Erst Mittwoch..
Die Hoffnungen auf einen potenziellen Ernährer meiner zukünftigen Kinder, die ich in den Dienstantritt des neuen Stationsarztes heute gesetzt hatte (man wird ja wohl noch träumen dürfen), haben sich alles andere als erfüllt. Ich kann es auch anders ausdrücken: Gäääääähn. Da erwartet man einen energiestrotzenden, dynamischen Jungmediziner, bereit, die Welt und das Herz vereinsamter Psychologiestudentinnen zu retten, und dann so was. Das Temperament eines Rudolph Scharping gepaart mit dem Esprit eines Dieter Thomas Heck. Gnarf. Vielleicht muss ich auch einfach mein Beuteschema überarbeiten. In Zukunft also nur noch gestandene, charmante und kittelverweigernde Chefärzte. Punkt.
Und sonst so? Fand heut Abend großes WG-Abendbroten statt. Wie schön, wenn man einen Koch zum Mitbewohner hat. Was es gab? Überbackenes Schweinefilet an Blumenkohl und Salzkartoffeln.. zum Nachtisch Mango-Parmesan-Risotto. (nach der Nullnummer in Sachen Bräutigamschau heute ist die Figur doch scheißegal). Einzig der mitgebrachte Rotwein unserer Hausgäste gab Anlass zur Kritik. Nach dem ersten Schluck war allen bewusst: Das Zeug dient im besten Fall der effektiven Rohrreinigung. (Ja, selbst Studenten kennen eine Schmerzgrenze!) Und so landete der edle Tropfen gekostet aber ungenossen im Ausguss. Ich glaube, wir sind erwachsen geworden… wir lassen uns einfach nicht mehr jeden Fusel andrehen. Und außerdem reden wir über Dinge wie Jobsuche, Heimischwerden, Familienplanung und ALG II. Wo ist eigentlich das unbeschwerte Studentenleben, von dem immer und überall die Rede ist?

desillusioniert und trotzdem grüßend..
Ich frage mich aber, ob \"Dinge wie Jobsuche, Heimischwerden, Familienplanung\" der Unbeschwertheit ein zwingendes Ende setzen müssen, oder ob es nicht vielmehr möglich sein könnte, seine Zukunftsplanung etwas lockerer anzugehen.