Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

06.09.2007 um 19:15 Uhr

Bienenfüttern

Die Zufütterung für den Winter ist beendet.

Heute Abend (hurra, es regnete dabei in Strömen) habe ich die leergeschlapperten Futtereimer abgeholt.

Die Eimer haben oben im Deckel einen feinen Siebeinsatz:

Der Eimer wird mit einer Honig-Sirup-Flüssigkeit (es gibt verschiedene Zusammensetzungen und Rezepte) gefüllt und dann umgedreht. Da zuerst ein wenig Flüssigkeit herausläuft, muss er außerhalb des Bienenvolkes umgedreht werden (am besten über einem leeren Eimer), da die Bienen ansonsten in ihrem eigenen Honig jämmerlich ertrinken könnten.

Nach einer Weile bildet sich ein Unterdruck und das Getropfe hört auf.

Man stülpt den Eimer über die Bienenwaben in eine leere Zarge. Ich habe mir hier ein einfaches Brett gebastelt, aus dem ich mit der Stichsäge ein Loch gesägt habe - so groß wie der Siebeinsatz des Eimers). Dann wird der Deckel über dem Volk geschlossen.

Die Bienen hängen sich von unten an das Sieb und saugen gierig (da es ja draußen kaum mehr etwas zu holen gibt). Je nach Volksstärke brauchen sie circa eine Woche, bis alles leer ist.

Selbst dann können sie sich nicht von dem verführerischen, gut riechenden Sieb trennen. Man sieht auch, dass sie nicht nur gefressen, sondern auch "gearbeitet", d. h. alles mit Wachs verklebt haben:

Nach der dritten Futtergabe sollte genug Vorrat für den - hoffentlich nicht zu langen Winter - eingelagert sein. Füttert man zuviel, wäre kein Platz mehr für die Brut vorhanden (die Bienen kennen kein Maß und Ziel, sie würden ohne Ende alles holen, was sich bietet).

An die Fütterung schließt sich direkt die zweite Behandlung gegen die Varroa-Milbe an. Ohne Behandlung würden die Bienen wahrscheinlich nicht - oder nur stark verstümmelt - über den Winter kommen. Behandelt wird (von mir) mit einer organischen Säure: Ameisensäure.

Danach haben die Imker Zeit, ein bisschen zur Ruhe zu kommen, sie könnten sich z. B. bei einem Honigbrot von den Strapazen erholen oder eventuell in Urlaub fahren. Die Bienen sind gut versorgt! Das Bienenjahr ist zu Ende!

Foto: Brigitte Stolle

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenbeastlover schreibt am 06.09.2007 um 19:23 Uhr:ich hoffe du bist nicht zu sehr nass geworden;-)
  2. zitierenbuchzeiger schreibt am 06.09.2007 um 20:08 Uhr:Imkern ist keine Tätigkeit, die dem gesellschaftlichen Leben förderlich ist. Hinterher bist du entweder nass wie ein Pudel oder verschwitzt. Die Haare sind verklebt und verdrückt. Die Kleidung versaut, die Hände verschrammt. Unter Menschen gehst du besser nimmer, lieber unter die Dusche und dann ins Bett. Gute Nacht!
  3. zitierenbeastlover schreibt am 06.09.2007 um 20:44 Uhr:lach..angenehme nachtruhe;-)

Diesen Eintrag kommentieren