Flammen in den Bergen

21.08.2007 um 04:06 Uhr

Nachtwache...

von: Irmgart1911   Kategorie: Häuser und Gärten   Stichwörter: Funken, Stichflammen

Stimmung: besser
Musik: Smoke on....

So langsam kam Hunger auf, wir hatten weder gefrühstückt noch etwas mittags gegessen. Mein Mann kochte uns und den Hunden Nudeln. Wir sahen beide immer wieder nach draußen, nervös waren wir, aber im Augenblick war nur Rauch um das Haus, die Flammen waren erstmal erstickt. Der Scirrocco bließ allerdings immer noch mit voller Stärke.

Nach dem Essen gings uns besser. Drei von meinen Hunde waren neben uns und warteten aufs Essen. Donald hatte vor Angst, das Auto immer noch nicht verlassen. Wir mußten ihn holen und vorsichtigt ging er bis ans Haus, als er es erreicht hatte war er wieder ok, denke ich.

Nach einer Tasse Kaffee machten wir einen Rundgang. Die Bäume glimmten, der Wind entfachte immer wieder einige örtliche Feuer, aber die Flammen fanden durch das ABC-Pulver keine Nahrung mehr. Mein Bioabfall brannte schon wieder und der Telefonmast auch. Der war inzwischen zur Hälfte verbrannt und gnädiger Weise Richtung Wald umgefallen, sonst wäre er mir direkt in den Oleander.

Es wurde so langsam dunkel, wir beschlossen Nachtwache zu halten. Die erste Wache übernahm ich, ich so aufgedreht, daß ich nicht schlafen konnte. Ich setzte mich an meinen Computer und sah mir meine Post an. Ich weiß nicht was ich öfters machte, die Briefe lesen oder aus den Fenster sehen. Ich ging hinunter, als ich es nicht mehr aushielt, und machte mit meinen Hunden einen Rundgang. Die Forsteverwaltung fuhr vorbei und eine halbe Stunde später die Polizei. Als ich doch endlich müde wurde weckte ich meinen Mann.

Er weckte mich, so um vier Uhr ich hatte gut 2 Stunden geschlafen, 'Du mußt mir helfen, bei Raffaele brennt es wieder'. Ich war von einer Sekunde zu anderen hellwach. Wir brauchten eine Schaufel und Eimer, dann rannten wir nach oben. Raffaele hatte zwar Wasser aber keine Pumpe, er hatte seinen Strom abstellen lassen, weil er im Sommer nicht kommt. Aber er hatte Sand auf der Terrasse, ein Rest von Bauarbeiten vor ein paar Jahren. Mit den Eimern voller Sand, liefen wir zum Feuer, und kippten sie darüber, immer wieder und wieder. Jetzt ist der Sandhaufen auf jedenfall verlagert worden, er ist jetzt unter seinen Pinien, die an der Stelle restlos verbrannt sind.