Bildungs- & Sozialabbau stoppen!

03.06.2006 um 12:25 Uhr

Senatssitzung gesprengt – Rektorat hat Angst vor friedlichen Studierenden

von: Benni

02.06., Campus Essen. Die Senatssitzung begann um 09.00 Uhr im Senatssaal (T01, S05) und dauerte keine 10 Minuten. Anfänglich sah es sehr knapp aus, als nur 30 Duisburg-Essener, Bochumer und Münsteraner in den Raum vorrückten, doch dann kam die 100 Studierende starke Nachhut. So wurde mit Luftballons, Trillerpfeifen, Trommeln und Sprechchören die Senatssitzung verhindert und damit die Beratung über einen Gebührensatzung. Ein Mitglied des Senats war enttäuscht, dass nur so wenige Studierende gekommen waren, um zu protestieren.

Um 09.30 Uhr bildete sich aus der Gruppe ein spontaner Streifzug durch die Seminare. Die Studierenden des Campus Essen verließen teilweise ihre Seminare und schlossen sich ihren KommilitonInnen an. Die Spontandemo gegen Bildungs- und Sozialabbau ging vom Campus aus durch die Innenstadt bis hin zur CDU-Parteizentrale, welche dann spontan besucht wurde. Die Polizei war bis dato verhältnismäßig zurückhaltend und rückte mit nur vier Streifenwagen an. Dennoch nahmen sie die Personalien des vermeintlichen Rädelsführers auf. Die Zentrale wurde wieder geräumt und als sich die Demonstration gerade Richtung Deutsche Bank bewegte, ereilte sie ein Anruf des AK-Observation, dass sich der Senat im Rektorat einfinden würde.

In der Zwischenzeit war der AK-Observation sehr erfolgreich. Stundenlang verfolgten sie den Senatsvorsitzenden Breyvogel. Wo er gerade hielt, spielten sie Hacky-Sack und scherzten rum, verloren ihn aber nie aus den Augen. Bis er im Rektoratsraum, zusammen mit Rektorats- und Senatsmitgliedern, verschwand und abschloss.

Ungefähr 50 Studierende warteten nun vor diesem Büro, weitere unten vor dem Gebäude. Alle verhielten sich ruhig, friedlich und gesittet. Als plötzlich der Feueralarm ausgelöst wurde, waren alle ziemlich perplex und verließen das Gebäude, ebenso die Verwaltungsangestellten und die hundert Studierenden aus der angrenzenden Mensa. Die einzigen, welche das Gebäude nicht verließen, waren die Rektoratsmitglieder. Die Feuerwehr rückte an und bemerkte verärgert den Fehlalarm. Sie wurde darauf hingewiesen, dass kein Studierender den Feueralarm hätte auslösen können, da sich die Auslöser in den versperrten und nur mit Mitarbeiterausweis zugänglichen Räumen und Gängen befanden. So auch im Rektoratsraum. Wenig später rückte die Polizei an und dürfte spätestens dann vom Rektorat informiert worden sein, dass dieses für den Fehlalarm verantwortlich war. Aus Angst vor den friedlichen Studierenden löste der feige Rektor Lothar Zechlin den Feueralarm aus.

Ein ereignisreicher Tag, dem sich um 16.00 Uhr das "1.Vernetzungstreffen der Studierenden gegen Studiengebühren in NRW" anschloss, auf dem das weitere landesweite und gemeinsame Vorgehen koordiniert wurde.


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