Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

02.12.2009 um 17:54 Uhr

Ars scribendi

Wachstafeln und Griffel

In der Antike und im Mittelalter wurden Wachstafeln und Griffel wie später Notizpapier und Bleistift verwendet. Holztafeln wurden dazu ausgetieft und mit gefärbtem Wachs gefüllt.  Mit einem Griffel aus Metall, Bein oder Holz konnte man Notizen einritzen. Wollte man den Text löschen, drehte man den Griffel um und strich das Wachs mit dem abgeflachten Ende wieder glatt.

 

 

Rotbraune Dornentinte 

Rotbraune Dornentinte wurde aus der Rinde von Schlehenzweigen gewonnen. Diese Tinte ist lichtecht und wasserfest. Sie wurde vom 6. Bis ins 13. Jahrhundert verwendet. 

Theophilus beschrieb um 1100 das langwierige Herstellungsverfahren: Die „Dornen“ sollen im April oder Mai vor dem Ausschlagen geschnitten werden. Die abgelöste Rinde wird mit Wasser angesetzt und unter Hinzugabe von Wein eingekocht. Nach dem Trocknen wird die Tinte in einem Pergamentsäckchen aufgewahrt. Zum Schreiben löst man Stückchen der siegelartigen Masse in Wein auf.

 

 

Schwarze Tinte 

Schwarze Eisen-Gallus-Tinten wurden seit dem 3. Jahrhundert nach Chr. verwendet. Für ihre Zubereitung sind zahlreiche Rezepte überliefert. Die Grundstoffe waren im wesentlichen Galläpfel und Eisen- oder Kupfersulfat. Als Bindemittel wurde Gummi verwendet, als Lösungsmittel dienten Wasser, Wein, Essig oder Bier. 

Diese Tinten waren wischfest. Sie bleichten leicht aus und verursachten – wenn die Handschrift zu feucht aufbewahrt wurde – unter Umständen gefährliche Oxidationen, den sogenannten „Tintenfraß“.

 

 

Farbige Tinten 

Schon die Ägypter gebrauchten für Initialen, Überschriften und hervorgehobene Wörter rote Tinte. Im Mittelalter wurde dafür neben Rot auch Blau, Gelb und Grün verwendet. 

Wichtige Wörter oder ganze Textabschnitte wurden mit Gold- und Silbertinte geschrieben. Für besonders wichtige Schriften wurde purpurfarbenes Pergament verwendet.

 

 

Pergament 

Pergament wird aus tierischer Haut gewonnen. Im Unterschied zu Leder wird es nicht gegerbt, sondern lediglich gekalkt, enthaart, gespannt und getrocknet. Die Herstellung hat sich im Lauf der Zeit nur unwesentlich verändert 

Antiker Überlieferung zufolge soll Pergament im 2. Jahrhundert v. Chr. in der Stadt Pergamon „erfunden“ worden sein. Es setzte sich im 4. Jahrhundert n. Chr. gegenüber Papyrus endgültig durch. Pergament wurde erst im Lauf des 14. Jahrhunderts vom Papier verdrängt.

 

 




(Kloster Seeon)

 
 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitieren1mishou schreibt am 02.12.2009 um 21:47 Uhr:Das ist echt toll, bei dir lernt man richtig was!

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