Schreie......
Stimmung: besser
Musik: child in time
Als mein Mann mich wieder aus dem Schlaf rüttelte war es fast hell, er war hundemüde und sagte mir noch kurz wo ich Feuerwache schieben mußte.
Ich machte unregelmäßig eine Rundgang und meine Hunde folgten mir, er hatte gut gelöscht, zum Glück rauchte es nur noch in allen Ecken, Flammen kamen nicht mehr hoch, obwohl der Scirrocco immer noch mit gleicher Wucht blies. Wir hatten jetzt kurz vor sieben und 47 Grad, der Thermometer im Garten hatte seinen Geist aufgegeben und war an oberster Stelle mit seiner Flüssigkeit stehen geblieben.
Ich ging wieder ins Haus und einige Minuten später hörte ich lautes Schreien und Huben, so schnell war ich noch nie wieder draußen. Jetzt brannte es auf der anderen Seite des Baches. Der Bauer von der anderen Seite versuchte seinen Nachbar, der nur im Sommer in seinem Haus war, Basile, aus dem Haus zu holen. Es antwortete niemand, der Bauer ging zurück auf sein Grundstück mit Olivenbäumen und erstickte die Flammen, die am Rande entlangliefen. Ich dachte Basile wäre mit seiner Frau nach Palermo zurückgefahren und sah zu wie das Feuer so langsam von hinten zum Haus wanderten. Von der Provinzstraße aus kroch ein anderes Feuer Richtung der kleinen Privatstraße. Auch der Bauer bemerkte es und brachte sich in Sicherheit.
Dann hörte ich einen kleinen Hund bellen und kurz danach sah ich Basile mit einem Schlauch über sein Grundstück hetzen, das war knapp. Ich weckte meinen Mann und beide sahen wir zu wie die andere Seite auch abbrannte. Ein Hubschrauber mit Löschwasser ließ eine volle Ladung Wasser über dem Haus von drüben ab, gerettet, zum Glück.
Später erfuhren wir, daß Michele, als er aufwachte und sah wo es brannte, Basile telefonisch aus dem Bett geholt hat. Die Unterstützung per Flugzeug oder Hubschrauber hatte die Feuerwehr angefordert.
Ein Bauer, paar hundert Meter weiter, hat mit dem Bagger die Flammen erstickt. Ein anderer hat ab 4 Uhr morgens nur am Rande seiner Olivenbäume die Flammen erstickt, weiter unten hat ein Nachbar auch die Bäume von den anderen gerettet.
Es gab nicht mehr viel was brennen konnte und es schlich sich ein ungutes Gefühl bei uns hoch. Unten auf der Provinzstraße war eine Ansammlung von Wagen und es wurde in Richtung der der Brücke diskutiert, was war den da passiert?
Wir gingen hinunter, bei uns war eine dicke Eiche umgefallen und lag quer über der Privatstraße und auf der Provinzstraße war ein Telefonmast gekippt und versperrte die Durchfahrt. Ein anderer Mast war von unten her verbrannt und hing nur noch an den Leitungen, der nächste bestand von unten nur noch aus 5 cm Holz der Rest hatte sich verabschiedet.
Die Telefonmasten, ich muß zugeben inzwischen habe ich kein gutes Verhältnis mehr zu diesen, an unserer Privatstraße sind alle aber ohne Ausname restlos verbrannt, was übrig blieb ist die Holzkohle und Stümpfe, die andeuten, daß hier mal ein Mast war.
Die Forstverwaltung rückte an um die Straße freizumachen, aber wie, nichts hatten die dabei.
