An Englishman in... oder das Leben mit einem Schaf!

17.01.2010 um 18:18 Uhr

Ein kurzer Urlaub

von: Elchen

Nach einem großen Abschiedsfest in der Firma saß ich nun also zu Hause und hatte noch 3 Wochen Zeit bis zum Start in den neuen Job. Zur bestmöglichen Vorbereitung daruaf hatte ich brav einen Englisch Kurs gebucht, den ich eine Woche lange besuchen wollte und 2 Wochen würde ich zum Entspannen haben.
Da saß ich nun also an meinem ersten freien Tag zu Hause. Es war himmlisch, einfach himmlisch. Nichts tun, entspannen, die Seele baumel lassen. Ich hatte dem Engländer meine e-mail Adresse gegeben, damit wir in Kontakt bleiben konnten. Ich setzte mich also an mein Laptop und guckte in mein E-Mail Postfach. Nichts. Keine E-Mail von ihm. Traurig Ruhig bleiben Elchen. Was erwartete ich, ich war gerade mal einen Tag weg. Zwei Stunden später schaute ich wieder nach. Und plötzlich, da war sie. Eine E-Mail von ihm. Hurra, hurra. Ich war so glücklich. Er schrieb: "Es ist mir gar nicht aufgefallen, dass Du weg bist. Was  machst Du mit der vielen freien Zeit und was hast Du für Pläne für die nächsten Wochen?"
Man waren das viele Fragen. Ich erzählte ihm also von dem Englisch Kurs. Ja er sollte sehen, dass ich mich in meinem Englisch verbessern will.
Ein paar Tage schrieben wir hin und her. Ich einer E-Mail fragte er dann, ob ich nicht ein paar Tage Zeit hätte und mitkommen möchte nach Frankreich. Er hätte dort ein kleines Chalet in den Bergen. Ich traute meinen Augen nicht und musste zwei Mal lesen. Oh mein Gott, oh mein GOTT!!!! Er lud mich nach Frankreich ein. Fantastisch, grandios. Ich schrieb gleich zurück das es eine super Idee ist und ich noch ein paar Tage nichts vor hätte und mitkommen kann. Noch am selben Tag buchten wir unsere Flüge. Ich Elchen würde also auf große Reise gehen. Hach wie aufregend.

12.01.2010 um 15:26 Uhr

Der Abschiedsbesuch oder doch nicht.....?

von: Elchen

Seit dem Kuss am Flughafen waren einige Monate verstrichen. Diese Sache war mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Weiter passiert ist seit jenem Tag nichts weiter. Arbeitstechnisch waren wir inzwischen das absolute Dreamteam geworden. Es gab diverse Tätigkeiten zu verrichten während seiner Aufenthalte in Deutschland. Die Aufteilung war unter anderem folgende. Er kroch auf Knien in den Kabelschächten rum und verlegte Kabel, ich hielt sie ihm hin und gucke mir derweilen seinen Hinterteil an während er die Kabel verlegte. Ich finde das ist eine sehr gerechte Arbeitsaufteilung. Immerhin hatte ich ja Knieprobleme und konnte unmöglich da auf dem Boden rumrutschen. 

Im Sommer hatte ich dann meine Kündigung eingereicht. Ja ich hatte mir eine andere Stelle gesucht und wollte was Neues in meinen Berufsleben kennen lernen. Der Entschluss zu gehen war nicht wegen ihm begründet. Es war der Veränderungdrang, der mich dazu bewegt hatte. Im August ging es dann dem Abschied entgegen. Der Engländer kam für mich für ein letztes Mal nach Deutschland. Oh Gott war ich aufgeregt. Ich freute mich und holte ihm vom Flughafen ab. Nervös stand ich in der Ankunftshalle und erwartete ihn. Endlich da kam er lässig und gutausehend wie immer durch die Tür zur Ankunftshalle. Ich lächelte ihn an. Er kam lächelnd auf mich zu, drückte mich bei Rausgehen an sich und fragte: "What do you do for thing? Why do you leave?" Ich schaute ihn an und dachte schlagartig, ja warum lasse ich diesen Mann hier alleine zurück? Ich versuchte ihm zu erklären. Ich glaube er hatte es verstanden und drückte mich noch mal. Wir fuhren zur Firma.

Am Abend war großes Dinner angesagt. Wir waren diesmal 10 Personen, denn es waren  noch andere englische Persönlichkeiten zu Besuch und kurum legten wir die Essen zusammen. Ich organisierte das Lokal und reservierte für uns. Großartige Location. Ich fuhr zum vereinbarten Treffpunkt Hotel. Er saß bereits in der Lobby und wartete auf die anderen, die auch dort hinkommen wollten. Als ich ankam saß nur ER schon da, auf einem roten zweier Sofa. Ich setzte mich einfach daneben ohne weiter darüber nachzudenken. Unmittelbar nachdem ich mich hingesetzt hatte legte er plötzlich einen Arm um meine Schulter. OH MEIN GOTT. Hilfe, was hatte ich da schon wieder gemacht. Ich muss auf Klo, ich muss noch mal zum Auto, ich muss, ich muss, ich muss. Ich musste natürlich gar nichts von all dem und blieb steif wie ein Brokoli neben ihm sitzen. Plötzlich die Fahrstuhltür öffnete sich. Cheffe und eine andere Kollegin kamen raus. "Was ist denn hier los. Ihr habt es Euch ja gemütlich gemacht." Ja das hatten wir in der Tat. Ich wurde rot wie eine Tomate und ER machte nicht die geringsten Anstalten seinen Arm wegzunehmen. So blieben wir so sitzen. ER cool und lässig, wie immer und ich rot wie eine Tomate und steif wie ein Brokoli. Alle waren inzwischen eingetrudelt, Aufbruchsstimmung. Wir fuhren zum Restaurant. Als wir ankamen fanden wir erst nach 15 minütigem umherfahren einen Parkplatz. Wirklich großartige Location Elchen. Ich war mit Cheffe und dem Engländer gefahren. Wir kamen als erste im Restaurant an. Dort angekommen platzierten wir und nebeneinander. Cheffe gegenüber. Sehr schöne Konstelation. Plötzlich meine Cheffe er wolle ein Foto machen von uns beiden. Was macht ER; legt seinen Arm um micht und zieht mich zu sich ran. Ich war diesmal noch steifer als ein Brokoli. Es war dem Bild anzusehen. Mr. Obercoolund Frau Brokoli. Wir unterhielten und dann weiter nett und nach und nach trafen die anderen ein. Wir alberten inzwischen etwas, weil ich auch noch Foto's machen wollte. ER neckte mich und entriss mir meine Fototasche und dann wupp. Der Fotostick flog in hohem Bogen raus und in das Abwaschwasser des Barkeepers, der unmittelbar neben uns hinter der Bar stand. Wie peinlich. Der Barkeeper reichte mir den nassen Stick zurück. Mr. Obercool grinste frech. Frau Brokoli nahm wieder ihre tomatenfarbene Hautfarbe an. Wir bestellten das Essen. Alles wurde zu unsere Zufriedenheit serviert, bis auf Cheffes Essen. Es kam einfach gar nicht. Auf Nachfragen entschuldigte man sich für den Foupax. Aber Cheffe blieb ohne Essen und musste diesmal den Kühlschrank plündern. Ganz famose Location Elchen!!! SCHEIßLADEN!

Der kommende Tag war von Abschied gezeichnet. Ich war traurig. Ich würde ihn nie wieder sehen und dabei verstanden wir uns so gut. Beim Abschied schaute er mich an wie ein treudoofes Schaf. Wir umarmten uns fest. Dann er drehte sich um und ging in Richtung Abflughalle.

Eine Woche später hatte ich meinen letzten Tag in der Firma.

10.01.2010 um 12:32 Uhr

Bei meiner Freundin

von: Elchen

Ich fuhr also abends zu meiner Freundin. Wir wollten bei Ihr bleiben. Das Wetter war ohnehin ziemlich mieß. Also schoben wir eine Pizza in den Ofen und tranken Wein dazu.

Immernoch von der Aufregung erfasst und mit vielen Schmetterlingen im Bauch fing ich an genaustens zu berichten wie der Tag verlaufen ist und was am Flughafen geschehen war.
Sie freute sich für mich und wir grübelten wie er das wohl gemeint haben könnte. "Meinst Du denn er hat sich verliebt?" fragte sie. Ich wusste es nicht. "Bist Du denn verliebt?" Auch das wusste ich nicht. Ja, ich hatte ein paar Schmetterlinge im Bauch und es war alles furchtbar aufregend, aber war ich deshalb gleich verliebt. Schließlich war da diese Sache mit dem Fremden, die nun erst wenige Wochen her war. Ich hatte ganz schön daran zu kauen, weil es sehr weh getan hat. Ich war auch einfach zu blöd. Ein richtiges Rindvieh. Die rosa rote Brille ist Schuld und der Prüfungssress natürlich.
Nach ein wenig nachdenken darüber, ob mir die Sache mit dem Fremden, denn noch nahe gehen würde, konnte ich sagen 'nein, ich war darüber hinweg.' Der Engländer hatte es geschafft mich abzulenken und diese Sache in der Vergangenheit zu lassen. Gut so. Sehr gut sogar. Aber war ich nun verliebt? Nein, ich glaube nicht. Es war ein aufregender kleiner Flirt gewesen. Mehr nicht.

Den Rest des Abends lästerten wir über den Fremden. Ich schimpfe wie ein Rohspatz über ihn. Es war großartig so befreiend lästern zu können. Der Wein tat sein übriges und wir hatten ein tollen Abend zusammen. Meine Freundin hatte mir ja auch noch einiges zu erzählen.

09.01.2010 um 22:33 Uhr

Taxi zum Flughafen

von: Elchen

Mit meiner Freundin besprach ich jedes kleine Detail von dem Verlauf des Abends im Restaurant. Vor allem die E-Mail wurde in jedes Mikrodetail zerpflückt, wie er denn gemeint haben könnte, dass es schade war, dass ich nicht im Büro war. Stunden brüteten wir darüber.  Die Wochen verstrichen. Ich arbeitete weiterhin eng mit England zusammen. Wir gewöhnten uns langsam aber sicher aneinander und ich war nicht mehr jedes Mal völlig von der Rolle, wenn es darum ging etwas zu erläutern oder helfend zu unterstützen, in dem was wir da taten.Kurz vor Weihnachten stand für dieses Jahr zunächst der letztes geplante Besuch aus UK an. Es gab konkrete Aufgaben zu erledigen und meine Unterstützung war, wie immer dringend von Nöten. Ich gab mein Bestes ihm alles zu erklären, auch wenn es wie immer schwierig war. Doch diese eine Situation war aussichtslos. Ich brach mir einen ab ihm zu erläutern was ich wollte und zu verstehen was er wollte. Es half nichts. Wir verstanden uns nicht. - Du Grüne Neue. Was nun. Schlussendlich ergriff er meine Hand zog mich in den Meetingraum, ergriff den Stift und begann zu zeichnen. Welch glorreiche Idee. Ja, ja, ja es funktionierte. Ich Dämel. Das hätte ich auch selbst drauf kommen können. Wir waren alleine in dem Raum und er grinste mich hin und wieder an. Dann fiel ihm plötzlich ein, dass ich ja letztes Mal nicht laufen konnte und er fragte was denn mein Knie machen würde. Ich hätte vielleicht keine Highheels anziehen sollen meinte er. Ich grinste verlegen und war überrascht was er alles bemerkt hatte. Und das schlimmste; er hatte ja Recht, aber das hätte ich niemals zugegeben.
Wir waren inzwischen, wenngleich bis zu diesem Zeitpunkt  nur wenigen Besuchen, jedoch gefördert durch die viele E-Mail Kommunikation ein gutes Team geworden.
Beim abendlichen Dinner saßen wir diesmal nebeneinander. Jawohl. Und unterhielten uns sogar ein wenig. Irgendwie ging es und ich bekam allmählich Übung. Der Wein hatte dabei natürlich eine nicht zu verachtende unterstützende Wirkung.
Ich wurde anschließend nach Hause gebracht, das wir mit Cheffe's Auto zum Restaurant gefahren waren. So war ich die erste Person, die abgesetzt wurde. Ich saß hinten. Umsichtig wie Engländer sind machte er die Beifahrertür auf, damit das Licht im Auto anging. Damit Du nicht wieder hinfällst sagte er, denn der Schein der Lampe war hell genug um die Strasse ein wenig zu beleuchten, denn die nächste Straßenlaterne stand zu weit weg.
Ich ging rauf in meine Wohnung. Ich ging gleich ins Bad, abschminken, Zähne putzen, Schlafzeug an und dicke Wollsocken. Dann endlich legte ich mich nach einem langen, anstrengenden Tag in mein frisches, mit weißer Bettwäsche bezogenes Bett. Erleichterndes Aufstöhnen als ich mich reinfallen lies.

Plötzlich Handy bimmelt, PIEP, PIEP. SMS bekommen. Um die Zeit, wer konnte das denn sein? Der Engländer. Ohgottohgottohgott. „Hope the wine didn’t go to you head too much. sleep well.” Was sollte ich denn jetzt machen? Antworten Elchen, antworten. Tat ich dann auch. „No, I’m fine. Don’t worry. I’m just thinking about you. Sleep well too.” Abgesendet. Du heiliger Bimbam. Was hatte ich denn da jetzt geschrieben. I’m just thinking about you. Oh nee was hatte ich denn da wieder geschrieben. Elchen  Dann plötzlich wieder PIEP, PIEP. „Hopefully you have no nightmares if your are thinking about me.“ Ich hatte keine Albträume, nein ganz und gar nicht.

 

Am nächsten Morgen stand ich gefühlte Ewigkeiten vor dem Schrank. Die Frage nach dem ‚was ziehe ich bloß an?’ Wieso denke ich eigentlich darüber so lange nach? Ich stehe immerhin jeden Morgen so lange vor dem Schrank redete ich mir ein. Jawohl. Schließlich entschied ich mich für eine schlichte schwarze Anzughose, beigefarbenen Rollkragenpullover und Absatzschuhe.

Am Abend brachte ich den Engländer zum Flughafen. Es war still im Auto, ein angenehmes Schweigen. Keiner wusste etwas zu sagen. Am Flughafen angekommen holten wir sein Gepäck aus dem Kofferaum. Ich wünschte ihm eine gute Heimreise, reichte ihm die Hand zum Abschied. Er reichte mir seine. Plötzlich beugte er sich blitzschnell zu mir gab mir einen flüchtigen Kuss auf den Mund. Dann drehte er sich in Windeseile um und verschwand duch die Tür zum Flughafengebäude.

Einen Moment lang stand ich wie angewurzelt da. Völlig verdattert was gerade geschehen war. Oh Gott, Oh Gott, Oh Gott er hatte mich geküsst. Ich stieg in mein Auto und fuhr zurück zur Firma. Mir schossen tausend Gedanken durch den Kopf. Ich fühlte plötzlich Millionen Schmetterlinge im Bauch. Oh mein Gott er hatte mich geküsst. Noch während der Fahrt rief ich aufgeregt meine Freundin an. Wir verabredeten uns für den Abend. Das musste immerhin ausgibig diskutiert werden.

09.01.2010 um 11:29 Uhr

Das erste Dinner

von: Elchen

Nicht mehr mit Englisch abwürgen....... weit gefehlt. Jetzt ging der Spaß erst richtig los.

Die folgenden Wochen erhiel ich ein Haufen Anfragen dies und jenes beizusteuern und zu bearbeiten und hin und wieder zu erklären. Alles auf englisch. Ach wie ich diese Sprache doch liebte.....
Ich rackerte mir den Arsch ab, um alles ordentlich zu bearbeiten und zu unterstützen. Leo (online Wörterbuch) wurde mein bester Freund. Konnte der Typ nicht einfach mal aufhören Fragen zu stellen?!

Dann eines Morgens, ich durchforstete, wie jeden Morgen, zuerst meine neu eingegangenen E-Mails. Nachricht von Cheffe. Die Engländer kommen wieder, nächste Woche schon. Ufff! Meine Laune ging schlagartig in den Keller und schlug in Panik um. Wie englisch reden.
Im Laufe des Tages wurde dann noch die Bitte an mich herangetragen ein Restaurant zu suchen, weil wir abends zum DINNER gehen wollten. Wir, das waren Cheffe, die Engländer, ein weiterer deutschsprachiger Kollege und ICH. Gott sei Dank, einer der deutsch kann. Hatte ich wen zum Unterhalten, man muss ja Konversation betreiben bei solchen Essen.

Ich also abends zum Hotel gejuckelt wo wir uns treffen wollten. Von da war dann Abfahrt zum Restaurant. Dort angekommen steige ich aus dem Wagen und fliege fast hin. - Auuuuaaa, mein Knie. Bedingt duch ein paar Operationen machen die Muskeln machmal Pause und es ist ihnen egal wie Elchen sich dann fortbewegt. Im Zweifel eben durch gezieltes nach vorne fallen. Ich schaffte es dann letztendlich unter Schmerzen bis ins Restaurant.

Endlich kann ich sitzen. Ich fummelte mir unterm Tisch am Knie rum, weils weh tat. Ich hatte das Gefühl, dass dran rumreiben hilft. Gefühlt half es auch.

Wir gaben unsere Bestellung auf. Was dann? Es war der Zeitpunkt für gepflegte Konversation gekommen. Ich unterhielt mich wie geplant mit meinem deutschen Kollegen. Cheffe unterhielt die Engländer. Gute Aufteilung, ganz wunderbar. Genau solange bis der eine Engländer mich ansprach. OH MEIN GOTT. Auch das noch. Ganz ruhig Elchen, du kannst das. Ich fragte höflich nach und antwortete soweit ich konnte. Ich hoffte das Richtige verstanden zu haben und entschuldigte mich, dass ich so schlecht englisch konnte. Der Engländer meinte: "Oh no, your English is good." - Heute weiss ich, dass das soviel heisst wie Mädchen Dein Englisch ist scheisse, aber ich bemühe mich es zu verstehen und dichte mir die Hälfte dazu von dem was Du da sagst. Die Engländer sind ja immer alle so höflich.

Das Essen kam. Oh Scheisse ist das scharf. Was hatte ich denn da bloß bestellt. Irgendwie muss Du das jetzt essen dachte ich mir, aber es brannte wie Feuer im Mund. Ich muss rot gewesen sein wie eine Tomate. Ich aß zur Hälfte auf und beteuerte, dass es ja sooo viel wäre, dass ich schon satt bin. Wieder zu Hause angekommen plünderte ich meinen Kühlschrank.

Am nächsten Tag war ich krank, wegen meiner Knieschmerzen und konnte nicht zur Arbeit. Als ich am darauffolgenden Tag wieder ins Büo kam waren die Engländer wieder weg und ich hatte von dem einen eine Nachricht in meiner Mailbox. I noticed you had pain in your knee. What a pity that you were not in the office yesterday. - Hä, der hat das bemerkt, dass mir das Knie die ganze Zeit weh tat? Und es ist schade, dass ich nicht im Büro war?

07.01.2010 um 23:53 Uhr

Das Kennenlernen

von: Elchen

Nachdem die Sache mit dem Fremden ein erschütterliches Ende genommen hatte ging der Alltag weiter seinen Lauf. Ich musste am nächsten Tag wieder zur Arbeit, ob ich wollte oder nicht. Ich fühlte mich verraten und verkauft und wollte am Liebsten nur noch in meinerr Wohnung sitzen und nie wieder vor die Tür gehen. So schrecklich war dieses Ende. Es half nichts, ich musste zur Arbeit.

Es standen wichtige Besprechungen an und da musste ich anwesend sein, wenn möglich nicht nur körperlich. So schleppte ich mich also ins Büro. Zudem war für diese Besprechung hoher Besuch aus England angekündigt worden. - Na großartig und das mit meinem Englisch..... Ich war ja schon mit "How do you do" ("Wer haut zu?") überfordert, geschweige denn das ich einer ganzen Koversation folgen konnte. Du heiliger Bimbam.

Ich betrat also todesmutig den Besprechungsraum und rettete mich auf den Stuhl neben meinem Chef. Ich wusste das er gut Englisch konnte und mir im Zweifel sicher hilfreich den Dolmetscher spielen konnte. Die beiden Engländer saßen mir genau gegenüber - Auge um Auge, Zahn und Zahn sozusagen.
Dann plötzlich die Auforderung alle sollten sich selbst vorstellen. ACH DU SCHEISSE..... Wie, wo, was soll ich denn da sagen. Als ich dann dran war, war ich so nervös, dass ich mir fast selbst die Hände brach und gefühlt feuerot im Gesicht war. Ich brachte 2 Sätze heraus. Das musste reichen. Nach der Vorstellungsrunde ging es ins Detail und plötzlich; der Supergau. Einer dieser Engländer fragte ich was. FUCK! Was will der Heini? Ich guckte meinen Chef wie ein Fragezeichen an, weil ich null komma gar nichts verstanden hatte. Wir klärten kurz auf deutsch. - Beschissen aus der Nummer rausgekommen, aber egal. Der Engländer war damit erst mal abgefertigt und hoffentlich nun ruhig. - Ha denkste.....

Nach Abschluss der Besprechung kam er dauernd zu mir angerannt und fragte mit soviele Löcher in den Bauch wie einem schweizer Käse.

Ich war froh als die wieder weg waren und ich wieder deutsch reden konnte und mir nicht mit englisch einen abwürgen musste.

07.01.2010 um 16:43 Uhr

Der erste Tag im Büro

von: Elchen

Stimmung: zufrieden, Vorfreude auf den Abend mit meiner Freundin

Der erste Tag im Büro neigt sich dem Ende oder besser ich lasse ihn jetzt zu Ende gehen, weil ich noch immer krampfartige Schmerzen in der Bauchgegend habe und mich deshalb nicht länger auf dem Stuhl zusammengequetscht halten mag. Darum gehe ich jetzt gleich....

Der erste Tag wieder zurück im Büro war ruhig. Obwohl ich ja voller Erwartung ins Büro kam um all die netten Glückwünsche in geballter Form entgegenzunehmen und mich an einem, extra für mich gekauften tollen Blumenstrauss zu erfreuen. Ich hatte nämlich Geburtstag, wenn gleich das fast 2 Wochen oder so her ist. Ich wollte nämlich stolz wie Bolle mit all meinen Glückwünschen im Gepäck über die Flure stolzieren und meine 0 vorm Bauch vor mir herschleppen. Jawohl - ich habe nämlich genullt, wie man das so schön sagt. Nur die Zahl, die vor der 0 steht verrate ich nicht. Fröhlich

Naja die Realität war, dass natürlich nicht der geballte Glückwunschschwall auf mich einprasselte und keiner mein neues Jahrzehnt würdigte. Naja fast keiner und ich komisches Efeu um Topf geschenkt bekam. Ich komme um vor Freude. Kann mich kaum auf dem Stuhl halten.

So verging der erste Tag im Büro recht ruhig und ich hatte zumindest die Möglichkeit geschmeidig wieder in den Arbeitsalltag zurückzufinden.

Den Feierabend genieße ich jetzt mit meiner Freundin. Es geht ins Kino.

Das nur am Rande. Morgen setze ich mal die Erzählung meiner Story fort. Es wird ja noch besser, viel, viel besser.

Schönen Abend noch!

06.01.2010 um 23:17 Uhr

Der Fremde

von: Elchen

Ich lernte ihn also kennen den Fremden. Er war dann nicht mehr fremd und ich fand ihn sogar nett. Also hatten ab diesem Tag einen netten, jetzt bekannten, Fremden neben mir oder hinter mir sitzen. Wie schön..... Endlich war einer da, den man mit zum Mittagessen schleppen konnte.

Im Laufe der Zeit wurde das weiter sehr nett mit dem Fremden und wir mochten uns. Eigentlich möchte ich diese Sache mit dem Fremden hier nicht weiter so ausgeholt erzählen, nur muss das kurz erwähnt werden. Ich suchte mir deswegen, also wegen dem Fremden dann wieder eine eigene Wohnung und zog bei meinem Freund aus. Armer Freund. - dolle Leide tut mir das heute. Elchen war vernebelt damals - rosa Nebel. Nili hat das auch die ganze Zeit so gesehen, aber auch sein Bitten und reden hat nichts geholfen. Elchen wollte hinaus ins Leben und eine eigene Bude. Die fand ich dann auch und habe den Freund alleine gelassen. Nili auch. Ab sofort war er ein Scheidungspferd.

Ich war dann mit dem Fremden zusammen. Ganz große Nummer dachte ich. Weltklasse. - War nur nix. Wie ich schon sagte die Prüfungen sind Schuld....

06.01.2010 um 22:59 Uhr

Der Anfang vom ....

von: Elchen

Wie ich bereits andeutete, wenn man quasi zwischen den Zeilen interpretieren kann (und bei Frauen sollte man das immer können) dient der Blog meinem geistigen Wohlbefinden und der Aufarbeitung einer Geschichte, die mich bis heute nicht loslässt.

Ich sagte bereits ja bereits, dass es nimmt man es genau mit 3 Männerns beginnt. Einer davon ist heute noch mein Freund, also platonischer Freund. - Ich möchte ihn nicht missen, denn ohne ihn hätte ich das Gefühl, dass mein Leben manchmal Kopf stehen würde. Er war übrigens am Anfang, vor dem ganzen Chaos mal mein Freund im weniger platonischen Sinne gesehen. Sondern mein richtiger, echter Freund. - Schön war diese Beziehung. Jawohl sehr schön sogar.

Aufgrund einer sich bei mir befindlichen, also aus heutigem Blickwinkel gesehen, vorübergehenden geistigen Störung ging diese dann ganz tragisch auseinander. Grausame Sache, ich könnt heut noch jammern, wenn ich daran zurückdenke. Das hatte der Mann einfach gar nicht verdient und ich war das totale Arschloch. Zu meiner Verteidigung kann ich eben nur sagen, dass ich vorübergehend nicht ganz dicht gewesen sein kann. Das widerum wurde durch Prüfungsstress hervorgerufen. - Jawohl Prüfungen sind Schuld.

Den sogenannten zweiten Mann lernte ich also bei den Prüfungsvorbereitungen kennen. Sowas passiert, wenn man gute 10 Stunden am Tag schweigend rumsitzt und sich versucht hochwissenschaftlichen Stoff ins Gehirn zu hämmern und mit einem Fremden (immer dergleiche Fremde) quasi mehr Zeit verbringt als mit seinem damaligen Freund. - Rückblickend würde ich mir einen Zettel an die Stirn tackern. Ich bin fremd, sprich mich nicht an. Oder hab ich zuerst was gesagt? Alzheimer lässt grüßen.

06.01.2010 um 18:57 Uhr

Was hat das hier für'n Sinn?

von: Elchen

Meine Freundin hat mich vorhin gefragt was es denn mit meinem Blog auf sich habe. Ich hätte diese Frage ihr noch gar nicht beantwortet. Gute Frage, sehr gute Frage, allerdings habe ich sie nur einmal bekommen. Das widerum könnte möglichweise daran liegen, das mein E-Mail Potfach überquillt und ich anstatt mal aufzuräumen immer nur die Hinweismails, dass das Postfach zu voll ist lösche. Sehr schlau Elchen, wirklich.....

Aber zurück zu der Frage nach dem Sinn dieses Blogs.....Ich mach's kurz. Es geht in jedem Fall nicht darum hier das Leben auf einem Bauernhof zu dokumentieren. Ich wohn auch auf keinem solchen. Ihr werdet es wohl kaum erraten, aber es geht wahrhaftig um einem Mann. Eigentlich geht es, wenn man es genau nimmt und die Story von Beginn an erzählt zunächst mindestens um 2 Männer, wenn nicht sogar um ganze 3. Dazu aber später mehr.

Meine Freundin kommt jetzt vorbei. Ich hoffe nicht um mir zu sagen, dass ich jetzt völlig einen an der Marmel habe, weil ich jetzt auch noch anfange alles aufzuschreiben, womit ich sie schon jahrelang belagere. - Ja die Arme. Es ist so lieb von ihr das sie immer für mich da ist und zuhört, wenn ich sie zum abertausendsten Mal mit allen möglichen Details behellige. Danke, Danke, Danke!!!