Ein Inflektiv mit Katze: *faulimgrasherumlieg*
*faulimgrasherumlieg*
Inflektive
Das Internet oder auch die E-Mail- bzw. Chat-Kommunikation sind eine wahre Fundgrube für neue sprachliche Phänomene. Oft wird aber auch auf Altbewährtes zurückgegriffen, wie sich auch in diesem Fall zeigt.
Uns allen sind noch von Micky Maus, Donald Duck und Co. zahlreiche Ausdrücke wie "ächz", "stöhn", "würg" o. Ä. bekannt. Die Sprachwissenschaft kennt dafür den Ausdruck "Inflektive" (eigentlich "die Ungebeugten", zu lateinisch flectere = biegen, beugen).
Die neueren, vor allem in der Chat- und E-Mail-Kommunikation beliebten Inflektive bestehen ebenso wie ihre älteren Verwandten aus der Comicsprache meist aus bloßen Verbstämmen ohne Flexionsendungen, z. B. *freu*, *grins* oder *zusammenzuck*. Oft werden sie jedoch auch mit Substantiven, Adjektiven o. Ä. zu "komplexeren" Aussagen ausgebaut. Dabei machen sie aber auch ganz klare Anleihen bei der Comic- oder auch der Kinder- und Babysprache. Auch solche Verbindungen aus mehreren Wörtern werden meist zusammengeschrieben, z. B. *zähneknirsch*, *nixversteh*, *traurigguck*, *trotzigbin*, *(ganz)dollliebhab*, *habenwill* oder *rotsei*/*rotwerd* (als Zeichen der Verlegenheit). Ein weiteres untrügliches Kennzeichen ist das Einschließen in Asterisken (Sternchen), um die darin enthaltene Aussage vom eigentlichen Satz etwas abzuheben. Wenn man so will, eine dem Internet bzw. der Chat- und E-Mail-Korrespondenz angepasste Form der Comic-Sprechblasen.
(aus der Duden-Redaktion, Mannheim)




leo