mittendrin statt nur dabei
Dank des Super-Makro-Modus meines Lieblings (ja, wir haben schon so etwas wie eine Beziehung zueinander aufgebaut. Und nochmal: Nein, ich höre keine Stimmen) konnte ich mich heute mal so richtig in Namenlos hinein(ver)setzen.
Und bitte:
Süß, gell?
Ansonsten hab ich das Lernen heut (mal wieder) Lernen sein lassen und mich stattdessen draußen in der Welt herumgetrieben. Zu Testzwecken selbstverständlich. (Ich brauche immer noch einen konkreten Grund, um das Haus zu verlassen.) Und ich sitze wieder mal vor meinem Lieblingsmotiv und probiere mich an der ein oder anderen "very special option", freue mich, dass es nicht regnet, als plötzlich die Anzeige erscheint: Bitte Batterien wechseln" - zonk, und ich sehe nichts mehr. Wie meinen? Hab ich die nicht gestern frisch, quasi jungfräulich erst eingelegt? Also entweder, und das ist meine Hoffnung, waren die mitgelieferten AAs nicht mehr wirklich das Optimum, oder mein Baby ist ein Stromfresser sondergleichen und ich muss mich schleunigst um den Erwerb eines Ladegerätes samt Akkus kümmern. Geknickt trete ich den Heimweg an. Wer hat eigentlich so vehement was dagegen, dass ich mein Vorhaben (heute war schließlich der zweite Anlauf für Phase eins) erfolgreich beende? Bockig laufe ich am Eisstand vorbei. Wassermelone und Nuss? Pfff, wer isst denn sowas?! Ich passiere Rossmann, als mir der (Projekt-)rettende Einfall kommt, dort Batterien zu besorgen, um meine Testreihe eben im nahegelegenen Park fortzusetzen. Und weil ich die Straßenbahn verpasse, beschließe ich durch die Stadt zu laufen und schon kommt mir die nächste Idee (man, das flutscht ja heute!). Ich könnte ja einfach mal bei A. klingeln und ihn fragen, ob er Lust hat, mit mir gemeinsam ein bisschen in der Sonne zu sitzen. Das ist übrigens ein ganz neues Terrain, auf das ich mich da begebe: Einfach klingeln. Ganz ohne langwierigen sms-Wechsel, ganz ohne telefonische Absprache, ganz ohne Terminabstimmung- ganz spontan! *klingling* Der Summer geht. Ohne Nachfrage. Na wenigstens ist jemand zu Hause. Die Wohnungstür steht offen. Niemand zu sehen. Ich klopfe nochmal zaghaft. Und geh dann rein. "Hallo?" A.s Tür ist zu und aus dem Zimmer seines Mitbewohners kommt nur ein verwaschenes "hmmmhiiierr". Ich frage ihn, ob denn A. zu Hause sei. "Keine Ahnung, musst du mal klopfen!" (Ha, das ist ja wie bei uns, da weiß auch nie jemand was vom anderen) *klopfklopf* "Ja" (so ein 'Ja' von der zackigen Sorte) Ich öffne die Tür und wünschte, ich hätte die Kamera parat (und aufgeladen). Großartig dieses Gesicht! Würde sagen: Überraschung gelungen. Trotz des Vierundzwanzigstundendienstes, den er hinter sich hat, braucht es nicht viel an Überredungskraft meinerseits - er kommt mit. Noch ein Kaffee zum Mitnehmen vom Bäcker und schon sitzen wir mitten im Grünen und die Sonne brennt. Der Sommer ist zurück! Irgendwie reden wir belanglos... er müde, ich müde.. was will man erwarten? Beide haben wir Kram zum lernen dabei. Alpha-Fehler, Beta-Fehler - mein Stoff. Medikation bei Herzinsuffizienz - sein Stoff. Ich interessiere mich mehr für seinen Stoff. Nur habe ich keine mündliche Prüfung in Kardiologie- schade eigentlich. Er auch nicht. Aber er muss schließlich Leben retten. Wir lassen uns die Sonne noch eine Weile auf den Kopf scheinen und brechen dann auf. Er hat Termine.
Und jetzt? Sitzen grad F. und C. bei mir und ich werde mich noch ein wenig gepflegter Konversation widmen. So gepflegt, wie man nach 2 Flaschen Wein (nein, nicht pro Kopf! Pro Halbkopf?) noch konversieren kann.. so long.
