Dafür hab ich Schnee gesehen
Musik: I hate everything about you- Three Days Grace
Urlaub ist anstrengend. Nichts tun ist anstrengend. Es waren nur zweieinhalb Tage. Aber es kommt mir vor, als wäre ich ewig fort gewesen. Es war schön. Einfach. Landleben. Damit bin ich schließlich groß geworden. Ich hab mich daheim gefühlt. Habe viele Orte gesehen, an denen ich noch nie war und an die ich so schnell nicht zurück kommen werde. Diese herrlich türkisenen, klaren Seen. Traumhaft. Da war diese schneeweiße Katze, die auf einem Zaun saß. So reglos, als gehöre sie dort hin. Ich habe meine Großcousinen kennengelernt. Zwei wunderbare kleine Mädchen. Oberflächlich betrachtet war alles toll. Wenn man genauer hinsieht, hat immer irgendwas gefehlt. Ich weiß bis jetzt nicht was, aber das Gefühl des Vermissens war allgegenwärtig. Das Schönste waren die stundenlangen Autofahrten. In irgendwelche Städte. Sightseeing. Immer am Wasser entlang. Oder durch Wälder hindurch. Und ich hab rausgeschaut und meine Musik gehört. Das war das Beste. Es war dieses unbeschreibliche Gefühl von Freiheit, die Bäume an mir vorbeiziehen zu sehen, auf dem Weg, fort von daheim. Hauptsache niemals ankommen... Natürlich sind wir trotzdem angekommen. Zuhause. Nachdem der Familienrat tagte und ich mit eins zu drei Stimmen überstimt wurde direkt heimzufahren. Und nicht dorthin, wo ich hinwollte. Dabei wollte ich schon immer mal ins Märchenschloss. In Neuschwanstein. Aber dafür hab ich Schnee gesehen...





Vielleicht ein Herzensmensch, mit dem Du Deine schönen Eindrücke teilen konntest?
..so geht's mir zumindest oft. Wenn ich nicht jemanden an meiner Seite habe, der ähnlich denkt und empfindet, sind viele Erlebnisse nur halb so schön.
Denn ich habe mich ein bisschen allein gefühlt...