Sport ist Mord.
Oder zumindest versuchter Totschlag. Meine Fresse, tun mir die Füße weh.
Ich hab ja neuerdings das Laufen für mich entdeckt, bzw. zwinge ich das Laufen, sich von mir entdecken zu lassen. Einen Haufen Kohle hab ich bereits investiert, in der kalten Jahreszeit muss der Körper schließlich mit allerlei Funktionsklamotte vor der Außenwelt geschützt werden.
Hätte ich noch mehr Fachzeitschriften (einfach loslaufen is ja nich, bzw. brachte nur den halben Spaß) gewälzt, wäre ich vermutlich auch von der Notwendigkeit einer Pulsuhr, eines Flaschengürtels und Eiweißpräparaten überzeugt worden. Aber wenn man den Stil eines holzbebeinten Pinguins an den Tag legt, muss das Outfit eben so einiges kaschieren. Das heißt, selbst wenn ich demnächst bemerke, dass die Rennerei so was von überhaupt nichts für mich ist, muss ich weitermachen - eine andere Sportart kann ich mir schlicht nicht mehr leisten.
Das aufregendste beim Projektstart war allerdings der Schuherwerb. Die erste bittere Lektion: Nicht auf Äußerlichkeiten achten, sonst gehst du leer aus. Die reinsten Designdesaster, durch die Bank weg - aber darum geht's ja nicht, ließ ich mir sagen. (Erklär das mal dem Pinguin!)
Ich muss zugeben, dass ich drei Anläufe brauchte, um an den Punkt zu kommen sagen zu können: Ich hab da jetzt welche. Meine.
Der erste war eher ein Anläufchen. Kaum standen wir im Läuferladen interessiert vor dem Regal, überfiel mich ein pickliger Verkäuferazubi, drohte mir mit halbstündiger Analyse und derlei Kram, dass mich die nackte Angst überkam und wir das Weite suchten.
Beim zweiten Mal, circa drei Wochen später, hatte ich mich belesen, schon eine kleine Vorauswahl getroffen und fühlte mich gut gerüstet, dem Fachhandelsgesäusel mutig begegnen zu können. Welches dann alles andere als säuselig war. Ich wurde gut beraten, ging stolz mit einem Paar amwenigstenhässlichen Tretern nach Hause und wollte die gar nicht mehr ausziehen. Bis ich das erste Mal mit denen rennen war. Aua. Blasen. Die auch beim zweiten und dritten Mal hartnäckig wiederkamen. So geht's ja nicht, also umtauschen.
Das war am Montag. Um diesmal wirklich ganz ganz sicher zu gehen, ließ ich sie über mich ergehen, die ganze Prozedur mit Laufband-Video-Analyse, Scanner, Maßnehmen, noch mal Laufband, probieren und drücken und wieder probieren. Von wegen halbe Stunde, kurz vor Ladenschluss war ich wieder draußen. Aber immerhin mit Schuhen, die nicht nur mit fröhlichem pinguinschwarz, sondern auch einer besseren Passform mein Herz erobert haben.
Heut morgen hab ich den Versuch gewagt.
Siehe oben.
In Zukunft mit Pflastern, Krücken und Motor.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Laufen!
Lieber Gruß!
Sollte uns das zu denken geben?
Trotzdem viel Spaß dabei. (Das Jammern gibt sich recht schnell, glaube ich.)
Und dass sich das Jammern gibt, hoffe ich auch. Spätestens, wenn Bandagen und Salben rund ums Knie dafür sorgen, dass ich wieder vernünftig auftreten kann.
Das war wohl doch etwas viel für den Anfang. Ich hoffe, Du hast Dich für den richtigen Schuh entschieden - was ich annehme, bei der guten Beratung -, denn diese Schuhe und Dein Körper müssen sich erst aufeinander einstimmen. Das kann etwas dauern.
Deine Knie werden jetzt bestimmt schon denken: "Die Alte spinnt wohl. Was soll das denn nun wieder?" :))
"Sucht-Tote" ... ja das stimmt wohl leider. Verantwortungslosigkeit gegenüber dem eigenen Körper. Wenn Körper und Geist uneins sind, wird der eine zu Lasten des anderen befriedigt.
Ist so ein Marathon nicht eine Art öffentliches Fixen mit körpereigenen Opiaten?
Ich will das keinesfalls schlechtreden, aber ich glaube, viele laufen am eigentlichen Sinn des Laufens vorbei.
"Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist", um mal den Herrn Paracelsus zu bemühen..
Na, Hauptsache die Hände funktionieren noch... ;)
Ich muss dem Zwischenweltler aber recht geben. Mir begegnen da draußen so manche Läufer schnaufend und mit hochrotem Kopf. Da frage ich mich dann schon auch, inwieweit das noch der Gesundheit dient.
Liebe Grüße!
Ich hätte nach dem Zweck Deiner Frage fragen sollen.
Eine ehrliche Antwort worauf? Auf meine oder Deine eventuelle Gegenfrage?
Ich verstehe es nicht. Erst recht nicht diesen narzisstischen Splitter im Satz.
Bevor es aber ein Wortgefecht auf Drahtseilen wird, strecke ich die Waffen.
Den Splitter, der im Auge deines Bruders ist, den siehst du;
aber den Balken, der in deinem Auge ist, den siehst du nicht.
Wenn du den Balken aus deinem Auge gezogen hast,
dann wirst du klar genug sehen;
Wie schade und wie verschenkt. Ein Wortgefecht auf Drahtseilen ist vielleicht einfach ein zu hoher Anspruch an die Community.
Vale
um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen.
Ich kenne Dich nicht, lediglich ein paar Sätze von Dir, und so kann ich wohl kaum Aussagen über Deine Ganzheit treffen, im besten Fall winzige Ideen von eventuelle Struktürchen haben, aber selbst das hab ich nicht gemeint, sondern lediglich eben jenen Splitter der Ich-Bezogenheit in Form von "Oder liegt's an meiner Person.." im Satz. In seinem schnöden konkreten Dasein.
Merkst Du was?
Ich erkenne hier gar kein Problem - aber was wäret ihr ohne eure "Probleme", hm?! Das merke ich deutlich.*lächel*
Wenn du dich belächelt - also nicht ernst genommen - fühlst, ist das eine Fehlinterpretation, weil von mir so nicht beabsichtigt. Wenn ich lächle oder schmunzel, dann weil ich es tatsächlich in diesem Moment tue und weil ich dem Geschriebenen ein wenig die Schärfe nehmen will. Das sich dadurch jemand nicht ernst genommen fühlt ist wie gesagt keineswegs meine Absicht. Würde ich dich nicht ernst nehmen, würde ich nicht schreiben. Mein Ego pflegt es nicht, einen potentiell interessanten Gesprächspartner zu verlieren. Ich will mich nunmal "reiben". Wenn es dich stört, reicht ein "nettes" Wort und ich bin weg. Wenn nicht, betrachte ich es als Disput und das mag ich eben.^^
Es ist schön, wie du und dein "alter ego" sich gegenseitig die Bälle zuspielen. Dienlich ist es nicht. ich hasse diese Hackenbeissermentalität.
Ich sagte bereits Vale und betrachte die Kommunikation an dieser Stelle zu meinem Bedauern als beendet.
Liebe Grüße
*lächel*
Aber eine richtige Störung bist du ja nicht, eher auf eine etwas amüsante Art ermüdend. *lächel*
Vielleicht ja dann an anderer Stelle anders..