Elizium

19.07.2009 um 02:03 Uhr

Siebzig Prozent.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Ein neon-Artikel. Der mir sagt: Traummänner gibt es nicht. Es gibt Partner. Es gibt nie mehr als 70% von dem, was man gerne möchte. Siebzig Prozent sind viel. Relativ. Ich bin zwanzig und am Rande eines Nervenzusammenbruches. Dreißig Prozent fehlendes Glück und ich soll zufrieden sein? Dumm ist, wer solche Regeln aufstellt. Dumm ist auch, dass es niemanden gibt, der mich versteht. Klingt nach Jammern, ist es auch. Mein kompletter Freundeskreis ist Single, darüber wahlweise glücklich, lässt sich also ebenso wahlweise das Hirn rausvögeln oder ertränkt es zumindest im Alkohol auf einer Party nach der nächsten. Die paar Unglückseligen erzählen mir, wir toll doch eine Beziehung ist, wobei ich noch im Ohr habe, wie eingeengt und gelangweilt sie doch nach ewigen sechs Monaten waren. Und ich sitze hier und höre mir das an und hasse alle. Ich sitze hier mit meinen fast dreieinhalbjährigen siebzig Prozent und verdrehe die Augen. Deswegen gehe ich immer weniger weg. Ich will nicht riskieren, dass für mich dreißig Prozent auf einmal mehr sind als mathematisch begründbar.
Es sind wahrscheinlich die besten siebzig Prozent, die ich bekommen kann. Dennoch bleibe ich ein absoluter Mensch. Und kreuzunglücklich.


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