Elizium

11.09.2009 um 09:43 Uhr

Arrivando.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Musik: A-ha

Ich habe fast Bergblick. Die ersten Tage sonnig, sommerlich und mit viel zu wenig Zeit, um zu realisieren, dass ich nun hier wohne und nicht nur Urlaub mache. Die ersten Tage mit ungetoastetem Brot und dem Problem, wie man die Marmelade ohne Messer verstreicht, sind nun bereits passé dank überfallartigem Einkauf im Ikea. Das Zimmer ist groß und bis auf die hässlichen Gardinen, die ich nicht abnehmen darf, zu ertragen. Und dekorieren kann ich gut. Wir haben die ultimative Ikea-Lampe Storm und wünschen ihr jeden Abend eine gute Nacht. Es gibt Einkaufszentren wie in Irland und Kühe wie im Rheinland. Ich lerne neue Wörter und habe gestern beim Vorbeilaufen zwei Mädchen komisch reden hören, was daran lag, dass sie Deutsche waren. Ich musste lachen.

Jetzt ist Freitag und jemand bohrt. Draußen auf dem Hof ist so etwas wie ein Scheiterhaufen. Ich habe noch keinen Ofen gesehen, aber vielleich blühen mir hier noch böse Überraschungen. Wir haben eine Senseo und sind verliebt. Sie wird vorallem morgens begrüßt. Kevin spielt Gameboy. Manche Dinge ändern sich nicht. Langsam verebbt der Stress. Gestern war ich erst nach zehn Uhr im Bettchen. Irgendwann wird der Alltag kommen, erst in zwei Wochen geht die Uni los. Und solange: ist alles gut.

04.09.2009 um 15:47 Uhr

Manifest

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Gekommen, um zu sagen: Ich habe keine Angst. Auch wenn man sie erwartet, herbeisehnt, vielleicht. Ich fürchte mich nicht. Gekämpft habe ich für diese Momente, seien sie auch schwer. Was mich heute angebrachte Tränen kostet, die ich mühsam aus meinen Lidern quetsche, wäre noch vor gar nicht allzu langer Zeit unmöglich gewesen.
Es wird schwer werden und ganz anders. Vielleicht werde ich allein sein, aber ich bin gern allein und brauche nicht viel Kontakt. Vielleicht werde ich Freunde verlieren, weil ich mich verändern werde, diesmal auch nach außen. Ich werde nicht viel Freizeit haben und das habe ich mir so ausgesucht. Es wird dort Menschen geben, die in ihrem Fach besser sind als ich, aber wer auf die Elite-Schule geht, muss einstecken können. Das Leben ist kein Ponyhof und auch keine Abiklausur. Das Leben, das ich will, ist mehr.

Ich bin jung, viel jünger als die meisten, auf die ich treffen werde. Ich bin klug, klüger als viele meinen, ich sollte mich trauen, den Joker endlich auszuspielen und nicht dumm umherzustammeln, obwohl ich eigentlich im Kopf schon tausend Schritte weiter bin. Und ich kann beißen. Mich durch.beißen und notfalls auch weg.beißen, was mich lähmt.

Ich werde das schaffen. Ich habe Respekt, aber keine Angst. Ich bin kein kleines Mädchen mehr. Es beginnt eine neue Zeit.

20.08.2009 um 11:07 Uhr

Genießen Sie Ihre Freizeit, so lange Sie können.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: dumdidumdidu

In einem großen DIN-A4 Umschlag flatterte er gestern durch meinen Briefschlitz. Er prophezeit das endgültige Ende meiner Kindheit. Vier Stunden Mathe am Stück lassen keinen Platz für Illusionen. Jede Woche anderer Plan, manchmal frei, meistens werde ich nicht vor sechs zu Hause sein. Maximal zwei Fächer am Tag. Es ist toll. Naja. Es wird stressig und anstrengend und ich werde viel lernen und mosern. Aber ich wollte es nicht anders und wusste das alles in etwa auch vorher. Auslandsplätze werden nach Notendurchschnitt vergeben. Ah. Wenn das mal kein Leistungsdruck ist.

Die letzen Briefe werden zur Post gebracht, in gut zwei Wochen bin ich weg. Weg. Endlich. Und bleiben will ich doch.

08.08.2009 um 18:21 Uhr

Post ist da.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: aufgeregt

Die Zeit plätschert so vor sich hin. Ein Monat jetzt noch, das Abreisedatum verschiebt sich aus verschiedenen Gründen nach hinten. Ich sollte mehr lernen, aber irgendwas kommt immer dazwischen und wenn es nur diese furchtbaren Rückenschmerzen sind, für die ich nächste Woche zum Orthopäden muss, der mir wahrscheinlich sagt, dass mein Kreuz vollkommen zerdeppert ist. Ich freue mich und die Angst, die ich habe, ist zum Großteil nur eingeredet. Etwas Nervosität gehört wahrscheinlich zu so einem Unterfangen.

Mich erreichten heute zudem die Unterlagen zum Stipendium und ich werde die nächsten Wochen zur Vorbereitung darauf verwenden. Wenn die mich nehmen, habe ich tausend Sorgen und einige Schulden weniger. Irland und Kanada dürften zwar auch so funktionieren, aber nur mit einem Studienkredit. Auf den würde ich gerne verzichten. Außerdem freue ich mich auf die ganzen interessanten Menschen auf dem Auswahlseminar. Es wird schon schiefgehen.

01.08.2009 um 23:38 Uhr

Fuck the title.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: Fuck the system.

Ich habe acht Stunden Kartons geschleppt wie ein zwei Meter mal zwei Meter Mann und kann meinen Körper vor Schmerzen nicht mehr spüren. Morgen geht es weiter und übermorgen wohl auch. Auf niemanden kann man sich verlassen, aber das ist keine Erkenntnis des heutigen Tages. Schlappschwänze und Jammerlappen. Überall. Derweilen warte ich darauf, dass meine Schlaftablette wirkt und ich vergessen kann, dass meine alten Barbiepferde in einem großen Müllhaufen liegen und jetzt nicht mehr sind als genau das: Müll. Eine Wohnung mit Dingen wegzuschmeißen, die einen Menschen ein ganzes Leben lang begleiten haben, ist nicht so einfach, wie es klingt. Mir bleiben die Fotos und Erinnerungen, aber diese Ausbeute ist dürftig. Mais c'est la vie. Nothing more and nothing less. Ich könnte heulen, aber tu es nicht, will schlafen und kann es nicht. Ein dummer Moment um allein zu sein. Und auch daran lässt sich nichts ändern. Die Nacht ist noch jung und meine Knochen zu alt an diesem Abend.

Die Welt ist gut, wenn man männerfeindliche, weil männerreduzierende youtube-Videos guckt, auf denen sich der potenzielle Schauspielerschwarm gekonnt entblättert. Jetzt geht es meinem Hormonspiegel zumindest besser, der alten Sau.

19.07.2009 um 02:03 Uhr

Siebzig Prozent.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Ein neon-Artikel. Der mir sagt: Traummänner gibt es nicht. Es gibt Partner. Es gibt nie mehr als 70% von dem, was man gerne möchte. Siebzig Prozent sind viel. Relativ. Ich bin zwanzig und am Rande eines Nervenzusammenbruches. Dreißig Prozent fehlendes Glück und ich soll zufrieden sein? Dumm ist, wer solche Regeln aufstellt. Dumm ist auch, dass es niemanden gibt, der mich versteht. Klingt nach Jammern, ist es auch. Mein kompletter Freundeskreis ist Single, darüber wahlweise glücklich, lässt sich also ebenso wahlweise das Hirn rausvögeln oder ertränkt es zumindest im Alkohol auf einer Party nach der nächsten. Die paar Unglückseligen erzählen mir, wir toll doch eine Beziehung ist, wobei ich noch im Ohr habe, wie eingeengt und gelangweilt sie doch nach ewigen sechs Monaten waren. Und ich sitze hier und höre mir das an und hasse alle. Ich sitze hier mit meinen fast dreieinhalbjährigen siebzig Prozent und verdrehe die Augen. Deswegen gehe ich immer weniger weg. Ich will nicht riskieren, dass für mich dreißig Prozent auf einmal mehr sind als mathematisch begründbar.
Es sind wahrscheinlich die besten siebzig Prozent, die ich bekommen kann. Dennoch bleibe ich ein absoluter Mensch. Und kreuzunglücklich.

14.07.2009 um 22:29 Uhr

Abendrot

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: melancholisch

Maybe one day I'll return again. Ein seltsamer Tag mit einer Wärme, die bereits nach Herbst roch, als wäre es nicht mehr nötig, einen Sommer zu feiern. Die Zeit rennt und vergeht gleichzeitig nicht. Ich will Kisten packen, in meiner neuen Wohnung stehen und meine erste Nacht dort herum haben und gleichzeitig doch nie hier weg. Hier ist es einfach. Sicher. Und vertraut. Wer ist so grausam, mich aus dem Nest zu schubbsen? Ich selbst. Und das ist auch gut so. Der Verstand weiß das, nur das Herz eben nicht mehr. Aber - um Opa zu zittieren - das Leben ist nun mal so. Man wächst auf, wird erwachsen und dann trennen sich Wege. Und auch wenn ich weiß, dass es eine gute Entscheidung war und es mir besser gehen wird, ich bin auch traurig. The first cut is the deepest.

Heute bei Oma Kaffee trinken gewesen. Haben geredet, uns ausgesprochen. Schöne Stunden. Mit K. und Hund im Feld. Abendsonne. Jetzt müde. Sehr.

11.07.2009 um 14:57 Uhr

Schönes Leben, schöne Welt!

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: sehr gut!
Musik: Big Bang theory

Ich sollte mehr schreiben. Livejournal fucked mich ab, weil die dauernd die Server down haben und man keine Zusatzlinks angeben kann. Ist also im Test durchgefallen. Und wenn ich auf Nachtwelten schreibe, denke ich immer, dass das tiefen Sinn haben muss. Hier ist toll, auch wenn sich im Moment alle alten Einträge löschen will. Man wird sehen.

Aktueller Anlass ist, dass mich mein Bafög-Bescheid heute erreicht hat. Ich werde nicht an Hunger sterben. Bisher ist das zwar alles noch vorläufig, aber weniger wird es nicht werden, eher mehr und dann haben wir kein reiches, aber ein ausreichend gesichertes Leben in der perfekten Stadt. We will live at the foot of the mountain. Langsam aber sicher packe ich die Nostalgie in eine kleine Box und öffne die Vorfreudenkoffer, die schon seit Jahren auf dem Dachboden liegen.

Meine Diät schreitet auch vorran, vielleicht werde ich im September wirklich wieder in meinen Hosenanzug passen und das wäre doch einfach perfekt. Ich trinke drei Liter am Tag und muss dauernd wohin, das nervt. Aber das gesunde Kochen macht so Spaß und ich lerne Lebensmittel kennen, von denen ich nicht dachte, dass es sie gibt. Gestern habe ich vegane Bechamel-sauce gemacht, wie geil die war Fröhlich und sogar diättechnisch wirklich zu vertreten. Es geht weiter waagenabwärts!

08.12.2008 um 22:21 Uhr

Aachen, nikolausig.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Da sind nicht viele Worte momentan. Ich war kurz davor, einfach liegen zu bleiben, die Decke über den Kopf, man hätte mir es verziehen. Aufgestanden bin ich, weil es doch nicht lohnt, nichts ändert. So, wie ich euch vermisst habe, seit Sommer, seit dem ich euch kenne, so wird es immer bleiben. Wie viele werden noch da sein, in fünf, in zehn Jahren. Euch beide werde ich nicht verlieren. Nächstes Jahr werde ich vielleicht in einem anderen Land leben, ein etwas anderes Leben, aber ich war noch nie besonders konstant, ihr werdet euch daran gewöhnt haben. Ich werde euch einladen, wir werden in meinem zu kleinen Bett schlafen und ich werde wirklich froh sein, dass ihr da seid.

Danke, dass es euch gibt. Danke. Ich weiß, ihr seid Freunde, bei euch fühle ich mich aufgehoben, egal was ist. Ich liebe euch.

29.11.2008 um 11:38 Uhr

This time.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Musik: allein, allein, allein, allein :)

A prisoner behind the walls
a heart awakes
once to lead us through universe
just a heart away
the time has come for us to laugh
a heart awakes
to celebrate our loneliness.
-Polarkreis 18-

Happily ever after. Heute ist ein guter Tag. Seit Wochen fühle ich mich zum ersten Mal wach und draußen ist eisiger Frühlingsmorgen. Die Schule wringt mir die Knochen aus, aber bald, bald ist es vorbei. Wir schauen uns im Internet Wohnungen an und verzweifeln über Bafög-Anträgen und Auslandsbestimmungen, spielen ein bisschen Erwachsen-Sein. Es läuft soweit, auch wenn ich nicht mehr richtig schlafen kann. Februar wird kommen. Wenn ich diesen Test nicht bestehe, dann ... wird man weitersehen.

22.10.2008 um 23:01 Uhr

Dear mister presidents

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

 
Quelle, Foto von Jörg Quente

Und sie malen Blumen...
 Eine Aufname aus dem Irak, vom Dezember 2004. Das Bild macht sich selbst lächerlich, ist traurig zugleich, durch das bisschen Blumennaivität. Ich wurde irgendwann einmal gefragt auf welcher Seite ich sei, auf der Amerikaner oder der der Iraker. Ich habe geantwortert, auf der der Menschen.
Ich weiß nicht viel darüber. Ich weiß nur, dass es um den 11.September geht, um Bush, um Hussein, um Sunniten und Shiiten und die "Friedensbringer" aus Amerika. Es geht vorallem um Öl und eine entsprechende Lobby dahinter. "Mein Feind" ist nicht Bush, er sieht nur so aus als passe der Job des Sündenbockes. Leider wird wohl auch ein neuer Präsident den Karren nicht aus dem Mist fahren können, ohne vom selbigen überrollt zu werden. Es ist schon manchmal ein sehr seltsames Spiel und ich beginne, Opas Kapitalismuskritik zu verstehen. Aber mal sehen, wie lange der noch in den letzten Zügen liegt und hoffentlich auch von denen überfahren wird. Vielleicht wartet dann eine andere Welt, die wir wieder in Schutt und Asche legen können, bis sich wieder ein System in den Schwanz beißt. Es wird immer macht- und geldhungrige Menschen geben und leider sind nicht alle dumm genug dazu, ihren Frust herunterzuschlucken und nichts zu tun. Es ist nichts daran auszusetzen, gutes Geld zu verdienen, aber auf die Kosten der anderen, der Gesellschaft, der Welt(wirtschaft), der Umwelt?
Ich habe meine Revolution verpasst.

Ich habe gestern auf arte eine Dokumentation über die "Generation Irak" gesehen (könnt ihr euch auf der Homepage angucken, wenn ihr mögt) und war doch ein wenig schokiert, was von Gleichaltrige von sich gegeben wurde. Neben denen, die keine Alternative zum Militär hatten, waren dort Leute, die sich freuten, die in den Trainingcamps Krieg spielten und irgendwie zu vergessen schienen, dass da draußen im Irak keine Playmobil-Festung auf sie wartete. Sie wurden gefragt, ob sie keinen Skrupel hätten zu töten, ob sie denn sagen könnten, was genau ein Terrorist íst und ob sie bereit wären, zu sterben. Lächeln, verlegenes Grinsen. Dann auswendig gelernte Sätze, manchmal ein Winken, dass die Kamera wegdrehen soll. Objektiv im Sand. Das war's.
Ich lebe in einem anderen Land, hinter einem großen Ozean und mit einer Geschichte, die mit Propaganda selbst ihre Erfahrungen gemacht hat, aber ich verstehe sie trotzdem nicht, die Jungs und Mädchen die sich die Uniformen schnüren und losmarschieren und denken, sie retten ihr Land, die denken, sie demokratisieren. Das hat noch nie funktioniert und wird es auch nie. Das ist ein Hegemonialstreben, dass uns allen fast schon alltäglich vorkommt.
Ich habe diese Ideale nicht. Ich bin nicht Patriot. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich Deutsche bin und das Patriotismus nur das schönere Wort für Nationalismus ist und ich mich damit einfach nicht identifizieren kann. Ich würde nicht für "mein Land" kämpfen, nicht sterben. Für meine Familie, für meinen Freund, meine Freunde, für jeden Menschen, der meine Hilfe braucht würde ich versuchen, ihm diese zu geben. Aber nicht für ein Land, in das ich zufällig geboren wurde.

19.10.2008 um 23:32 Uhr

Fallschirme

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: nachdenklich
Musik: Nikolai Tokarev - La Campanella

 
Nikolai Tokarev

Und alles was wir wollten
War doch nur so richtig leben
Alles was wir liebten
War das Leben im Extrem
Ohne Rücksicht auf Verluste
Haben wir uns den Kick gegeben
Und den Fallschirm übersehen
Jonas Goldblum

Ich weiß nicht, wie man komponiert, ich habe kein musikalisches Gehör und kann maximal Blockflöte spielen. Aber ich verstehe etwas von Besessenheit. Dem unstillbaren Drang etwas Perfektes zu spüren, zu schaffen. Ich bewundere Menschen, die sich dem hingeben können und ich fürchte mich. Denn hinter dem, was den anderen gefällt und einen selbst doch nie zufrieden macht, steckt soviel Hingabe und Zeit und Energie, stecken die Selbstzweifel und das kategorische "Nein!" zu den Fragen, die das Aufgeben dem Leben manchmal stellt. Und ich höre mir die Musik des Pianisten an, höre nur die Ganztöne und finde es trotzdem schön. Weil ich hoffe zu wissen, was es ihm bedeutet. Ich kann nichts so beindruckendes, nichts was Menschen in Hallen strömen lässt, aber ich kann arbeiten, schaffen. Ich kann lernen, unermüdlich, wenn die Essenz des Stoffes es schafft, mich süchtig zu machen, süchtig danach, diese zu suchen und aufzuschlüsseln, mir eigen zu machen.
Ich kann keine großen Bilder malen, mein Sinn für Realität schwebt in keiner Metapher. Meine Wörte werden immer weniger. Ich vermisse ein anderes Leben und liebe es, wie es ist. Ich will mehr sein, mehr als das, immer so viel mehr als das. Ich habe den Fallschirm aufgespannt, kurz vor dem Knall und bis auf die paar Blessuren nicht viel davon getragen. Vielleicht sollte ich wieder fliegen. Oder lernen, mit geschlossenen Augen zu schweben.

Meine Berufung ist der Weg. Der Erfolg nach einem langen, mühsamen trial-and-error-Spiel. Die sensible Phase, in der ich Wissen aufsaugen will wie ein Schwamm, wird nicht vorbeigehen, nicht, niemals so ganz. Denn Wissen ist Macht, nicht wahr? Ein bisschen Macht über meine Welt. Ein bisschen Wissen darüber, wie sie funktioniert und wie ich meinen Platz in ihr finden kann.

07.10.2008 um 15:04 Uhr

2000 Seiten pures Glück

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: zwischen panisch und motiviert
Musik: ProSieben

Ich werde mich dran gewöhnen müssen. An das Lernen. In diesem Ausmaße. Amazon hat die Bücher im Warenkorb, BWL und Management, Mathematik, Assesment-Center. Der Aufnahmetes Anfang Februar, danach das Abitur. Ich hatte in meinem Leben noch keine Sekunde BWL-Unterricht, aber ich schaffe das schon. Die Einführung in die Betriebswirtschaftslehre hat gut 1000 Seiten, danach werde ich schlauer sein. Alles wird gut. Ich werde nicht viel schlafen, schlechte Laune haben, aber es wird machbar sein.

Anfang November geht es das erste Mal nach Innsbruck und dann wird man weitersehen. Ich freue mich auf die Berge und hoffentlich wird alles gut.

28.09.2008 um 19:47 Uhr

Ich lebe noch!

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: melancholisch
Musik: Amy McDonald - This is the life

Ich lebe noch.

Es ist wieder Herbst und ich möchte wieder etwas schreiben. Aus irgendeinem Grund fühle ich mich nicht nach Nachtwelten und es fällt mir schwer etwas über mich zu schreiben. Ich habe einige Wochen neben mir gelebt und habe aufgehört, mich sehen zu wollen. Ich habe mit einem Schatten geflirtet, mit der dünnen Grenze zur Nichtexistenz, die so bedrohlich wird, wenn das Leben an einem vorbeizieht, mit der Zeit und durch die Zeit. Mir geht es gut, mir ging es gut. Ich habe mich in dem Fleck meiner Pupillen versteckt, im toten Winkel. Ich werde und gehe zu Grunde. Ich will tanzen, weinen. Alles fließt.
Der Lebenswille ist da, wieder. Der Kopf gehört freier. Die Panik weggelacht. Die Füße stehen nach wie vor fest auf der Erde, nur der Kopf und das Herz forderten ihren Tribut. Ich habe meine Zukunft weggeschmissen, ein anderes Leben angefordert. Ich war unglücklich, unzufrieden. Weiß ich nun, was ich will? Werde ich es je wissen, gibt es ein Ziel? Wird mein letzter Atemzug glücklich sein? Wen brauche ich, was brauche ich?
Ich wollte davonrenne, ich will es. Ich wollte ein anderes Leben, dachte, ich brauche einen anderen Freund, ein andere Schule, andere Freunde und den Daumen ausgestreckt in die Freiheit, ohne Entscheidung, ohne Verpflichtung. Ich wollte weg, ins Ausland, nach China und Ecuador. Ich wollte fliehen vor der Erkenntnis, dass meine frühe Entscheidung eine falsche war und nun befürchte ich, dass die neue Entscheidung eine schwierige ist. Was wartet da draußen, wo werde ich in einem Jahr sein? Alles wird gut?
Ich will Umarmungen und rosa Blütenregen. Die Welt sehen. Nie ruhen. Wissen. Lernen. Love, travel and care. Mich finden. Es ist Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden. Das Leben ist schöner als mein gemeinhin glaubt.

And you're singing the songs
Thinking this is the life
And you wake up in the morning
And your head feels twice the size
Where you gonna go? Where you gonna go?
Where you gonna sleep tonight?

Amy Mcdonald

20.01.2008 um 00:05 Uhr

Alles doof.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: dah
Musik: Placebo

Salut!

Ist heute nicht mein Tag. Ich weiß noch nicht, ob ich depressiv bin oder nicht, aber auf jeden Fall müde und gereizt. Kevin ist arbeiten und das Leben will einfach kein Ponyhof werden.

Übrigens, ich bin Jahrgangsbeste, zeugnismäßig. Tschaka. Das zeugt von Intelligenz, die ich gerade erfolgreich bekämpfe, indem ich das Dschungelcamp auf mich rieseln lassen. Bin bei Mama und habe den halben Tag geschlafen. Therapie ist beendet, Facharbeit wartet und wartet und schreit, Hausaufgaben eh und ich will kuscheln. Und Liebe. Und so. Außerdem bin ich notorisch nostalgisch und möchte sämtliche Liebschaften und Nahezu-Liebnschaften der Vergangenheit anschreiben, just for fun und so. Mache ich aber nicht, bin ja nich mehr vierzehn. Ansonsten lässt mein Satzbau und überhaupt kreative Ergüsse heute zu wünschen übrig, aber der Stand-by-Modus hat auch Vorteile.

Ich will super dramtische Texte über mein Leben schreiben und scheitere an Müdigkeit. Kommt noch. Kommt heute Domian? Hatte gestern ernsthaft Angst. Da hat ein Typ angerufen, der hat ins Telefon gestöhnt und von seinem Schuhfetisch erzählt. Also ich hätte aufgelegt. Mein Stalker meldet sich übrigens nicht mehr. Ich bin leicht beleidigt. Niemand liebt mich, nicht einmal die ernsthaft eine Ecke ab haben Fröhlich. Immer diese pädophilen Menschen. Schlimm.

Oh, ist schon spät geworden. Geht man ins Bett? Glaube nicht. Ach man, irgendwie, seltsam, alles.

 

Schlaft gut. Habe euch lieb.

13.01.2008 um 21:25 Uhr

Ich melde mich mal wieder.

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: dah
Musik: Fernsehen

Hallo ihr!

Ich weiß, ich war untreu, lieber Blog. Aber mich nervt einfach alles. Zeugnis wird wohl gut, alles andere ist döh. Naja, so schlimm ist es auch nicht, aber ich will einfach weg. Weg. Weg. Irland, I'm coming. 2009 Wütend

Eigentlich wollten Kevin und ich ja zu unserem Zweijährigen eine Woche Urlaub in Irland machen, aber das ist einfach zu teuer. Ich kriege einfach keinen machbaren Nebenjob und das Geld auf dem Sparkonto muss prinzipiell erstmal vermehrt werden. Langsam muss ich anfangen, mir Praktika zu besorgen und allgemein das Au-pair-Jahr vorzubereiten.

Alles wird gut.

14.12.2007 um 16:35 Uhr

Klausurphase(n) vorbei!

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: Alles wird gut.
Musik: Kate Nash

Es ist vorbei, -bei, -bei Dezembermond!

Und ich fühle mich so:  Cocktail

03.12.2007 um 23:38 Uhr

Müde wie ein Iltis

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Musik: Kate Nash - Foundations

Hallo!

I'm back. Die Klausurphase ist fast überstanden. Heute Deutsch geschrieben, vier Stunden und meine Hand wollte sterben. Aber jetzt nur noch Mathe am 14. Dezember und bis dahin erstmal ein paar Tage lernfrei. Spring. Hüpf.

Leider passiert außer Schule mal wieder nicht viel und was da passiert ist des Erwähnens eigentlich kaum wert. Ich gewinne Spaß am Vollyball spielen und das obwohl das Sport ist. Morgen wieder zehn Stunden. I don't want this. Noch gut zwei Wochen, dann Winterferien. Nicht, dass das bedeuten würde, ich hätte frei. Nain. Facharbeit (aber die wird wenigstens Spaß machen), Lektüren lesen und Literaturstück auswendig lernen. Yeah.

Heute Nachmittag war ich so kaputt, dass ich mich nur kurz ins Bett gelegt habe und sofort eingeschlafen bin. Habe vier Stunden gepennt, bis 10. Gerade noch schnell Hausaufgaben gemacht und jetzt bin ich natürlich fit. Ein Teufelskreis.

We see us soon,

Tamara

11.11.2007 um 23:40 Uhr

Sundays I don't care 'bout you!

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: jammerig

Salut!

Ich glaub ich habe einen Kater, immernoch. Gestern Julias Geburstag und mein bester Freund war der Wodka-Energy. Grins. Alkohol und Zucker in Massen bedeutet Tamara hat Spaß. Naja, ich lag um kurz vor fünf im Bettchen meines Freundes mit gefühlten acht Promille und um neun klingelte der Wecker. Ich öffnete die Augen mit sehr präsenten 7,9 Promille. Ich drehte mich um und erschrak. Für einen Moment erkannte ich in meinem Freund Patrick S. und meine toten Synapsen dachten für Zentelsekunden, ich hätte Dummheiten gemacht. Kevin fand das weniger lustig. Ich dafür sehr :D

Naja, egal, wer saufen kann, der kann auch lernen, also ich seit elf heute morgen am Pauken. Italienisch und Chemie. Wenigstens fallen morgen die ersten beiden Stunden aus, was heißt, dass ich wenigstens en bisschen schlafen kann.

Buonanotte!

07.11.2007 um 14:57 Uhr

Blättergelb und Plattenbaugrau

von: Schattenwind   Kategorie: Alltagsgedöns

Stimmung: einfach lachen!
Musik: Three doors down

Ich will Ferien. Ich will weg. Mein Körper fühlt sich an wie nach einer lebenslangen Erkältung. Mehr Sand wird jeden Tag in den Kopf gefüllt. Sechs Wochen noch, bis zu den Weihnachtsferien.

Wenigstens habe ich gute Noten. Ich bin Dipol-Schüler. Fast nur Einsen und zwei Vieren. Allors, c'est la vie. Und ich habe einen tollen Freund. Trage mich einfach irgendwo hinter den Regenbogen.