>Jahresrückblick<
Wenn ich dieses Jahr in einem Wort zusammen fassen müsste
wäre es das Wort ‚Abschied‘.
So oft Abschied nehmen, wie in diesem Jahr, musste ich noch nie. Einige waren
traurig, andere eher weniger. Bei manchen war ich froh, endlich Abschied nehmen
zu dürfen. Bei anderen war ich unendlich traurig. Es gab einige Abschiede, zu
denen ich eher gezwungen war, andere die im Stillen passierten. Und ein paar
waren auch irgendwie gar keine. Abschiede, die mich und vor allem dieses Jahr
prägen sollten.
Doch dieses Jahr hielt mehr für mich bereit als Abschied nehmen.
Wundervolle Märchenmomente, wie sie schöner nicht hätten sein können. Freundschaften, die mich verzauberten. Tage, ja manchmal sogar Wochen, an denen ich nichts anderes tun konnte, als einfach nur zu grinsen und mein Leben zu genießen. Ein Geburtstag, wie er schöner nicht hätte sein können. Ja, die Volljährigkeit, die musste natürlich gefeiert werden. Vier Tage, mit den besten Leuten, die diesen Geburtstag zu etwas ganz besonderem gemacht haben. Mit dem besten Geschenk, das mir jemand machen konnte. Ein ultimativer Supersommer, mit den wichtigsten Menschen in meinem Leben. 5 lange Wochen. Erst hier, zwei Wochen mit meinem Bruder, den ich so lange nicht gesehen hatte. Dann 2 Wochen in meinem zweiten zu Hause, bei meinem Vater, bei meinen ‚anderen‘ Freunden, meiner anderen Familie. Und dann zwei Wochen in Holland, mit der besten Chaotenbande, die ich je erlebt habe. Es war eine schöne Zeit, die ich nie vergessen möchte. Aber erst die Arbeit dann das Vergnügen. Bevor ich diesen Sommer endgültig genießen konnte, lagen harte Wochen vor mir. Der Prüfungsstress. Die Nachprüfung, trotz wochenlangem lernen. Doch dann durfte ich es endlich in der Hand halten: Mein Fachabitur. Doch da war auch wieder der Abschied. Ich musste mich von wundervollen Menschen trennen. Menschen, mit denen ich viel zu wenig Zeit verbrachte, wie mir erst viel zu spät klar wurde. Manche werde ich womöglich nie wieder sehen. Unsere gemeinsame Zeit war einfach zu kurz. Andere durfte ich erst nach dieser Zeit richtig kennen lernen. Dann die große Frage „Wie geht es jetzt weiter?“ Ja, was will ich jetzt machen? Große Enttäuschung, kein Studienplatz. Traum geplatzt. Für’s erste. Dann die Entscheidung, mich nützlich zu machen, ein FSJ- Freiwilliges Soziales Jahr. Ich fand diese tolle Einsatzstelle in der ich jetzt tätig bin. Bei der ich mit tollen Menschen zusammen arbeiten darf, wundervolle und beeindruckende Bekanntschaften machen darf und sogar zwei tolle Freundschaften aufgebaut habe. Doch selbst da wird der Alltag vom Abschied geprägt. Die Leute kommen und gehen. Sie werden es jeden Tag tun. Daran muss man sich gewöhnen, was mir immer noch sehr schwer fällt.
Doch es gab ein Erlebnis in diesem Jahr, bei dem ich endlich keinen Abschied mehr nehmen musste! ‚ER‘ zog endlich wieder bei uns ein. Und als er ankam konnte ich es noch gar nicht fassen- ich musste mich nicht wieder nach zwei Wochen von ihm trennen. Nein, diesmal nicht. Er sollte bleiben und das tat er tatsächlich. Er ist immer noch hier. Nur ein Zimmer weiter und keine 683,24 km Luftlinie. Und es fühlt sich wundervoll an.
Er hat in diesem Jahr auch so viel mit mir gemeinsam
durchlebt, obwohl er so weit weg war.
Die zwei gescheiterten Beziehungen, den ganzen Stress und den Kummer, den ich
ständig in meinem Herzen trug. Aber er
teilte auch die schönsten Augenblicke mit mir.
Dieses Jahr war ein ständiges Auf und Ab. Doch es endet, wie
es angefangen hat bzw. wie das alte aufgehört hat- in völliger Ahnungslosigkeit,
im Ungewissen. Aber ich werde das Beste draus machen.
Ich wünsche euch allen einen angenehmen Übergang in das Jahr 2011, ein gutes Jahr, in dem eure Wünsche, Träume und Hoffnungen erfüllt werden!


