Bildungs- & Sozialabbau stoppen!

19.05.2006 um 13:30 Uhr

Aussprache des AK mit dem Senat zur Besetzung

von: Benni

Der Arbeitskreis gegen Studiengebühren und einige weitere interessierte Studierende besuchten die heutige Senatssitzung, um dem Senat folgende Erklärung einzureichen:

Dialog statt Konfrontation – Konfrontation statt Dialog

Der Aktionskreis gegen Studiengebühren der Universität Duisburg-Essen fordert den Senat auf, im Zuge seiner Überwachungspflicht über das Rektorat, eine Aussprache über die Besetzung des Rektorates der Universität Duisburg-Essen durchzuführen.

Ferner fordert der Aktionskreis gegen Studiengebühren den Senat der Universität Duisburg-Essen über Konsequenzen für die Mitglieder des Rektorates, insbesondere Rektor Zechlin und Kanzler Ambrosy, zu entscheiden.


Begründung:

Ungefähr 300 Studierende der Universität Duisburg-Essen haben am Donnerstag, den 11. Mai 2006 um 14:00 Uhr das Rektorat am Campus Duisburg besetzt.

Dies geschah nicht aus blindem Aktionismus, sondern vor dem Hintergrund, dass sich die Studierenden der Universität Duisburg-Essen als größte Gruppe der Hochschule sich nicht durch das Rektorat, insbesondere durch Rektor Zechlin, vertreten fühlen.

Sie sind weiterhin der Meinung, dass das Rektorat, insbesondere Rektor Zechlin, nicht im Interesse der Studierenden handelt.

Entgegen der Darstellung des Rektorates und einem Großteil der Presse richtete sich diese Aktion nicht gegen den Senat. Es war nicht Ziel dieser Aktion die Einführung von Studiengebühren jenseits einer sachlichen Diskussion zu verhindern.

Die Besetzer des Rektorates hatten konkrete Forderungen, die jedem Mitarbeiter im Rektoratsgebäude, sowie Herrn Ambrosy übergeben wurden.

Die BesetzerInnen des Rektorats der Universität Duisburg-Essen stellten folgende Forderungen an das Rektorat:

1.Rücknahme des Antrags des Rektorats zur Einführung von Studiengebühren an der Universität Duisburg-Essen
2.Das Rektorat empfiehlt vorlesungsfrei für alle Studierenden während der Demo am
16.05.2006, so dass diese in ihren Veranstaltungen als entschuldigt gelten.
3.Das Rektorat informiert alle Einheiten der Universität Duisburg-Essen, dass das
Rektorat einem Betriebsausflug am 16.05.2006 nach Düsseldorf nicht ablehnend gegenübersteht.
4.Das Rektorat teilt seinen Nachgeordneten mit, dass an diesem Tag Überstunden
abgebaut oder angehäuft werden können.
5.Das Rektorat verständigt sich mit dem Kanzler der Universität Duisburg-Essen, dass
auch er den Verwaltungsangestellten der Universität Duisburg-Essen die Option des Überstundenabbaus/der Überstundenanhäufung nahelegt und kein Vorgesetzter an diesem Tag dies unterbinden kann.
6.Das Rektorat fordert die Lehrenden dazu auf, einen Tag vor der Demo die
Studierenden dazu aufzufordern, mit ihnen gemeinsam nach Düsseldorf zu kommen.
7.Das Rektorat gestattet die Versendung einer Mail an alle mit einer ...@uni-due.de, ...
@uniduisburg. de, ...@uni-essen.de, Adresse, in der über die Demonstration am 16.05.2006 informiert wird.
8.Das Rektorat bewirbt die Demonstration auf der Startseite der Homepage der
Universität Duisburg-Essen.
9.Das Rektorat teilt seine Maßnahmen anderen Rektoraten in NRW mit, damit diese das gleiche tun.

Acht dieser neun Forderungen wären für das Rektorat problemlos zu erfüllen gewesen. Andere Rektorate haben vorgemacht, dass sich diese Forderungen positiv nach Aussen bringen lassen und die Universität als eine unabhängige Institution dastehen lassen, die auch kritischen politischen Stimmen gegenüber offen ist. Aber das Rektorat lehnte jede Verhandlung ab.

Rektor Zechlin hielt es nicht einmal für nötig persönlich an das Rektoratsgebäude zu kommen.
Den Rektoren der zeitgleich besetzten Rektorate Paderborn und Siegen war dies durchaus möglich.

Statt sich persönlich ein Bild zu machen und zuerst zu klären, warum das Rektorat überhaupt besetzt wurde, wurden die Besetzer sofort von ihm kriminalisiert.
Zitat von der Homapage der Universität Duisburg-Essen:

„Kurz nach Beginn der Besetzungsaktion wurde die Polizei informiert und
um Räumung des Gebäudes gebeten.“

Warum diese Presseerklärung nicht mehr auf der Homepage zu finden ist, sei mal dahingestellt.

Kanzler Ambrosy wurde nicht mit dem Recht ausgestattet Verhandlungen zu führen. Wohl aber offensichtlich mit dem Recht friedlich protestierende Studierende wie
Schwerverbrecher abführen zu lassen.

Das Verhalten zeigt eindeutig, dass unser Rektorat auch kein Interesse daran hat Studiengebühren landesweit zu verhindern. Dieses Rektorat repräsentiert nicht unsere Universität sondern, sondern setzt die Politik der Landesregierung widerspruchslos um!

47 unnötige Anzeigen wegen Hausfriedensbruch zeigen dies deutlich.

Ein Rektorat, das so mit dem friedlichen Protest von Studierenden umgeht, ist an der Universität Duisburg-Essen untragbar.

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