Zwischenwelt(en)

05.08.2005 um 18:45 Uhr

noch 2 Stunden und 2 Minuten

... dann muss ich wieder auf Arbeit sein. Und wie meistens um diese Zeit, macht sich die Unlust bei dem Gedanken daran breit. Ja, ich kann froh sein, überhaupt diesen Job zu haben - bin ich ja auch, und zwar jedesmal, wenn ich den Laden nach 8 Stunden mit der verdienten Kohle in der Hosentasche wieder verlasse. Es ist ja nicht nur die körperliche Anstrengung... rumrennen, Tabletts schleppen, Bierfässer und -Kästen umherwuchten, die mir jetzt schon "Unbehagen" bereitet. Vielmehr ist es dieses nicht-wissen-was-kommt. Wird's voll? Wie sind die Leute so drauf? Bin ich in der Lage, mein Mindestmaß an Freundlichkeit aufrecht zu erhalten, auch wenn mich die "Gäste" (ja, es fällt mir schwer, sie so zu nennen, die rotztütendichten Abiturienten oder Studenten) von allen Seiten gleichzeitig über den Tresen hinweg nach Bier anbrüllen? Das Verharren in Geduld und Höflichkeit stellt nämlich den weit größeren Kraftakt dar. Ich gebe zu, mir fällt es schwer, angesichts eines "*Pfiff*-ey Mädel, 3 Bier!" die Contenance zu bewahren und ein "Ja bitte? Kommt sofort.." á la "Kurt Krömer erlebt bayrische Gastfreundlichkeit" über den Schanktisch zurück zu flöten. Natürlich gibt es auch durchaus angenehme Begegnungen, absurde Geschichten (die gern im Tresentagebuch verewigt werden) und diverse Anlässe für Lachanfälle... aber daran denke ich jetzt, eine Stunde und fünfundvierzig Minuten vor Schichtantritt nicht.

Und jetzt? Ins Bad, umziehen, anhübschen und weg...


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