Panik...
Stimmung: gut
Musik: Knocking on .....

'Haben wir eigentlich den Strom abgestellt?', fragte ich meinen Mann. Abwesend sah er an mir vorbei und antwortete: 'Ich weiß nicht', und schon war auf dem Weg zu seinem Auto, 'ich seh nach', rief er mir zu und fuhr los.
Ich ging zurück zu meinem Auto und Hund und wartete im Schatten der Pinien, die oben bei mir so gut brannten.
Er kam nicht zurück, wo blieb er nur. Ich entschloss mich hochzufahren und nachzusehen, hoffentlich war nichts passiert, der Strom war abgestellt aber von ihm nichts mehr zu sehen. Rex, mein Hund, wurde nervös, oben bei meinem Nachbar stand eine Pinie in hellen Flammen, ich entschloss mich wieder auf die Straße zu fahren. Bei mir waren am Zaun entlang die Rosmarinsträucher und Oleander verbrannt. An unserer Privatstraße war inzwischen alles abgebrannt, überall knisterten die Bäume und ab und zu gab es wieder Stichflammen.
Raffaele kam mir entgegen, 'wie siehts aus?', fragte er. Als er um 12 in die Stadt gefahren war, hatte es ausgesehen als hätte die Feuerwehr auf seiner Ecke das Feuer gestoppt. 'Deine Pinien brennen', gab ich frustriert zurück. Er machte Platz, daß ich vorbeifahren konnte und fuhr hoch zu seinem Haus.
Ich fuhr nochmal zu dem ersten Platz, nichts, dann fuhr ich zurück und stellte mich wieder in den Schatten, aber so daß ich nah an meinem Haus war. Ich sah zu wie eine Weinrebe nach der andere abbrannte, zum Heulen, die habe ich alle selbst gezogen. Das Feuer die Schattenspender für meine Pflanzen zum Schmelzen brachte und die Hitze meine Olivenernte für diese Jahr niedermachte.
Als ich merkte, daß das Feuer über meinem Haus keine Nahrung mehr fand, stellte ich den Wagen hinter meinen Nachbar Michelle, der mit Frau und Tochter nicht weit entfernt parkte und ging zu Fuß hoch. Bis jetzt hatten die Flammen noch nicht auf das Haus übergegriffen, also konnte ich noch was machen.
Hinten im Garten brannten ein paar Frühjahrsbeete lichterloh, das Feuer hatte noch eine Strecke von drei Meter zu meinen Holztreibhäusern, die direkt am Haus anschlossen. Ich öffnete das Wasser und ließ es laufen, so das es rings ums Haus alles feucht war und räumte alles was Holz und leicht brennbar war von den Hausmauern weg, ich war naß vor Schweiß aber auch dankbar, daß das Haus noch war. Es machte mir Mut, als ich dachte es ist genug, ging ich den Garten und fing an die Frühjahrsbeete zu löschen.
Ich hatte ein paar volle Regenwassertonnen im Garten stehen, ein Teil war von den Flammen angesenkt und hatten sich schon halb entleert, den Rest warf ich um und befeuchtete damit die Erde, daß die Flammen nicht liefen, die anderen kippte ich über das Feuer. Mein Bio-Kompost brannte gut und der Telefonmast nebendran auch, ich hatte nicht gewußt wie gut die brennen.
Ich war so beschäftigt, daß ich kaum bemerkte, daß mein Mann wieder da war, er hatte seine Panik überwunden. Gemerkt habe ich es eigentlich daran, daß ich auf einmal wieder Druck auf meinem Wasserschlauch hatte. Er hatte den Strom wieder angestellt.
Jetzt ging es besser, das Feuer lief in Höhe des Hauses, wir mußten verhindern, das es weitere Nahrung fand und Richtung zu uns kam.
Michelle mein Nachbar kam zurück, mein Hund und Wagen standen noch allein auf der Straße. Das Feuer wurde vom Wind in diese Richtung getrieben. 'Mein Hund', und schon war ich auf dem Weg, mein Mann löschte weiter.
Die anderen drei waren noch im Auto meines Mannes, als ich vorbeirannte kam Asterix und Minni aus dem Auto um mich zu begrüssen, Donald verließ das Auto nicht. Muß zugeben, ich bin sportlich, aber eben habe ich alles übertroffen um meinen Wagen zu erreichen, geschafft, zwei Bäume weiter brannte es schon.
Ich fuhr durch die glühende Holzkohle hoch zum Haus und ließ Rex aus dem Auto, der mit den anderen, außer Donald, ins Haus lief. Donald blieb im Auto bis wir aufhörten zu löschen.
Wir hörten ein Flugzeug kommen, und endlich, es war das schon seit Stunden angeforderte Löschflugzeug mit Wasser und es kam dreimal hintereinander. Wir waren von oben bis unten weiß von dem ABC-Pulver, das die verdünnt mit Salzwasser schütten, aber es war mir egal.
Wir brachten uns nach dem ersten in Sicherheit und ließen sie löschen. Ich hätte einen Indianertanz vor Freude tanzen können.
