Zwischenwelt(en)

05.02.2009 um 19:56 Uhr

Murphy hört meine Gedanken.

von: Discovery   Kategorie: Außenwelterleben

Und dabei summte ich noch halblaut „Freu dich bloß nicht zu früh..."
Ganz schnell ne Flasche Wein, Brot und Butter einsacken, dachte ich mir, als ich vorhin eigens zu diesem Zwecke noch mal das Haus verließ. Zum Supermarkt zu dem man nicht endlos weit laufen muss meines Vertrauens. Meine Dosis Außenwelt mit überfülltem Linienbus und Stinkehörsaal hatte ich schon weg, deswegen die Eile. Wagen nehmen? Blödsinn. Hatte auch alles in Rekordzeit eingesammelt und mich auf dem kürzesten Weg zur Kasse begeben.
Normalerweise stelle ich mir die Frage nach der falschen Schlange nur, um mir selbst zu gratulieren, dass mir das im Grunde gleichgültig ist. Sollen sich andere darüber aufregen, dass sie immer, aber auch wirklich immer *gähn* verkehrt stehen. Mir egal. Dann erfreue ich mich Polyanna like an den verdrehten Augen vor oder hinter mir, irgendjemand flucht ja immer, vielleicht schon aus Prinzip, wer weiß.
Aber heute.
Trotz misanthropischer Gemütslage lasse ich mich nicht provozieren. Soll er doch - oh ganz plötzlich - beschleunigen, aus Versehen meinen Weg kreuzen, mich dabei noch fast über den Haufen rennen und *huch* vor mir das Schlangenende erreichen. Du Fellkapuzenheini kannst mir gar nichts. Nimm deine Biomilch und hau ab!
Moment. Die andere Kasse ist ja auch besetzt, ich kann also ganz einfach an dir vorbei spazieren, satte Meter gut machen und dir mal eben demonstrieren, wie man das macht, mit der Gelassenheit und so. Der virtuelle Mittelfinger. Zack!
Und ich bin sicher, es wäre auch alles so gekommen wie erwünscht, hätte ich mich nicht explizit darüber gefreut, dass es so läuft, wie erwünscht.
Der Kapuzenkassenstrom kam jäh zum Erliegen, als ein Kunde 12(!) Produkte zur Reklamation vorlegte. Inklusive irgendwie undurchsichtigem Kassenbon. Einzelheiten blieben mir dank der Geschwindigkeit, mit der ich mich selbst dem Bezahlvorgang näherte, verborgen. Siehste, haste nun davon. Lass die Milch nicht sauer werden, adios! Hämisches Grinsen.
Doch dann.
„Der zeigt mir hier irgendwas von Systemfehler..." Vor mir übertreffen sich Kunde und Kassiererin im Blödegesichtermachen.
Karte rein, ratsch, Karte raus. Und noch mal. Ratsch. Nichts geht mehr.
Klingling.
„Du Jenny, ich brauch hier mal ´n ganzen Bon storniert."
„Hm? Moment."
Komm schon Jenny, mach hin, ich seh im Augenwinkel die Kapuze hinter mir auftauchen, die andere Schlange flutscht bereits wieder.
Jenny nimmt diese höchst brisante Situation für meine Begriffe etwas zu gelassen (schließlich geht's hier ums Prinzip und wer weiß, um was sonst noch!), aber sie kriegts hin, wenn auch nur eben noch rechtzeitig.
Mein Rotwein verließ vor der Milch den Laden.
Tschakka!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenDieRoteZora schreibt am 05.02.2009 um 21:10 Uhr::) herrlich ... könnte von mir sein *lach*
  2. zitierenDiscovery schreibt am 05.02.2009 um 21:57 Uhr::) so so.
  3. zitierenNoZi schreibt am 06.02.2009 um 13:32 Uhr:und ich, meine liebe, wäre die hinter der biokapuze gewesen, schon aus prinzip, weil ich IMMER in der falschen schlange stehe - auch wenn ich mich nicht aufrege ;-)
  4. zitierenDiscovery schreibt am 06.02.2009 um 15:23 Uhr:schnür sie enger, die kapuze und heiz den viren damit ein! heiße biomilch mit honig gibts doch bestimmt auch ohne schlangestehen?! gute besserung auf jeden fall!
  5. zitierenNoZi schreibt am 20.02.2009 um 21:05 Uhr:hah, tschakka, heute ganz clever in der richtigen schlange gestanden! das leben meint es doch noch gut mit mir ;-)

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