My own Way

07.02.2018 um 01:28 Uhr

knowledge

von: Lamia   Kategorie: Thoughts

Stimmung: -
Musik: Witchhouse

Erkenntnisse. Dieses Wort beschreibt den heutigen Tag ziemlich gut. Der Kopf raßt und die Stimmen sind ein Bienenstock auf Speed. M schläft. Ich kann nicht schlafen, zumindest jetzt noch nicht. Aber heute ist es nicht schlimm. Ich bin auf eine seltsame Art und Weise ruhig. Trotz dem Chaos was gerade in mir herrscht. Wenn er da ist, bin ich ruhiger. Sein atmen entspannt mich. Ich weiß das ich nicht alleine bin. Schon verrückt wie schnell er es doch geschafft hat. Hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht. Nach dieser Geschichte mit meiner Ex. Das es tatsächlich einen Menschen gibt, der es wieder schafft das ich mich öffne und vertraue.
Gerade bin ich mit mir, meinem Leben überfordert. Aber nicht unbedingt negativ. Das ist mir heute nach dem Telefonat mit meiner Ma klar geworden. Es fühlt sich manchmal zwar an wie Stillstand, aber das stimmt nicht. Es tut sich gerade sehr viel. Ich bin an einem Punkt mittlerweile angelangt wo vieles sich offenbart. Und er trägt sehr dazu bei. Das ich mich in meinen oft doch negativen Gedanken nicht verliere. Ich kann es gar nicht genau beschreiben.
Aber mir ist heute eine Sache sehr klar geworden.
Ich hoffe das ich ihn nicht verliere.
Ich will ihn beschützen. Manchmal glaube ich das er gar nicht weiß was für ein wundervoller Mensch er ist. Das so wie er ist. Ich will nicht sagen perfekt. Denn es gibt keine perfekten Menschen.
Ich weiß nicht wie ich es sagen soll. Es ist das erste Mal das mich Macken an meinem Partner nicht stören. Das er schwierigkeiten hat über seine Probleme zu reden. Nicht mal das stört mich. Und wenn ich ehrlich bin, ist das in der Regel etwas was mich sehr oft an Menschen stört. Nicht bei ihm.
Er hat mir heute erzählt was ihn gerade, besser gesagt schon seit längerem umtreibt. Ich weiß das ihm das alles andere als leicht gefallen ist. Und trotz dem hat er es getan. Er hat mir Vertrauen geschenkt.
Was ist das für ein Gefühl? Glück ist das falsche Wort. Es beschreibt es nicht mal im Ansatz.
Ich genieße die Zeit mit ihm wahnsinnig. Und doch ist es das erste Mal das es für mich völlig ok ist, dass wir uns nicht täglich sehen. Was nicht bedeutet das ich ihn nicht vermisse wenn er nicht bei mir ist.
Aber irgendetwas in mir hat sich geändert.
Eigentlich bin ich ein scheiße eifersüchtiger Mensch. Nicht das ich es bei ihm nicht wäre. Ich glaube jeder Frau die versucht ihn irgendwie an zu machen, versenk ich ohne mit der Wimper zu zucken im Erdboden.
Ich denke das es daran liegt, das er der Erste ist, wo ich keine übermäßige Angst habe, das er mich betrügt. Egal auf welche Art und Weise. Er hat mir gesagt das er treu ist. Und ich glaube ihm.
Was macht dieser Mann nur mit mir?
Als wir vorhin Sex hatten, war es so verdammt intensiv. Wenn ich ihm dabei in die Augen schaue, ist es wie versinken. Dann existiert nur er. Es war so intensiv das ich mich nur noch an ihm festgehalten habe. Jede einzelne Bewegung von ihm, jedes Atmen. Der Ausdruck in seinen Augen. Das er danach in mir bleibt, die Schwere und Hitze seines Körpers. Es sind unter anderem diese Augenblicke, die für mich Stunden andauern könnten.
Wenn wir uns küssen ist es wie eine einzige Explosion von so vielen Emotionen die losgeht.
Alles in mir schreit dann förmlich nach ihm. Schreit danach von ihm berührt zu werden. Denn jede einzelne Berührung ist wie Elektrizität.
Es ist Verlangen, Begierde, Vertrauen, Wehmut... so vieles für das mir gerade die Worte fehlen.
Mit meinem Kopf auf seiner Brust zu liegen, dem Herzschlag zu lauschen, das Heben und Senken zu spüren wenn er atmet. Ich kann dann los lassen. Alles um mich herum für eine Zeitlang vergessen.
Auch jetzt mit dem Wissen das er nur wenige Zentimeter neben mir liegt.
Und trotzdem ist es so als würde er ganz nah bei mir sein. Ist es wie eine unsichtbare Umarmung.
Diese ganzen Dinge ängstigen mich. Weil ich angst habe verletzt zu werden. Weil ich angst habe, das ich mehr empfinde als er. Weil es bis jetzt immer so war. Ich weiß das dies alles auch alte Ängste und Muster von mir sind.
Und ich weiß das die Angst immer mein Begleiter sein wird.
Weil ich gelernt habe das man Niemanden völlig vertrauen kann. Nicht mal sich selbst.
Weil ich nicht glauben kann das man mich lieben kann. Zumindest nicht so wie ich bin. Denn nicht mal ich kann mich lieben, warum sollte ich dann verlangen das es einen Menschen gibt der mich liebt?
Und trotz dieser ganzen Ängste und Zweifel will ich nicht davon rennen. Mich nicht verstecken oder verbiegen.
Trotz all dem glaube ich an die Aufrichtikeit seiner Gefühle.
Auch auf die Gefahr hin erneut verletzt und fast zerstört zu werden.
Ich verstehe immer noch nicht warum.
Was ist das in mir, was immer und immer wieder hoffen und vertrauen lässt? Ich bin so oft so unglaublich tief gefallen. So oft von Menschen die ich geliebt habe und teilweise immer noch liebe fast zerstört worden.
So unendlich oft war ich an dem Punkt einfach alles hin zu schmeißen. Den ´einfachen´Weg zu wählen. Und wie oft habe ich ihn nicht schon gewählt. Mich in mir verloren, verschwunden für so viele Jahre. Meinem Leben ein Ende gesetzt. Und doch hat es nie vollends funktioniert. Wenige Menschen wissen, das ich mehr als nur einmal tod war. Klinisch tod. Und doch bin ich jedes Mal wieder zurück gekommen.
Habe Menschen immer wieder mein Vertrauen geschenkt. Habe viele Menschen begleitet und getragen, die mich später wie Dreck haben liegen lassen.
Menschen denen ich mein Leben anvertraut habe. Denen ich mein Selbst geschenkt habe.
Vielleicht bin ich dumm und naiv. Das ich es immer wieder mache.
Aber das bin ich. Ich habe sehr lange gebraucht um zu verstehen, das vieles das mich ausmacht, was einige als Schwäche oder Dummheit ansehen, mit eines meiner größten Stärken sind.
Und jetzt sitze ich da. Denke über das eben geschriebene nach.
Denke darüber nach wie es weiter geht. Mit mir, meinem Leben.
Es ist das erste Mal das ich nicht völlig verzweifel. Das ich akzeptiere, zumindest zum Teil, was ich nicht ändern kann und vielleicht auch nicht will.

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