Weblog gehört: Benni
Aktualisiert am: 07.10.2006 um 17:22 Uhr
Weblog online seit: 23.06.2005
Kategorie: Politik
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Beschreibung:
Pressemitteilung des Arbeitskreises gegen Studiengebühren an der Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg Besetzung des Universitätsrektorats in Duisburg und Essen. Studierende der Hochschule besetzten heute mittag, parallel zur Landesweiten Demonstration gegen Studiengebühren in Essen, um ca. 15 Uhr friedlich die Rektorate an den Campi Duisburg und Essen. Der Protest richtet sich gegen die geplante Einführung von Studiengebühren an der Universität Duisburg-Essen. Das Ziel der Besetzung ist die Aussprache des Rektorats gegen die Einführung von Studiengebühren, wie es bereits an der FH Dortmund geschehen ist. Dazu AK-Sprecher Sven Rheinfeld: “Das Recht auf Bildung steht jedem Menschen zu, unabhängig von seiner/ihrer finanziellen Lage. Da Rektor Prof. Dr. Zechlin sich nicht gegen Studiengebühren ausgesprochen hat, ist dieser Schritt leider notwenig geworden. Wir Studierende werden um unser Recht auf kostenlose Bildung kämpfen“. Die Studierenden kündigten weiteren vielfältigen Widerstand an. Heute ist ab 19 Uhr Grillen auf der Wiese zwischen LF und Rektorat. Dort wird Bier und Grillwürste für den Soli-Preis von 1 Euro verkauft. Leider haben wir nicht soviel Bier geordert, dass es nett wäre, wenn sich jeder nochmal selber was mitbringen würde. Forderungskatalog: Die an den Rektor Prof. Dr. Lothar Zechlin überreichten Forderungen der Studierenden lauten: 1. Wir fordern ein gebührenfreies Studium Bildung ist ein öffentliches Gut, welches auch weiterhin öffentlich finanziert werden muss. Der Staat kann und darf sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen und die universitäre Bildung den Wettbewerbsmechanismen ausliefern. Genau dieses versucht aber die Regierung, indem sie der Hochschule das Recht auf Erhebung von Studiumgebühren einräumt. Dies hat den Effekt, dass die gesamte finanzielle Last langfristig auf den Einzelnen projeziert wird, obwohl die gesamte Gesellschaft vom erlangten Wissen profitiert. Außerdem stellt die Bildung die Grundvoraussetzung für einen kritischen und verantwortungsvollen Dialog dar, welcher erst einen demokratischen Staat ermöglicht. 2. Wir fordern Chancengleichheit in allen Bildungsbereichen Wir lehnen es ab, Menschen auf Grund mangelnder finanzieller Leistungsfähigkeit vom Studium auszuschließen, da diese ein Studium (von Wissen) gegen den Preis einer zukünftigen Verschuldung aufnehmen müssen. Wirkliche Chancengleichheit ist somit nicht mehr gegeben. Schon heute liegt der Anteil der Studierenden aus sozial schwachen Schichten lediglich bei ca. 12 % (Quelle: Deutsches Studentenwerk/Bildungsminiterium-17. Sozialerhebung), d.h. dass soziale Selektion schon heute stattfindet. Den Entschluss seinen geistigen Horizont zu erweitern muss von jeder/jedem unabhängig seiner/ihrer finanziellen Grundlagen getroffen werden können. Dies wird aber durch die Einführung von Studiengebühren massiv behindert.. 3. Wir fordern eine nachhaltige Bildungspolitik Laut OECD gibt es in Deutschland zu wenig Akademiker. Hinsichtlich der demographischen Entwicklung (Rückgang der Geburtenrate), ist die derzeitige Bildungspolitik der Landesregierung verheerend und steht im Widerspruch zur Forderung nach mehr und besser ausgebildeten Akademikern. Wir können es uns nicht länger leisten, Kinder aus einkommensschwachen und bildungsfernen Schichten von den Hochschulen auszuschließen, die von den Studiengebühren vom Studium abgeschreckt werden. Die Bundesrepublik Deutschland, eines der wirtschaftsstärksten Länder der Welt, investiert seit 1993 stetig weniger in den Bildungssektor, obwohl das Bruttoinlandsprodukt in dieser Zeit immer weiter gestiegen ist. Jetzt belegt die BRD mit ihren Ausgaben für Bildung im internationalen Vergleich der Industriestaaten einen der hinteren Plätze. Außerdem ist zu beachten, dass die Privathaushalte schon jetzt enormen Beitrag zur Studienfinanzierung leisten. Zur langfristigen Verbesserung der Lehre ist ein besserer Kontakt zwischen den Lehrenden und den Studierenden nötig, der nur im Rahmen eines günstigeren Betreuungsverhältnisses gewährleistet werden kann. Außerdem fordern wir Prof. Dr. Lothar Zechlin - als Rektor der Universität Duisburg-Essen - dazu auf, sich eindeutig gegen Studiengebühren auszusprechen. Wir solidarisieren uns mit allen Gruppen die sich gegen soziale Benachteiligung wehren und rufen alle KommilitonInnen der Universität Duisburg-Essen dazu auf, sich den bundesweiten Protesten anzuschliessen. Bildung und soziale Gerechtigkeit sind die wichtigsten Fundamente unserer zivilisierten Gesellschaft und dürfen nicht weiter aufgebrochen werden.
