerät?  So albern es klingt, es fühlt sich an wie eine fundamentale Erschütterung - ohne dass ich einen konkreten Grund angeben könnte. Ich weiß nicht... wenn ich mich nicht auf mich selbst verlassen kann, worauf denn dann? Keine Ahnung, wie man das Erlebnis des totalen Kontrollverlusts beschreiben kann. Dieser hat ja mitunter auch weitreichendere Konsequenzen als eben 650 Euro... diese im Raum stehenden Konsequenzen sind das, was mir Angst macht. Ich hab dann das Ding in die Kiste zurück gepackt. Mit dem festen Vorsatz, dass ich es Montag zurückgeben werde. *mirselbstnenvogelzeig*... musste dann gestern später auch wieder arbeiten. Und das auf Hochspannung - na janz prima! Mit einem Kollegen, der (ich glaube an das Gute im Menschen!) sicher irgendwo ganz nett ist, mit dem man auch außerhalb der Arbeit angenehm plaudert, aber der einem die Schicht zur Hölle machen kann. Und er hat! (Einzelheiten ausgeblendet) Habe mich mit sms von und für H. über die 8 Stunden gerettet... ständig an der Grenze zum "Ich fang gleich an zu heulen oder ich mach vom Messer Gebrauch" spazierend.. Das Gleichgewicht halten ist einfach anstrengend. Und das Aufpassen, dass es nicht zu anstrengend wird, umso mehr.

Und jetzt? Keine Ahnung..

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