Time to say adieu..
Ab morgen wohnt also jemand anderes hier.
Sehr befremdlich der Gedanke.
Sehr.
Himmel, bin ich entspannt heute!
Der gewohnte Blick auf die Uhr, verbunden mit dem pawlowresk antrainierten schlechten Gewissen ("Oh Gott, schon so spät, und noch so viel zu tun.. nur noch xx Tage") wird seltener. Denn: Ich hab sie bestanden. Die angstbesetzteste aller Prüfungen ist vorbei!
Gut, mit Ruhm bekleckert hab ich mich nicht, aber ich habs überlebt (und diese Wortwahl ist gar nicht mal so übertrieben, wie es vielleicht den Anschein macht. Jawohl).
Jetzt sind es noch zwei, und die Diplomarbeit natürlich, und auch da werd ich kurz vorher wieder herzklöpfelnd dem Zusammenbruch nahe sein, aber gestern... das war was anderes. Ich spare nicht mit Schmalz und Pathos: Das war DAS Fach! (Fanfaren bitte!)
Aber wie das so ist: Ohne die geballte Daumenkraft wärs nicht gegangen. Deshalb: Danke!
Davongefallen.
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Bist ja gar kein Single. Schmock, möchtest Du mir etwas mitteilen?
Oder zumindest versuchter Totschlag. Meine Fresse, tun mir die Füße weh.
Ich hab ja neuerdings das Laufen für mich entdeckt, bzw. zwinge ich das Laufen, sich von mir entdecken zu lassen. Einen Haufen Kohle hab ich bereits investiert, in der kalten Jahreszeit muss der Körper schließlich mit allerlei Funktionsklamotte vor der Außenwelt geschützt werden.
Hätte ich noch mehr Fachzeitschriften (einfach loslaufen is ja nich, bzw. brachte nur den halben Spaß) gewälzt, wäre ich vermutlich auch von der Notwendigkeit einer Pulsuhr, eines Flaschengürtels und Eiweißpräparaten überzeugt worden. Aber wenn man den Stil eines holzbebeinten Pinguins an den Tag legt, muss das Outfit eben so einiges kaschieren. Das heißt, selbst wenn ich demnächst bemerke, dass die Rennerei so was von überhaupt nichts für mich ist, muss ich weitermachen - eine andere Sportart kann ich mir schlicht nicht mehr leisten.
Das aufregendste beim Projektstart war allerdings der Schuherwerb. Die erste bittere Lektion: Nicht auf Äußerlichkeiten achten, sonst gehst du leer aus. Die reinsten Designdesaster, durch die Bank weg - aber darum geht's ja nicht, ließ ich mir sagen. (Erklär das mal dem Pinguin!)
Ich muss zugeben, dass ich drei Anläufe brauchte, um an den Punkt zu kommen sagen zu können: Ich hab da jetzt welche. Meine.
Der erste war eher ein Anläufchen. Kaum standen wir im Läuferladen interessiert vor dem Regal, überfiel mich ein pickliger Verkäuferazubi, drohte mir mit halbstündiger Analyse und derlei Kram, dass mich die nackte Angst überkam und wir das Weite suchten.
Beim zweiten Mal, circa drei Wochen später, hatte ich mich belesen, schon eine kleine Vorauswahl getroffen und fühlte mich gut gerüstet, dem Fachhandelsgesäusel mutig begegnen zu können. Welches dann alles andere als säuselig war. Ich wurde gut beraten, ging stolz mit einem Paar amwenigstenhässlichen Tretern nach Hause und wollte die gar nicht mehr ausziehen. Bis ich das erste Mal mit denen rennen war. Aua. Blasen. Die auch beim zweiten und dritten Mal hartnäckig wiederkamen. So geht's ja nicht, also umtauschen.
Das war am Montag. Um diesmal wirklich ganz ganz sicher zu gehen, ließ ich sie über mich ergehen, die ganze Prozedur mit Laufband-Video-Analyse, Scanner, Maßnehmen, noch mal Laufband, probieren und drücken und wieder probieren. Von wegen halbe Stunde, kurz vor Ladenschluss war ich wieder draußen. Aber immerhin mit Schuhen, die nicht nur mit fröhlichem pinguinschwarz, sondern auch einer besseren Passform mein Herz erobert haben.
Heut morgen hab ich den Versuch gewagt.
Siehe oben.
In Zukunft mit Pflastern, Krücken und Motor.
Wieder drei Tage für die Seele waren das. (Ich lasse dem Kitsch freien Lauf.)
Nur zwei Wochen Vorbereitung, ich denke, das kann man noch unter spontan verbuchen.
Mitbewohner A., der Schmock und ich auf dem Weg an die See, das allein ist freudeträchtig, aber B. besuchen, das ist sensationell.
Ganz nebenbei haben wir hinfahrend sogar Hamburg kennen gelernt. Im Dunkeln. Unbeabsichtigt. Atlanten in der Beifahrertür mögen spießig sein, wären aber an manchen Stellen sehr nützlich gewesen, denn es besteht ein frappierender Unterschied zwischen ‚Sich den richtigen Weg merken' und ‚Auf den richtigen Weg zurück finden'.
Freitag Abend gab es nach dem großen Wiedersehenstanz nicht nur Kartoffeln mit Quark, sondern auch einen Abstecher zu B.s Freunden, welche sehr sympathisch und außerdem trinkfest sind. Wir wären ja gern noch länger geblieben, aber nachdem die Gastgeber ins Bett gegangen waren, hielten wir es für angemessen, leise die Wohnung zu verlassen.
Der Samstag begann mit einem ausgedehnten Frühstück, wie es sich für Urlaube gehört, und schließlich schmeckte auch der Kaffee im zweiten Anlauf ganz wie gewünscht. Den ganzen Nachmittag lang schien uns am Strand die Sonne auf den Kopf, der Schmock erfreute sich an der eigens erworbenen Lenkmatte und ich... hab gelacht. Über vieles und zwar kräftig. Wie gut so ein kurzer Horizontwechsel tut. Andere Luft, anderer Laufgrund. Memo an mich: Öfter machen! Die Schweinekatze muss davon ja nichts mitbekommen.
Am Abend lernten wir weitere Freunde von B. kennen. Noch sympathischer und noch trinkfester. Ich kann jetzt „achtundachtzig" auf Holländisch sagen. Wer weiß, wozu das im Leben noch mal gut sein wird.
Der Sonntag Morgen kam dann viel zu plötzlich. Doch weil ich von allen am wenigsten verkatert und noch dazu bester Laune war, durfte ich zusammen mit B. ihr zurückgelassenes Auto und bei der Gelegenheit gleich Brötchen holen.
Ich.
Selbst.
Fahren.
Und noch dazu dem Schmock sein Wagen! Ich habe seit bestimmt drei Jahren nicht mehr hinterm Lenkrad gesessen. Nagut, als das Auto neu war, zum Anfühlen. Aber da parkte es auf dem Hof.
Alles ging gut, beulenfrei bin ich hinter B. durch die Stadt getuckelt. Die zwei chaotischen Hühner in der Frauenversion von Cobra 11. Großartig.
Bei der Frühstücksvorbereitung überfiel mich die Erkenntnis, dass ich mit dem ganzen Beziehungsding schon beinah so geworden bin, wie ich nie sein wollte. Elternprägung lässt grüßen, es ist ernüchternd. Aber das muss noch durchdacht und darf besprochen werden, darin liegt die Chance, vor dem Rollenungeheuer nicht zwangsläufig zu kapitulieren.
Dem weiten Heimweg geschuldet hieß es gleich nach dem zum Brunch gewordenen Frühstück Abschied nehmen, feste drücken und winken. Im Regen, wie passend aber auch. Manchmal glaube ich, dass das Wetter das extra macht. Es hat Spaß an Melodramatik.
Dieses Mal gabs die Verfahrung erst in ehemals heimatlicher Umgebung, Teufel, wie schnell man doch vergisst. Dafür bin ich den Rest dann gefahren, alles andere als entspannt zwar, weil Autobahn und dunkel und überhaupt, aber immerhin auch dieses Mal beulenfrei. An dieser Stelle spende ich mir selbst tosenden Applaus.
Und eigentlich wars das dann auch schon. Schmuckloser Schluss.
Den halben Marathon ist er gerannt und die Freundin klatschte stolz, als er mit einem Grinsen an ihr vorbei fegend die Zielgerade besiegte.
Für die Tageserfahrung, dass manche Impulse eben wirklich überwunden werden sollten.
Danke auch für die Musik.
Und für das Gefühl, dass 3 Jahre eine gefühlte Ewigkeit sein können.
Für den leckeren Wein sowieso. Klar.
Aber auch die Bestätigung. Dass sich etwas getan hat. Dass immer noch so manches im (Gut-) Werden ist.
Die Realitäten nähern sich mitunter auch ohne Tischbeine ziemlich präzise an, wie?
Alles Gute zum Geburtstag, Bruderherz, und noch größeren zum Stammhalter, Sohn und jüngstem Familiennachwuchs.. alles an einem Tag, wie?
Also wenn, dann richtig.
Lass Dir gesagt sein, dass der Spe-Onkel ganz reizend herzlich von ihm, Deinem Sohn, spricht. Ganz lieb klingt der Name aus seinem Mund. Auch von baldigem Besuch und sogar von Nachahmung ist die Rede.
Es wird ernst.
Und fühlt sich so phantastisch fremd an.
Stell Dir vor, Bruderherz, er will es wirklich. Mich. Mich!
Der größte Beweis ist, dass er ganz selbstverständlich mit Schafen spricht.
Und ein von mir gemaltes Bild mit Rahmen und allem über sein Bett hängen wird.
Na endlich! Da war es wieder.. die Sorte Trommelei, die mal so richtig gut und weh tat. Selbst das Stück, das letzte Woche noch wie ein Angriff auf die Menschenwürde wirkte, war heute wohltätig. So und nicht anders wollen wir das.. 's Narzisschen und ich.