Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

20.12.2010 um 04:00 Uhr

Camera obscura - die Kerze !

von: buchzeiger   Kategorie: Fotoexperimente

Camera obscura - die Urform der Fotokamera

Das Prinzip der Lochkamera ist einfachst: ein lichtdichter Raum und eine winzige Öffnung, durch die Licht von außen eindringen kann, Licht, das von Gegenständen reflektiert wird. Macht man ein sehr kleines Loch in die Wand einer völlig abgedunkelten Schachtel, so entsteht - bei guter Beleuchtung der Außenwelt - in der Schachtel, auf der dem Loch gegenüberliegenden Wand, ein Bild der Außenwelt.

Eine Lochkamera besitzt kein Objektiv, die Abbildung entsteht allein durch eine sehr kleine Blende. Das Bild ist nicht völlig scharf, da die das Licht bündelnde Optik fehlt.

Das ist, neben dem Experimentieren, ist der eigentliche Reiz einer Lochkamera. Die Fotos haben weiche Konturen und eine unentrinnbare Unschärfe.

Wenn man - wie ich - keine Lust mehr auf Rollfilme und Entwickeln hat, kann man sich aus seiner Spiegelreflexkamera ganz leicht eine Lochkamera basteln und damit eine interessante Mischung aus fotografischen Anfangstechniken und modernen digitalen Möglichkeiten erzielen. Man braucht nur einen Gehäusedeckel für das Kamerabajonett, der mit einem kleinen Löchlein versehen wird. Man kann es mit einer heißen Nadel selber stechen oder es professionell durchgelasert kaufen - hier: 0.25 mm.

Die Verschlusszeiten sind Erfahrungswerte, man muss einfach ausprobieren!

Das ist die Kerze, hier noch ganz normal mit Objektiv aufgenommen, die ich für den ersten Lochkamera-Versuch mit meiner modifizierten Spiegelreflexkamera fotografieren möchte. Ich habe ISO 200 gewählt bei normaler Wohnungsbeleuchtung, bei manuellem Modus auf Langzeitbelichtung („bulb") eingestellt und die Kamera mit dem Infrarot-Fernauslöser bedient. Stativ! 

1. Versuch mit Verschlusszeit von ungefähr 5 Sekunden - zu dunkel.

Das andere Extrem mit 10 Minuten (!) Belichtungszeit im zweiten Versuch - überbelichtet !

Auch 5 Minuten Belichtungszeit sind noch zu lange:

Hier wurde exakt 2 Minuten lang belichtet, dabei mehrmals in die Flamme gepustet und die Kerze dreimal neu angezündet:

 

Am besten gefällt mir diese Aufnahme kurz vorm Abfackeln der Wohnung:

Auf Versuche im Freien bin ich schon gespannt!

Foto (s): Brigitte Stolle

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenaloneone schreibt am 20.12.2010 um 11:37 Uhr:Und jetzt lebt ihr in einem Zelt draußen auf dem Rasen - nachdem alles abgebrannt ist? ;-)
  2. zitierenNeosWelt schreibt am 20.12.2010 um 20:07 Uhr:eieiei - so kurz vor weihnachten solch riskante versuche *fingermahnendhochheb*
    ;-)

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