Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

15.10.2010 um 04:30 Uhr

Der kummervolle Löwe

von: buchzeiger   Kategorie: Schweiz

Mark Twain nennt den sterbenen
Löwen von Luzern

"das kummervollste und rührendste
Stück Stein der ganzen Welt"

(aus: Ein Bummel durch Europa von Mark Twain)

"The shape is right, the attitude is right, the proportions are right, but that indescribable something which makes the Lion of Lucerne the most mournful and moving piece of stone in the world, is wanting."

Traurig

„Die Menge stürmte die Tuilerien, obwohl der König sich schon in den Schutz der Nationalversammlung begeben hatte. So war eigentlich kein Grund, Widerstand zu leisten. Dennoch entspann sich ein Kampf zwischen der Schweizer Garde und den angreifenden Revolutionären. Die Schweizer Garde hielt stand, bis sie vom König Befehl erhielt, das Feuer einzustellen. Aber das erbitterte Volk ließ nicht ab, sie zu verfolgen und nahm blutige Rache. Es war kein Kampf mehr, sondern ein Morden und die Menge überließ sich im Schlosse allen Ausschweifungen des Sieges. Den gefallenen Schweizern aber entstand später im Heimatland jenes bekannte Denkmal, das Thorwaldsens Meisterhand in Luzern aus einem Felsen herausmeißelte."


 

(Aus: Die Französische Revolution in Wort und Bild)

Foto (s): Brigitte Stolle

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenaloneone schreibt am 15.10.2010 um 08:13 Uhr:Ein Bild der Trauer! :-(
  2. zitierenSeren_a schreibt am 15.10.2010 um 10:35 Uhr:Das ist wirklich total berührend... so intensiv, der Gesichtsausdruck... Hab grade das ganze Bild angesehen, das Denkmal ist sehr beeindruckend. Die Geschichte ist auch interessant... der Löwe steht also für Schweizer Soldaten.
  3. zitierenNeosWelt schreibt am 15.10.2010 um 18:05 Uhr:man "leidet" sofort mit, wenn man ihn sieht :-/
  4. zitierenbuchzeiger schreibt am 15.10.2010 um 21:11 Uhr:„Die Menge stürmte die Tuilerien, obwohl der König sich schon in den Schutz der Nationalversammlung begeben hatte. So war eigentlich kein Grund, Widerstand zu leisten. Dennoch entspann sich ein Kampf zwischen der Schweizer Garde und den angreifenden Revolutionären. Die Schweizer Garde hielt stand, bis sie vom König Befehl erhielt, das Feuer einzustellen. Aber das erbitterte Volk ließ nicht ab, sie zu verfolgen und nahm blutige Rache. Es war kein Kampf mehr, sondern ein Morden und die Menge überließ sich im Schlosse allen Ausschweifungen des Sieges. Den gefallenen Schweizern aber entstand später im Heimatland jenes bekannte Denkmal, das Thorwaldsens Meisterhand in Luzern aus einem Felsen herausmeißelte."
  5. zitierenSeren_a schreibt am 15.10.2010 um 22:04 Uhr:Möchte noch erwähnen, dass der Konstanzer Steinmetz Lukas Ahorn den Löwen nach dem Entwurf des großen dänischen Bildhauers Thorwaldsen umgesetzt hat... beides ist sehr bewundernswert...
  6. zitierenbuchzeiger schreibt am 15.10.2010 um 23:30 Uhr:Ja, Serena, ích frag mich auch immer, wer ist der wahre Künstler? Der, der es geplant oder der, der es ausgeführt hat? Das ist eine große Frage und ich kann sie leider nicht beantworten.
  7. zitierenSeren_a schreibt am 15.10.2010 um 23:32 Uhr:Das ist wie mit dem Übersetzen. Wenn ich Dostojewskij auf deutsch lese und so fasziniert bin von der Sprache, dem Ausdruck, dann denke ich mir, der Übersetzer ist doch auch ein wahrer Künstler, nicht nur der Autor...

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