Bildungs- & Sozialabbau stoppen!

30.06.2005 um 18:16 Uhr

Aktion Senatssitzung am Freitag

von: Benni

Senatssitzung am Freitag

Am Freitag den 1. Juli ist in Essen eine Senatssitzung, bei der die studentischen Vertreter eine Resolution gegen Studiengebühren einbrachten.
In der Resolution sollte sich der Senat gegen Studiengebühren aussprechen, im speziellen gegen die von CDU/FDP eingebrachte Variante, der direkten universitären Selbstbestimmung über die Studiengebührenerhebung.
Was er auch tat!
Also der nächste Schritt im Kampf gegen Studiengebühren ist getan, wir sind nicht allein ein paar Studenten, sondern wir werden immer mehr und wir erreichen immer mehr gesellschaftliche Gruppen.

Strengt euch an um die Studiengebühren zu verhindern!

Manche behaupten sogar es wäre der Job der Studenten für die soziale Gerechtigkeit in unserem Systen zu kämpfen.


Die Seite wird weiter aktualisiert, also immer schön reinschauen und weitergeben!

30.06.2005 um 18:03 Uhr

Tagebuch der Besetzung

von: Benni

Chronik der Besetzung

Donnerstag 23. Juni:

Um 15 Uhr haben wir mit 25 Leuten, zeitgleich mit der Abschlusskundgebung der Demo in Essen, das Rektorat gestürmt. Jeweils 10 Leute besetzten die Räume der 1. und 2. Etage, während der Rest durchs Haus ging, Transparente aufhing und die Mitarbeiter der übrigen Etagen, insbesondere die Sekräterin des Rektors, darüber informierten, dass das Rektorat nun besetzt ist.

Die Mitarbeiter, die zum größten Teil ihre persönliche Solidarität mit unseren Protesten bekundeten, konnten unter Begleitung studentischer Gitarren- und Trommelmusik bis zum Dienstschluss weiterarbeiten.
Das Prüfungsamt wurde jedoch ausdrücklich von der Besetzung ausgenommen und der Zugang für alle gewährt.


Als die letzten Mitarbeiter das Gebäude verließen wurde dafür gesorgt, dass von nun an unerwünschten Besuchern der Zugang zu den Räumlichkeiten des Rektorats und der Verwaltung ab der 1. Etage verwehrt bleibt. Um 19 Uhr begann dann das Soli-Grillen auf der Wiese vor dem Rektorat bei dem sich mehr als 100 Menschen zusammenfanden und die Rektoratsbesetzung bei gutem Wetter und guter Stimmung bis zum Sonnenaufgang feierten.


Freitag 24. Juni:

Um halb sieben erschienen die ersten Mitarbeiter, die entweder noch nichts von der Besetzung erfahren hatten oder nicht an unsere Konsequenz geglaubt haben, und versuchten das Rektorat zu betreten.

Nachdem Jeder ein bisschen geschmunzelt hatte versuchten einige Mitarbeiter die Dringlichkeit ihrer Arbeit darzulegen und so zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen, was jedoch mit einem Ausruf der Besetzer vom Balkon verweigert wurde.

Um 8:40 verkündete Zechlin dienstfrei für die Mitarbeiter des Gebäudes, was dann leider dazu führte, dass auch die meisten Mitarbeiter des Prüfungsamtes ihren Arbeitsplatz verließen, obwohl wir beabsichtigt hatten den Betrieb dort weiterlaufen zu lassen.

Wir haben später in Kleingruppen Flyer verteilt, Transparente gemalt, die Studenten in einigen Vorlesungen informiert und Presseberichte geschrieben.

Im Laufe des Tages wurden Essenspenden und Solidaritätsbekundungen von weiteren Studenten abgegeben. Die SV des Hamborner Clauberg-Gymnasium, sowie die Universität und die PH Freiburg bekundeten ebenfalls ihre Solidarität mit den Besetzern.

Als das Campusfest anfing fand oben auf der Dachterasse ein alternatives Konzert mit Saxophon, E-Gitarre und Percussion statt, das viele Menschen mit hervorragender und lauter Musik anlockte.

Samstag25. Juni:

Nach dem Aufstehen fand um 12 Uhr ein Plenum  statt in dem wir über die Situation im Moment gesprochen haben.  Wir waren uns soweit einig das wir nicht freiwillig gehen werden wenn wir nicht ganz enorm zusammenschrupfen.

Zechlin hat sich auf der Seite der Uni-Duisburg-Essen zu unserer Aktion geäußert und noch mal klar für die Einführung von Studiengebühren an unserer Uni Stellung  genommen. 
Er möchte Studiengebühren ohne soziale Selektion einführten, rhetorisch recht nett verpackt übersieht er bei seiner Forderung aber das Studiengebühren soziale Selektion erzeugen.
Er möchte uns und scheinbar sich selbst außerdem glauben machen, dass die Gebühren dazu da sind den Uni-Etat zu erhöhen, und hat sich scheinbar umgeschaut, denn sonst hätte er ja gesehen wie es in den anderen Ländern in denen Studiengebühren eingeführt wurden gelaufen ist. Australien hat mit umgerecht ca. 500€  die Studiengebühren eingeführt und mittlerweile zahlen Studierende in Australien ca 6000€ pro Semester. Die Reichen die es sich leisten können die Gebühren im voraus zu bezahlen , bekommen sogar ein drittel erlassen und müssen natürlich keine Zinsen bezahlen.
Außerdem wurde der Globalunihaushalt, also das  Geld das der Bund für die Unis zu Verfügung  stellt mit Einführung  der Langzeitstudiengebühren um 5% gekürzt.

Um 18:00 wurde dann das Fußballspiel übertragen, und auf dem Dach gegrillt. Es waren wieder ne Menge Leute da und auch wieder viele neue Gesichter.

Sonntag 26. Juni

Das Thema das den Morgen bestimmte war der Auftritt der Band "Rantanplan"  aus Hamburg die sich für 13 Uhr angekündigt hatten auf dem Das des Rektorats zu spielen. Die Band "Happy Weekend" aus Duisburg, die danacht aufgetreten ist stellte das fehlened Equipment zu  Verfügung. Für Essen und trinken wurde natürlich auch gesorgt, und zwar so das alle vom Veganer bis zum Bratwurstliebhaber nicht mit leeren Bäuchen gegen Studiengebühren protestieren muss.

Nach den beiden Konzerten fand ein Plenum statt in der über unsere Grundsätze, nämlich  freie Bildung für alle, debattiert wurde und die verstärkt gewünschte Komponente von kulturellen Veranstaltungen im besetzten Rektorat geplant wurde. Außerdem sprachen wir über das für Montag geplante Gespräch mit Rektor Zechlin und ein Kommitee für die Auseinandersetzung bestimmt, zu der auch Studierende aus Essen kommen  sollten.

Danach ging das kulturelle Programm weiter mit zwei punkigen Bands - VIOLET aus Kempen und DIE THE ATOMAREN ÜBERMENSCHEN (Köln, Splittergruppe von Chefdenker/Ex-Knochenfabrik) - die noch 2 Stunden auf dem Dach spielten, bevor Die Band "Mister Miserabel" (Duisburg/Arnheim/Bonn) mit funkigem bis psychodelischem Pop die Menge auf der Wiese begeisterte.
Nachdem  auch sie ihr letztes Lied gespielt hatten, folgte ein gemütliches Sit-In auf der Wiese vorm Rektorat das von einer Menge Trommeln und toller Musik begleitet wurde.

Montag 27. Juni

Wie schon im anderen Artikel erwähnt stand am Montag morgen auf einmal der Rektor vor den verschlossenen Türen des Rektorats und forderte die Besetzer auf das Rektorat noch heute zu verlassen. Er verlieh seiner Aussage Nachdruck mit der Androhung das Gebäude Notfalls von der Polizei räumen zu lassen und Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Nötigung gegen die Besetzer zu erstatten.
Er ging auf den Vorschlag ein auf der Wiese vor dem Rektorat eine öffentliche Diskussion mit den Besetzern zum Thema Studiengebühren speziell in Duisburg zu führen.

Das Gespräch vor den 300-400 Zuhörern, bei dem auch Vertreter der Presse und des Radios anwesend waren, verlief sehr gesittet.
Der Rektor war hauptsächlich anwesend um zu bekunden, dass er die Entscheidungsgewalt nicht allein innehabe, und die Entscheidung über Studiengebühren durch die Rektorate auch strikt ablehne.
Er sprach sich aber leider in diesem Gespräch nur gegen den Vorschlag der Einführung von Studiengebühren durch die aktuelle CDU/FDP Regierung, und nicht gegen Studiengebühren im Allgemeinen aus.
Am Ende  sprach er von seiner Glaubwürdigkeit, die er nicht dadurch gefährden wolle, in dem er sich gegen die Einführung von Studiengebühren an der Duisburger Universität ausspricht .
Er riet uns zum Schluss noch, seine Glaubwürdigkeit auch im Bezug auf die  notfalls gewaltsame Räumung durch die Polizei besser nicht in Frage zu stellen und bis Dienstag 6:00 Uhr das Rektorat zu verlassen.

Im Plenum beschlossen wir das Gebäude nicht zu räumen.
Zu Gast bei diesem Plenum war der Duisburger Altoberbürgermeister Josef Krings der uns von seinen Erfahrungen im Arbeiterkampf in  Duisburg-Rheihausen erzählte und sich mit uns solidarisch im Kampf gegen Studiengebühren erklärte.
Nach einer interessanten Grundsatzdiskussion beschlossen die Besetzer einstimmig im Rektorat zu bleiben, auch falls die Polize erscheinen würde, da wir von Rektor Prof. Dr. Zechlin kein ausdrückliches Statement gegen Studiengebühren erhalten hatten und wir uns davon auch eine entsprechende Medienpräsenz erhofften.

Am mittlerweile angebrochenen Abend grillten wir noch mal in einer optimistischen erwartungsvollen Stimmung mit ca 90 Leuten vor dem Rektorat, wovon  letztenlich 45 Besetzer im Gebäude übernachteten.

Dienstag 28. Juni

Nach zwei Fehlalarmen in der Nacht die für den richtigen Adrenenalinspiegel gesorgt hatten standen wir dann alle gemeinsam um 5Uhr auf dem Dach und warteten voller Vorfreude auf den Rektor mit der Polizei im Schlepptau. Um 6 Uhr erschien der erste Kameramann und nach und nach folgten auch andere von Presse, Funk und Fernsehen.
Damit hatten weder wir so wirklich, und wohl kaum der Rektor selbst gerechnet, und so kam es das Prof. Dr. Zechlin nach einer Weile wieder abzog während wir unserer Forderung "Bildung für alle und zwar umsonst" lautstark Ausdruck verliehen. Wir sangen mit dem BesetzerInnen-Chor "Bella Ciao", "Deine Schuld" (Ärzte) und "Unser Haus" (Rio Reiser).
Die Polizei kam einfach nicht zu uns.
Wohl hatten wir nun aber von der polizeilichen Räumung in Essen gehört, die mit 13-16 Festnahmen endete.
Wir machten noch wirklich Radau und überlegten, dass langsam was passieren müsste damit die Presse nicht gleich den Schauplatz verlassen würde, als wir die WAZ   in die  Finger bekamen.
Dort konnte man lesen, dass Rektor Zechlin in einem Interwiew einen Satz von sich gegeben hatte, in dem er bekundete, dass er für ein Konzept zur Finzanzierung von Hochschulen ohne  Studiengebühren sei und das er die Aktion der Studiengebührengegener bis zum Montag Abend auch verstehen würde.
Im nun sofort stattfindenden Plenum beschlossen wir dann zu Deeskalation der Situation beizutragen und die Besetzung nun mit der Aussage des Rektors im Gepäck, sowie der öffentlichen Aufmerksamkeit und der Mobilisierung von Studierenden für den aktiven Widerstand gegen Studiengebühren und soziale Ungerechtigkeit, friedlich  mit einer entsprechenden Presseerklärung  zu beenden.
Die Anzeige hätte uns sicherlich nicht viel genützt im Kampf gegen die Studiengebühren.
So konnten wir nach der Pressenkonferenz die mindestens 18 Polizeiwannen (auch die harten aus Wuppertal), mit dem Gesang "Hätten wir euch heut' erwartet, hätten wir Kuchen gemacht, Kuchen gemacht! " empfangen und uns für die schönen Medienbilder bedanken.
Wir sind durch unseren Erfolg so motiviert wie nie  und werden jeden Tag mehr.

Wir sind davon überzeugt, dass wir es schaffen können.
Die Studiengebühren sind zu stoppen!!!!
Komm auch du dazu!!!

Der Kampf ist nicht zu Ende,
er hat gerade erst begonnen!

Es lebe der Summer of Resistance!



28.06.2005 um 15:18 Uhr

PM zur Räumung der Rektorate an den Hochschulstandorten Essen und Duisburg

von: Benni

Pressemitteilung des AK Studiengebühren zur polizeilichen Räumung an dem Standort Essen und der Freigabe des Rektorats an dem Standort Duisburg



Heute um 8:30 Uhr, wurde das Rektorat am Standort Essen, das zu  diesem Zeitpunkt von 16 protestierenden Studierenden besetzt war, von Polizisten geräumt. Der Standort Duisburg war zur selben Zeit noch von 60 StudentInnen besetzt. Die Studierenden hatten seit dem 23.06. das Rektorat besetzt, um von dem Rektor eine konkrete Stellungnahme gegen die Einführung von Studiengebühren zu  erhalten. Rektor Lothar Zechlin hatte sich seit der Wahl der neuen Landesregierung nicht zu den Studiengebührenplänen von CDU/FDP geäußert. Gestern antwortete er den Studierenden mit einem Papier, in dem er sich zwar für eine Stärkung der Finanzmittel der Hochschulen im Landeshaushalt ausspricht, zugleich aber die Einführung von Studiengebühren unter der Bedingung von entsprechenden Kreditsystemen nicht ablehnt.

Mit der Übergabe des Papiers setzte Zechlin den BesetzerInnen das Ultimatum, das Rektorat bis gestern, Montag, den 28.06., Abend zu räumen. Auf dem Plenum der Essener BesetzterInnen, auf dem das weitere Vorgehen diskutiert wurde, wurde beschlossen, die Besetzung bis zum Eintreffen der Polizei fortzusetzen – zugleich wurden zwischen den 40 Anwesenden beschlossen, nur eine kleine Gruppe dem Zugriff der Polizei auszusetzen. Alex Grossert, als Sprecher der Essener BesetzerInnen, sagte: „Auf die Räumungsaufforderung des Rektorats können wir nicht eingehen. Wir hatten den Rektor aufgefordert deutlich Stellung zu nehmen. Einerseits vertritt er nun die Meinung, dass die Hochschulfinanzierungskonzepte der CDU/FDP nicht tragfähig sind und Studierende aus bildungsfernen Schichten vom Studium abhalten, andererseits aber will er von Studiengebühren nicht weg. Wir vermuten, dass Herr Zechlin, sich nicht deutlich ausspricht, weil  er die Hochschule gegenüber der neuen Landesregierung nicht in eine strategisch schlechte Position bringen will. Im Sinne sach- und fachgerechter Überlegungen, wie man sie an Hochschulen erwarten  sollte, ist so was natürlich verlogen.“ Deshalb hatten die BesetzerInnen den Versuch unternommen, weitere Gespräche mit Lothar Zechlin zu vereinbaren, um die unterschiedlichen  Positionen auszuloten. Dazu war der Rektor aber, wie er weiter  verlauten ließ, nur unter der Bedingung bereit, dass die BesetzerInnen abziehen. Dies lehnten die BesetzerInnen ab, da es als bekannt gilt, dass der Rektor nur ungern und selten zu Gesprächen mit Studierenden bereitsteht. Insofern wollte man die Druckkulisse erhalten. „Anstatt sich weiter mit der größten Gruppe an der  Hochschule und den von Studiengebühren direkt betroffenen weiter auseinanderzusetzen“, formuliert Thomas Falk, Öffentlichkeitsreferent des AStAs, „hat der Rektor nun die Polizei gerufen, damit sie die ordnungspolitische Arbeit erledigt. Ein schlechtes Bild, von  jemandem, der die ganze Hochschule vertritt und eigentlich die  Aufgabe übernehmen sollte, die divergierenden Interessen aufzunehmen und einen Konsens herbeizuführen. Er erzeugt damit lediglich eine verschärfte Frontstellung und zeigt Führungsschwäche.“

Nach der Räumung durch die Zivilpolizei, deren Anweisungen die BesetzerInnen unverzüglich und friedlich Folge leisteten, begaben sich die Studierenden auf den Campus, um dort das weitere Vorgehen zu besprechen. „Wir werden“, so Alex Grossert, „unsere Proteste in anderer Form weiter fortsetzten. Ich bin gespannt, wann Lothar Zechlin zu weiteren Gesprächen bereitsteht.“ Auf dem heute in Essen stattfindenden „Dies Academicus“, werden die Studierenden auf jeden Fall versuchen, mit Dozenten und Gästen über ihre Situation ins Gespräch zu kommen.

An dem Standort Duisburg wurde die Besetzung aufrecht erhalten und das Rektorat um 12.00 Uhr friedlich geräumt. Dieser friedlichen Räumung liegt einerseits der Deeskalationswunsch der Besetzer zugrunde und weiterhin eine Stellungnahme des Rektors in der WAZ, in welcher er sich für ein öffentlich finanziertes Studium ohne Studiengebühren aussprach. Diese Stellungnahme war den Essener Besetzern um 8.30 Uhr noch nicht bekannt. Die Deeskalation wurde von seiten der Besetzer herbei geführt, Herr Prof. Lothar Zechlin hatte, trotz einer klaren Ansage der Studierenden um 12.00 Uhr das Gebäude zu räumen, die Polizei anrücken lassen. Weiterhin hatte Rektor Zechlin gegenüber der Polizei behauptet, dass sich nicht nur StudentInnen, sondern auch „Fremde (sprich Autonome)“ unter den BesetzerInnen seien, was definitiv nicht der Fall war und deshalb eine unangemessen große Anzahl von Räumungskommandos wie auch der Staatsschutz vorahren ließ.

Dazu Sven Rheinfeld: „Diese Sache hätte durch diesen Fehler leicht eskalieren können. Anstatt sich auch hier mit uns zu unterhalten, zeigte der Rektor eine unnötige Haltung und nahm damit eine Eskalation bereitwillig in Kauf.“ Direkt im Anschluss an die Freigabe des Rektorats wurde eine Pressekonferenz abgehalten, auf der sich die BesetzerInnen der Öffentlichkeit erklärten und ihre Solidarität mit den Essener BesatzerInnen aussprachen. Der AK-Studiengebühren und solidarisierende StudentInnen kündigten weiteren Protest und vielfältigen Widerstand an, sollte Prof. Dr. Rektor Zechlin seiner Aussage in der WAZ keine Taten folgen lassen.

27.06.2005 um 13:38 Uhr

Gespräch mit dem RektorZechlin, Prorektor Rues und dem Senatsvorsitzenden Breyvogel

von: Benni

Heute morgen um 8:30 Uhr stand auf einmal Rektor Zechlin vor der verschlossenen Tür des Rektorats und forderte den Diskurs mit uns doch selbst ein, woraufhin wir  eine Diskussion mit ihm und den 6 Vertretern der Protestbesetzung auf der Wiese vor dem Rektorat und in dem Beisein der anderen Studenten vereinbarten.
Er machte unmissverständlich klar das er das Rektorat morgen früh räumen werde wenn sich die Studierenden nicht noch heute zurückziehen würden.
Um kurz nach 11 Uhr hatten sich dann ca. 300 Studenten eingefunden  die den Stellungnahmen der Besetzer und des Rektorats folgten.
Das Rektorat bestätigte seine Sympathie mit den Protesten gegen die Von CDU/FDP eingeführten Studiengebühren in ihrer jetzigen Form, sprach sich jedoch nicht wie von den studentischen Besetzern gefordert klar gegen die Einführung dieser Studiengebühren an der Duisburger Uni aus.
EINE POLIZEILICHE RÄUMUNG WIRD ES DANN ALSO MORGEN FRÜH GEBEN!!!!
DER WIDERSTAND WIRD FORTGESETZT.

26.06.2005 um 16:05 Uhr

Bilder und Video

von: Benni

Bilder und Videos unter folgendem Link:

http://bscw.uni-duisburg-essen.de/pub/bscw.cgi/0/1295876

25.06.2005 um 16:54 Uhr

Auf, Auf Verdammte dieser Erde!

von: Benni

Wir fordern vom Rektor eine Entscheidung gegen Studiengebühren, weil sie einfach nicht sozial gerecht sind.


Warum sollen die Menschen, die eventuell eines Tages mal mehr Geld verdienen, sich verschulden um die Bildung Aller  zu bezahlen, und nicht die Menschen die heute schon ein hohes Einkommen haben und durch Steuertricks oft kaum Steuern zahlen.

Steckt den Kopf nicht in den Sand, kommt ins Rektorat!

Also liebe Leute packt den Schlafsack, Iso-Matte, Zahnbürste, Musikinstrumente ein und kommt mit guter Laune ins Rektorat und beteiligt euch an unseren Protesten.
Wir können es schaffen, denn jede Uni muss selbst die Entscheidung für oder gegen Studiengebühren treffen. Die FH Dortmund hat sich schon gegen Studiengegühren ausgesprochen.

Der Schalter steht noch auf Studiengebühren, doch wir legen den Hebel jetzt um und dafür brauchen wir euch alle.
Je länger der Hebel desto größer die Kraft.

Wir sind motiviert, engagiert, organisiert und sehr überrascht über den bisherigen Verlauf und die positiven Reaktion bei Studenten und Mitarbeitern.
Wir müssen nur wie bisher stetig wachsen und uns nicht einschüchtern oder einwickeln lassen.


Hoch die universale Solidarität!!!!!

25.06.2005 um 15:55 Uhr

Termine

von: Benni

Neue Termine

25. Juni: Soli-Grillen mit Fussballübertragung

Um 18 Uhr findet auf der Wiese zwischen Rektorat und Asta Keller wieder ein Soligrillen mit Großleinwand statt.
Für Bier, Würstchen, Kartoffeln und Brot ist soweit gesorgt (wahrscheinlich auch ein paar Tofuwürstchen). Wenn's nicht regnet gibt's nach dem Fußball noch Openair-Kino.

26. Juni: Bei gutem Wetter „Rantanplan“-Konzert auf dem Dach des Rektorats

Zwischen 12 und 14 Uhr machen die Hamburger auf ihrem Heimweg einen solidarischen Zwischenstop in Duisburg und spielen bei gutem Wetter eine Stunde auf unserer tollen Partyterrasse (Rektoratsdach Gebäude LG).

23.06.2005 um 18:48 Uhr

Rektorate in Duisburg und Essen besetzt!!!

von: Benni

Wir haben einen E-mail-Verteiler, tragt euch im Gästebuch mit eurer E-Mail-Adresse ein und wir werden euch in diesen übernehmen.
Natürlich kann das Gästebuch auch für Kommentare, Kritik u.a. genutzt werden.



Pressemitteilung des Arbeitskreises gegen Studiengebühren an der Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg


Besetzung des Universitätsrektorats in Duisburg und Essen.


Studierende der Hochschule besetzten heute mittag, parallel zur
Landesweiten Demonstration gegen Studiengebühren in Essen, um ca. 15 Uhr friedlich die Rektorate an den Campi Duisburg und Essen.
Der Protest richtet sich gegen die geplante Einführung von Studiengebühren an der Universität Duisburg-Essen.
Das Ziel der Besetzung ist die Aussprache des Rektorats gegen die
Einführung von Studiengebühren, wie es bereits an der FH Dortmund geschehen ist.


Dazu AK-Sprecher Sven Rheinfeld: “Das Recht auf Bildung steht jedem
Menschen zu, unabhängig von seiner/ihrer finanziellen Lage.
Da Rektor Prof. Dr. Zechlin sich nicht gegen Studiengebühren ausgesprochen hat, ist dieser Schritt leider notwenig geworden. Wir Studierende werden um unser Recht auf kostenlose Bildung kämpfen“.



Die Studierenden kündigten weiteren vielfältigen Widerstand an.




Forderungskatalog:


Die an den Rektor Prof. Dr. Lothar Zechlin überreichten Forderungen der
Studierenden lauten:


1. Wir fordern ein gebührenfreies Studium


Bildung ist ein öffentliches Gut, welches auch weiterhin öffentlich
finanziert werden muss.
Der Staat kann und darf sich nicht aus seiner
Verantwortung stehlen und die universitäre Bildung den
Wettbewerbsmechanismen ausliefern. Genau dieses versucht aber die
Regierung, indem sie der Hochschule das Recht auf Erhebung von
Studiumgebühren einräumt.
Dies hat den Effekt, dass die gesamte finanzielle Last langfristig auf den Einzelnen projeziert wird, obwohl die gesamte Gesellschaft vom erlangten Wissen profitiert. Außerdem stellt die Bildung die Grundvoraussetzung für einen kritischen und verantwortungsvollen Dialog dar, welcher erst einen demokratischen Staat ermöglicht.



2. Wir fordern Chancengleichheit in allen Bildungsbereichen

Wir lehnen es ab, Menschen auf Grund mangelnder finanzieller
Leistungsfähigkeit vom Studium auszuschließen, da diese ein Studium (von Wissen) gegen den Preis einer zukünftigen Verschuldung aufnehmen müssen.
Wirkliche Chancengleichheit ist somit nicht mehr gegeben.

Schon heute liegt der Anteil der Studierenden aus sozial schwachen
Schichten lediglich bei ca. 12 % (Quelle: Deutsches Studentenwerk/Bildungsminiterium-17. Sozialerhebung), d.h. dass soziale
Selektion schon heute stattfindet. Den Entschluss seinen geistigen Horizont zu erweitern muss von jeder/jedem unabhängig seiner/ihrer finanziellen Grundlagen getroffen werden können. Dies wird aber durch die Einführung von Studiengebühren massiv behindert.



3. Wir fordern eine nachhaltige Bildungspolitik

Laut OECD gibt es in Deutschland zu wenig Akademiker. Hinsichtlich der
demographischen Entwicklung (Rückgang der Geburtenrate), ist die derzeitige Bildungspolitik der Landesregierung verheerend und steht im Widerspruch zur Forderung nach mehr und besser ausgebildeten Akademikern.
Wir können es uns nicht länger leisten, Kinder aus einkommensschwachen und bildungsfernen Schichten von den Hochschulen auszuschließen, die von den Studiengebühren vom Studium abgeschreckt werden.
Die Bundesrepublik Deutschland, eines der wirtschaftsstärksten Länder der Welt, investiert seit 1993 stetig weniger in den Bildungssektor, obwohl das Bruttoinlandsprodukt in dieser Zeit immer weiter gestiegen ist. Jetzt
belegt die BRD mit ihren Ausgaben für Bildung im internationalen Vergleich der Industriestaaten einen der hinteren Plätze.
Außerdem ist zu beachten, dass die Privathaushalte schon jetzt enormen
Beitrag zur Studienfinanzierung leisten.
Zur langfristigen Verbesserung der Lehre ist ein besserer Kontakt zwischen den Lehrenden und den Studierenden nötig, der nur im Rahmen eines günstigeren Betreuungsverhältnisses gewährleistet werden kann.


Außerdem fordern wir Prof. Dr. Lothar Zechlin - als Rektor der Universität Duisburg-Essen - dazu auf, sich eindeutig gegen Studiengebühren auszusprechen
.

Wir solidarisieren uns mit allen Gruppen die sich gegen soziale
Benachteiligung wehren und rufen alle KommilitonInnen der Universität
Duisburg-Essen dazu auf, sich den bundesweiten Protesten anzuschliessen.
Bildung und soziale Gerechtigkeit sind die wichtigsten Fundamente unserer zivilisierten Gesellschaft und dürfen nicht weiter aufgebrochen werden.