Meeresbezwinger
Ich treibe im Meer des Lebens,
Umspült von Wellen der Illusion
Auf Hilfe zu warten, scheint mir vergebens
Hier draußen, wer sucht mich da schon?
*
Viel zu lange treibe ich nun hier
Hab fast vergessen mich zu fragen „Warum?“
Hier zählen keine Werte mehr
Und ringsumher ist alles stumm
*
Selbst die Wellen höre ich nicht
Viel zu abstrakt war je für mich ihr Ton
Und überall ist Helligkeit, aber kein Licht
Wozu auch, denn was sieht man hier schon
*
Und immer öfter gehe ich unter
Und über Wasserhalten fällt mir schwer
Mein Blick, er ist schwarz-weiß, war früher bunter
Er sah so vieles und heute ist er leer
*
Und ich denke „Warum noch schwimmen, wozu noch leben,
Es gibt doch keine Rettung mehr.“
Und ich bin versucht schon aufzugeben
Da schau ich noch einmal übers Meer
*
Und was ist das? – ein Mast, ein Kiel
Ist das ein Schiff, ein Boot?
Mit unbekanntem Ziel
Kommt es zu mir in meiner Not?
*
Jetzt, grade jetzt, als Aufgeben für mich die Rettung war
Wo ich beschlossen hatte, es ist vorbei
In dem Moment, da ist es da
Ein Boot, ein Mensch – das heißt wir sind schon zwei
*
Ich hinterfrage immer wieder meinen Verstand
Ist es wahr, das, was mir mein Blick da zeigt
Es muss wahr sein, denn eine Hand
Ist deutlich zu erkennen und ein Mensch, sich zu mir neigt
*
Es ist die Chance auf Rettung, sicher, ja
Und dennoch zögere ich
Was ist der Sinn, warum ist er da
Was meint er wirklich, meint er mich?
*
Und während ich noch überlege
Wirft er den Anker und bleibt da
Ist das die Aussicht auf neue Wege?
In seinem Blick liegt eine Antwort – JA
*
Oh gib mir Kraft und gib mir Halt
Gib meinem Leben neues Leben
Gib meiner Seele neue Gestalt
Und einen Sinn, für neues Streben
*
Und ich entscheide mich, das Wagnis einzugehen
Und greife nach der Hand
Und hab die Hoffung, es wird weitergehen
Er bringt mich vielleicht an sichres Land
*
Welches dies ist, das werde ich dann sehen
Das ist derzeit zur Unrelevanz verschoben
Aber es gibt ein sichres Ufer, das werde ich begehen
Und ich geh nicht mehr unter – nein, ich stehe oben
*
Und ich trete die Reise an
Mit diesem Unbekannten
Weiß nichts von ihm – weiß was ich kann
Doch mir Vertrauen und Ehrlichkeit, einen kleinen Teil der Ängste bannten
*
Und ich merke plötzlich, das Boot ist grün
Ich seh die Farbe, höre den Wind
Und mir ist klar, ich muss mich bemüh’n
Ein neuer Weg für mich beginnt
*
Ich treibe im Meer des Lebens? – Nein!
Ich segle aufrecht und ganz klar
Spielen Illusionen auch mit rein
Ich möchte leben, ganz sicher – JA!
