Aufgeben...?
Stimmung: traurig
Ich weiß ja, dass ich mich da nicht einzumischen habe, weil ich von solchen Dingen nichts verstehe und ich glaube fast, dass er mehr darum gekämpft hat, als mir bewusst ist, trotzdem traf es mich vorhin wie einen Schlag ins Gesicht, dass er sie vielleicht aufgeben will, an seinen Bruder abtritt, der sich nie wirklich um sie geschert hat... Auch wenn ich weiß, dass er vielleicht richtig handelt, stirbt dadurch ein Kindheitstraum von mir, der zwar längst ausgeträumt ist, oder nein, nicht ausgeträumt, sondern sich einfach nur verändert hat, aber trotzdem noch etwas zu bedeuten hat... Ich hatte mir als kind so gewünscht, dass ich sie einmal bekomme, damals als ich noch nicht zur Schule ging, keine Ahnung vom Leben hatte und schon gar nicht davon, was ich einmal machen will... Es tat weh, als ich gehört habe, wie locker und cool er davon redet, dann einfach etwas anderes zu machen, obschon ich glaube, dass es ihn vielleicht mehr verletzt als er zugibt, das Lebenswerk seines Vaters abzugeben... Und es verletzt mich, vielleicht weil ich, kaum das ich laufen konnte immer in den Chefsessel geklettert bin, weil ich die ganzen Leute, die sowohl damals als auch heute da waren immer noch kenne oder vielleicht einfach nur, weil ich von Grund auf mit ihr aufgewachsen bin und sie mir ein Stück weit Sicherheit in meinem Leben verschafft hat....
Aber vielleicht kommt auch alles ganz anders...





*umarm*
Tut mir Leid für dich....
Aber ich bin dankbar für die Erinnerungen, die ich habe...
Habe hier momentan die gleiche Situation mit dem Geschäft meiner Eltern.. Haben sie auch verkauft.. Obwohl es der Lebenstraum von meinem Stiefvater war...
Ich wollte es nie fortführen.. Aber dennoch war ich immer glücklich dort sein zu dürfen...
Wenn man einfach da sein darf und die Welt beobachten...
Was ist das denn für ein Unternehmen eigentlich?
mein Opa hats gegründet, meinem Vater und seinem Bruder gehörts. So Tankstellenbetrieb, auch Reifen- und Felgenverkauf und Waschanlagen gehören auch ein paar dazu. Und mein Onkel hat sich nie wirklich drum gekümmert, der is eh dauernd in china, und die zwei verstehn sich eh nicht soo gut... und mein Vater miente vorhin, einer von beiden wird gehen und das macht dann ganz sicher er...
und irgendwie tat das weh, weil mich die zehn Jahre in denen ich dort ein und aus gegangen bin doch auch geprägt haben..
und ich kann mich doch so schwer trennen von alten Dingen...
Ja, Leben prägt Menschen... Dinge, die Erinnerungen schreiben... Manchmal muss man loslassen um nach vorne blicken zu können... Einen anderen Weg einzuschlagen.. - Leider...
Ich weiß, wie schwer es ist sich von alten Dingen trennen zu müssen... , Einfach weil es mir genauso geht...
Aber sie bleiben ja schließlich Erinnerung... Und das ist gut so...
Du wirst anderes kennen lernen, andere Orte, wo du ebenso gern ein und aus gehst.., auch, wenn es dann vielleicht nicht deiner Familie gehören wird...
Und vll wirst du ja irgendwann sagen: - Eigentlich ist es gut so, dass es so gekommen ist...
Warum auch immer :)
*drück*
Es ist nur irgendwie auch so, dass ich eigentlich die ganze Zeit über nicht daran gedacht habe, wie ich zu dieser Firma stehe, dass sie mir etwas bedeutet...
Aber jetzt wo ich sie vielleicht "verliere", den Ort nicht mehr real besuchen kann, merke ich auf einmal wie viel es mir doch immer bedeutet hat dort zu sein, schon allein, weil damals die Mitarbeiter die ich kannte immer so lieb zu mir waren, manchmal habe ich meine Eltern stundenlang nicht gesehen, weil sie sich alle um mich gekümmert haben...
Ich brauche sie auch nicht um mich an der Vergangenheit festzuhalten aber... es ist wie mit meiner Oma... jetzt wo ich weiß, dass sie vielleicht nicht mehr lange lebt, mach ich mir Vorwürfe, dass ich die Zeit in der ich sie sehen kann nur noch so begrenzt ist und ich sie vorher nicht besser genutzt habe, obwohl sie ja immer da war...
Dieses Loslassen, das wirkliche loslassen, das Akzeptieren, fällt mir irgendwie schwer, weil die Firma für mich nichts Materielles ist, sondern ein Ort der früher einmal so was wie ein Zuhause war und wer verliert schon gerne sein Zuhause...
Aber natürlich hast du Recht, ich weiß ja nicht, was mal sein wird und vielleicht ist dieser Schritt notwendig um einene neuen "besseren" Ort zu finden^^
Aber ich denke, dass auch diese "späte Einsicht" nichts ist, was man bereuen kann...
Besser spät als nie...
So einfach das klingen mag.. Genauso weiß ich, wie schwer die Durchführung sein mag... Zu Akzeptieren und Loszulassen... Einfach die restliche Zeit genießen zu können..
Niemand verliert gern sein Zuhause, denn niemand verliert gern einen Teil seines Herzens... Aber ich glaube, du schaffst das alles.. und stehst alles durch, egal, was kommen mag.
Ich glaube an dich.
Du schaffst es doch immer wieder mich aufzubauen, das weiß ich sehr zu schätzen^^
Nichts zu danken ;) Gerne