Die Honig-Schleuder-Reportage
Eine Woche Malochen liegt hinter mir. Jeden Tag nach der Arbeit musste bei den Bienen bzw. mit Honig verbracht werden. Für blogigo blieb wenig Zeit.
Wen es interessiert, hier eine kleine
Honig-Schleuder-Reportage !
Honig-Schleuder-Reportage !
Wenn der Honig reif, d. h. der Feuchtigkeitsgehalt unter 20 % gesunken ist, werden die Waben von den Bienen sorgfältig mit einer Wachsschicht verdeckelt. Dann ist die Zeit für die Imkerin gekommen, den Honig zu "stehlen" (aus Bienensicht bin ich nichts anderes als ein gemeiner räuberischer Honigbär). Zuerst wird eine so genannte Bienenflucht eingesetzt. Das ist ein Zwischenbrett, durch das die Bienen zwar vom Honigraum in den Brutraum krabbeln können, aber nicht wieder zurück. Ergebnis: Nach 12 bis 24 Stunden ist der Honigraum fast bienenleer und die Rähmchen können entnommen werden.
Leider hat es zu dieser Zeit stark geregnet, so dass man mit Schirm arbeiten musste, damit der Honig (und die Imkerin) nicht zu nass wurden. Der Smoker konnte leider auch nicht angezündet werden, um die Bienen, die ihren Honig verständlicherweise verteidigen wollen, abzuwehren. Durch den starken Regen sind sie aber - Glück im Unglück - auch nicht so gerne draußen herumgeflogen und haben mich einigermaßen in Ruhe gelassen.
Mit 10 Rähmchen à zwei Kilo Gewicht musste dann ein - inzwischen schlammiger - Hang hinaufgeklettert und alles im Auto verstaut werden.
Zusammen mit meiner Imkerkollegin habe ich mir eine schöne neue 3-Waben-Schleuder gekauft, damit wir von anderen Personen zeitlich unabhängig sind. Auch nicht gerade billig!

Vor dem Schleudern muss zuerst die Wachsschicht von den Waben herunter. Entdeckeln nennt man das. Dazu braucht man Entdeckelungsgeschirr, z. B. eine Entdeckelungsgabel:

Vorsicht: Nicht zu tief in den Honig "hineingabeln" !

Wabe für Wabe muss so auf der Vorder- und Rückseite entdeckelt werden, bis der Honig offen liegt.
Endlich fertig:


Jetzt jede Seite zweimal schleudern. Erst gaaaanz vorsichtig, damit die Rähmchen nicht brechen, dann jedoch mit aller Kraft. Hier fließt der erste Honig aus der Schleuder durch ein Doppelsieb in den Honigeimer hinein:

Doch was tun mit dem Entdeckelungswachs, an dem noch jede Menge Honig haftet ? Man kann sich süßen Tee oder Limonade daraus fertigen; manche Imker kauen das süße Wachs wie Kaugummi aus. Ich habe mich entschlossen, es den Bienen zurückzugeben. Sie haben sich gleich begeistert darüber hergemacht, nichts wird verschwendet - und eigener Honig schmeckt doch immer noch am besten !
Gell, ihr Guten ?

Das erste Frühstück mit dem frisch geschleuderten Honig:
Es ist in diesem Jahr (immer wieder eine Überraschung!) ein klarer flüssiger "Tausend-Blüten-Honig" geworden:
Stundenlang wurde Honig per Hand (besser gesagt: mit einem Esslöffel) abgefüllt (eine Abfüllanlage lohnt sich bei 1 bis 3 Völkern noch nicht und wäre mir auch viel zu teuer). Aus eigenen Bildern und Fotos habe ich danach Etiketten gestaltet und auf die Gläser geklebt.
Schön, oder ?
(Also mir gefällt's !)
(Also mir gefällt's !)
Viele Grüße von einer abgearbeiteten,
aber glücklichen Imkerin !
aber glücklichen Imkerin !




soJA: So bin ich also doch noch zu meinen Glücksmomenten gekommen!
Betreiben Sie auch Königinnen-Zucht bzw. Verhinderung von Schwärmen?
Falls ja, wie verhindert man Schwärme am besten, wenn man die Königinnen kaum kennt und eine Zarge aufgesetzt hat (von oben Bearbeiteng)?
Danke für einen tip.
Gruß
Kleinimker Karl
Schwarmverhinderung betreibe ich durch wöchentliche Kontrolle (während der Schwarmzeit) aller Rähmchen und Ausbrechen von etwaigen Königinnenzellen. Das ist viel Arbeit, hat aber bislang gut funktioniert. Die Königinnen muss ich dafür nicht unbedingt kennen, meistens sehe ich sie nicht einmal, weil sie nicht gezeichnet sind.
Imkerliche Grüße !