Stimmung: supiiiiiii
Musik: Wunder, Toten Hosen
Wir haben nun eine sehr harte, aber auch schöne Saison hinter uns gelassen und würden sie gerne noch einmal rückblickend betrachten:
Angefangen hat alles mit einer 4,7..............
Unser Jahr hat leider nicht so begonnen wie wir es uns erhofft haben. In Leverkusen hat uns Ernie leider im Stich gelassen und es uns sowohl in der Pflicht, als auch Kür nicht gerade leicht gemacht. Letztenendes wurden wir 8. von 11 mit einer 4,7 :-( Das war nun wirklich kein guter Start und wir haben unsere ganze Hoffnung in die erste Sichtung gesteckt. "Schlimmer kann es ja nicht mehr werden", haben wir uns gedacht.
Dann war es auch schon soweit. Guten Mutes sind wir in Goch in den Turnierzirkel eingelaufen. Und siehe einer da, es hat alles perfekt begonnen. Ernie ist einfach nur klasse gelaufen.... Leider dies nur bis zum zweiten Teil der Pflicht. Plötzlich ist er wie verrückt losgerannt, da er sich vor irgendetwas erschrocken hat, sodass wir abgeklingelt wurden. Frustration hat sich im gesamten Team breit gemacht. Die ersten zwei Turniere waren der Horror. Was konnte jetzt noch alles kommen???? Wir waren verzweifelt.
Aber dann kam das rettende Turnier in Lobberich. 1A Pferd, 1A Start! Wir konnte wirklich eine souveräne Leistung zeigen und landeten mit einer 6,2 auf dem ersten Platz der zweiten Abteilung. Nun war die Hoffnung wieder da und wir versprachen uns viel von der dritten Sichtung in Hilden.
Ja, zu viel versprochen...kann ich dazu nur sagen. Ernie wollte unser Glück dann doch noch etwas hinauszögern und hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir landeten mit einer 6,3 auf dem zweiten Platz der ersten Abteilung. Sowohl Platz als auch Note waren nun wirklich in Ordnung, aber wir haben uns immer gefragt, was wäre wenn...........
Dies war nun auch das letzte Turnier vor der Sommerpause und wir konnten immer noch keine Aufstiegsnote ergattern. Einige von uns haben nicht mehr an das Glück geglaubt und die Hoffnung schwand von Tag zu Tag. Wir haben zeitweise sehr an uns gezweifelt und geglaubt, dass es nicht mehr möglich wär zwei Aufstiegsnoten im zweiten Teil der Saison zu holen.... Wieso sollte es nun klappen, wenn es die letzten vier Turniere nicht geklappt hat? Was ist wenn Ernie wieder einen schlechten Tag hat? Und was ist, wenn wir uns so unter Druck setzten, dass wir vor lauter Nervosität nicht mehr wissen wo oben und unten ist? Was ist wenn wir einfach schlecht sind? Oder wenn die Noten generell eher tief gehalten werden? All dies ist uns durch den Kopf gegangen..... ............. Aber wir haben trotzdem weiter versucht unseren Frust zu verstecken und positiv zu denken. So haben wir trotz des ganzen WM Stresses die ganzen Ferien hart trainiert.
Am Ende der Sommerferien kam dann die nächste Hiobsbotschaft: Christina hat uns ins Stübchen zusammen gerufen und berichtet: "Ernie ist lahm. Wir werden die ganze Saison nicht mehr auf ihm starten können!" Stille, Schweigen, Schluchtzen..... Kurze Zeit später haben alle geweint. So eine S******. Nun wurden die ersten drei Mannschaften anders auf die Pferde verteilt und wir haben begonnen auf Turtock zu trainieren. Wir waren anfangs wirklich nicht begeistert von dieser Situation, warum auch!? Es ist schließlich so ziemlich alles schief gegangen, was schief gehen konnte!
Es hat aber alles besser funktioniert als wir dachten und wir sind das erste Turnier in Kleve motivierter denn je angegangen. Naja, wir wurden mit einer passablen Leistung 3. mit einer 6,0.
Weiter ging es dann in Bocholt. Ganz ehrlich: Nun haben wir uns nichts von diesem Turnier versprochen und haben einfach alles gegeben. Und es hat sich gelohnt! Pflicht und Kür waren wirklich super, aber keiner hat sich getraut das Wort "Aufstiegsnote" in den Mund zu nehmen. Besser so! Wir wurden 1. der ersten Abteilung mit einer 6,49! Dies war wohl der tiefste Tiefpunkt unserer Laufbahn. Ich kann dieses Gefühl völliger Leere nicht beschreiben. So kurz vor dem Ziel und dann gehts doch daneben.... Die Reaktion auf dieses Ergebnis: Wir haben noch zwei Turniere in Westfalen nachgennant, um wirklich alles zu geben.
Aber erst einmal stand unser eigenes Turnier vor der Tür. Und schon standen wir wieder im Turnierzirkel. Eine wirklich, wirklich gute Pflicht haben wir geturnt. Die Kür war mehr oder weniger ok ;-) Leider hat die Kraft im letzten Dreierblock nachgelassen, sodass wir einen Sturz beim Abgang zu verschulden hatten. Bittere Gefühle machten sich breit. Und? Glaubt ihr es reicht?????? JA! Es hat gereicht: 1. Platz mit einer 6,6!!! Puh, geschafft ;-) Einfach geil, das Gefühl!
Auf ging es nach Ahaus. Wir wollten es schaffen, ja! Aber wieder war es kein gewöhnlicher Start. Wir sind in ganz außergewöhnlicher Teamzusammenstellung angetreten: Wir haben nicht nur innerhalb der Voltigierer umgestellt, sondern mussten unsere jahrelange und einzige Longenführerin abgeben! Es war das erste mal, dass wir nicht von Christina vorgestellt werden konnten. Einfach nur crazy! Alles geändert für einen Start.....nein für ein ZIEL! Es war ein harter Kampf und es hätte sicherlich auch in die Hose gehen können....ist es aber nicht! Wir haben es durchgezogen! Wir siegten mit einer 7,0!!!! Jiiipiihhhh!!!!
Somit haben wir uns riesig auf Voerde gefreut; um endlich einmal ganz entspannt in die Prüfung zu gehen ohne den Druck, der einem den letzten Nerv raubt und um einfach Spaß zu haben und das Turnierfeeling zu genießen!
Ehm,naja, so einfach war es dann auch nicht. Was wäre das auch schon für ein Start, wenn nicht wieder irgendein Schicksalsschlag dazwischen gefunckt hätte!? Ist doch langweilig ;-)
Carlotta hat es vorgezogen sich lieber vor Voerde ein Bein zu brechen, um das ganze noch ein wenig interessanter zu machen. Dazu kommt, dass Sabine sich ihre Hand verletzte und ebenfalls nicht starten konnte. Was soll ich dazu sagen?!? Dazu fällt mir nur ein: Aufgeben ist etwas für Weicheier^^ Aber ruck zuck wurde gar nicht lange drüber nachgedacht, die Kür umgebaut und gestartet. Und siehe einer da, wir haben mit einer 6,9 den ersten Platz der ersten Abteilung belegt.
Hätte das uns mal einer vor zwei Monaten gesagt, dass unsere Saison so ein schönes Ende nehmen würde. Wir hätten es nicht geglaubt! Nein!!!! ...immer diese Sprüche " Passt auf, irgendwozu ist es gut!", ich hasse sie und werde sie immer hassen, aber eines kann ich euch sagen: Es stimmt!
Unser kleines Märchen 2008 ist vielleicht nich für jeden so unglaublich wie für uns. Nach außen sind wir einfach eine M* Gruppe,, die nun in M** startet und den Turniersport mit gewisser Ernsthaftigkeit angeht und klare Ziele festlegt. Natürlich sind wir eine ganz normale Turniergruppe wie jede andere (vielleicht aber auch nicht ;-)) und es ist nichts ungewöhnliches mal erfolgreich zu sein.... Aber für uns bleib es ein Hindernisslauf mit vielen, vielen Hürden, die wirkich so absurd und selten und unüberquerbar schienen, dass es wie ein kleines Wunder ist. Uns hat sich wirklich ein großer Traum erfüllt, für den wir mehr als genug in Kauf (z.B. 400 Euro für einen Rückflug von Spanien nach Deutschland ;-)....gaaanz bitter!) genommen haben.
Und nun ein rechtherzliches Dankeschön an alle, die zu unserem Erfolg beigetragen haben. Wir haben wirklich viele Menschen, die sich den Popo für uns mit aufgerissen haben und uns unterstützen wo sie können! DANKE, DANKE, DANKE! Auf dass wir eine genauso schöne (aber bitte net ganz so turbulente ;-)) Saison 2009 erleben und noch gaaaaaanz lange ein Team bleiben! Denn das sind wir!
EIN TEAM!!!!!