Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

04.07.2010 um 06:15 Uhr

Fahrräder

von: buchzeiger   Kategorie: Dies und Das

 

Mein Fahrrad

Mein Fahrrad hat glinkel
Sadel, Betalen, Lampe,
Tenamo, Kette
Zwei Reder, das mus bremsen
bei slechten radwegen
Ich bumpe Luft in die reder.
Im ferker hat die Strasenbahn
immer forpfad.
Nur auf ferkersinselns
ist der fusgenger sicher.

Rüdiger Rosenthal








 Die Prinzen: Mein Fahrrad

Neulich bin ich mit hundertzwanzig
Auf meinem Fahrrad 'rumgefahr'n
Und wie immer konnt' ich nur hoffen
Die Polizei haelt mich nicht an
Denn dann muesst' ich Strafe zahlen
Und man fuehrt mich zum Verhoer
Und mein armes kleines Fahrrad
Staend alleine vor der Tuer

Oh wie liebe ich mein Fahrrad
Warum das weiss ich nicht genau
Meinem Fahrrad werd' ich treu sein
Im Gegensatz zu meiner Frau
Niemals werd' ich es verlassen
Niemals werd' ich von ihm geh'n
Denn wir fliegen wie auf Wolken
Weil wir uns so gut versteh'n

Jeder Popel faehrt 'nen Opel
Jeder Affe faehrt 'nen Ford
Jeder Bloedmann faehrt 'nen Porsche
Jeder Arsch 'nen Audi Sport
Jeder Spinner faehrt 'nen Manta
Jeder Doedel Jaguar
Nur Geniesser fahren Fahrrad
Und sind immer schneller da

Mein Fahrrad ist nicht Lila
Denn das macht mich gar nicht an
Es ist auch nicht braun
Weil ich braun nicht leiden kann
Nein ich hab's blau angestricken
Vom Sattel bis zum Schlau
Und ich find das aeusserst passend
Denn blau bin ich manchmal auch
 














 Mark Twain hatte in seiner Jugend unter anderem auf einem der großen Mississippi-Dampfer als Schiffsjunge gearbeitet und dort ausgiebig das Fluchen gelernt. Jahre später, als Mark Twain bereits verheiratet war, kamen Fahrräder auf. Der Dichter befaßte sich sofort mit diesen neuartigen Vehikeln, kehrte aber von seiner ersten Ausfahrt reichlich mitgenommen zurück. Seiner Frau erklärte er sofort, jetzt wisse er erst richtig, was Fluchen heiße. "Aber du hast mir doch versprochen, nicht mehr zu fluchen", warf ihm seine Frau vor. "Ich habe ja auch gar nicht geflucht", erwiderte Mark Twain, "das taten die Leute, die ich über den Haufen gefahren habe."








Wenn irgend etwas den deutschen Charakter ändern kann, so ist es die deutsche Frau. Sie selbst ist dabei, sich sehr rasch zu verändern - fortschrittlich zu werden, wie wir sagen. Noch vor zehn Jahren hätte keine Frau, die ihren guten Ruf hütet und noch auf einen Ehemann hofft, ein Fahrrad bestiegen: Heute sausen sie zu Tausenden durch die Lande. Die alten Leute schütteln die Köpfe über sie; aber die jungen Männer, stelle ich fest, holen sie ein und fahren an ihrer Seite.

Jerome K. Jerome 1899 (Three men on four wheels)

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenpaul.S. schreibt am 04.07.2010 um 09:20 Uhr:Radl, wer da kommt
  2. zitierenkassastra schreibt am 04.07.2010 um 10:40 Uhr:Wo und wann machst du nur immer diese ganzen Fotos???
  3. zitierenbuchzeiger schreibt am 04.07.2010 um 11:05 Uhr:Wo? Wo ich gehe und stehe.
    Wann? Eigentlich immer.
    Und die Ergebnisse stelle ich dann gerne zu Themen zusammen.

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