Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

10.12.2009 um 16:30 Uhr

Frankfurter Bethmännchen

von: buchzeiger   Kategorie: Süßes   Stichwörter: Weihnachtsgebäck


Frankfurter Bethmännchen

Es handelt sich dabei um "Pralinen" aus einer Marzipanmasse. Ganz wichtig: die Kügelchen sind mit drei halbierten Mandeln verziert.

Ihren Namen hat diese Weihnachtsschleckerei von der Frankfurter Familie Bethmann. Simon Moritz von Bethmann war Politiker und Bankier. Man erzählt, dass der Koch des Hauses, ein Franzose, die Bethmännchen kreiert haben soll. Er hat die Kügelchen mit vier halben Mandeln garniert, wobei jede für einen der vier Söhne (Moritz, Alexander, Karl, Heinrich) Bethmanns standen.

Als 1845 der Sohn Heinrich starb, seien die Bethmännchen nur noch mit drei Mandeln bestückt worden. Und das hat sich bis heute so erhalten!

Ob diese Legenden und Erzählungen wahr sind, sei dahingestellt. In Italien sagt man: "Se non è vero, è ben trovato" ("Wenn es nicht wahr ist, ist es gut erfunden.") – So oder so: die Bethmännchen schmecken wunderbar und dürfen auf keinem bunten Teller fehlen.

Und hier kommt mein Rezept:

200 g Marzipanrohmasse
100 g Puderzucker
100 g geschälte Mandeln
2 Esslöffel Rum
1 Prise Salz
1 Eiweiß zum Bestreichen
halbe Mandeln

Glasur:

100 g Puderzucker
1 Esslöffel Rum
1 Esslöffel heißes Wasser

Und so geht’s:

Die Marzipanrohmasse in Stücke zerteilen und mit einer Gabel zerdrücken. Mit dem Puderzucker, den feingemahlenen Mandeln, dem Rum und der Prise Salz zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig halbieren und zu zwei Strängen von je 40 cm Länge formen. Jeden Strang in 20 Stücke zerteilen.

Die Stücke zu Kugeln rollen. Das Eiweiß etwas "verkleppern" und die Marzipankügelchen damit bepinseln. Je 3 Mandelhälften seitlich an jede Kugel drücken.

Ein Backblech mit Backtrennpapier auslegen. Die Bethmännchen daraufsetzen. Auf der mittleren Schiene im sehr heißen (und gut vorheizten !) Backofen überbacken. Dabei muss der Bräunungsvorgang beobachtet werden, damit die Bethmännchen nicht zu dunkel werden. Vorsicht: Bleiben sie zu lange im Backofen, können sie auseinanderfließen. Also am besten: Einen Stuhl vor den Backofen stellen und die ganze Zeit über durch die Scheibe spähen! – Die Mühe lohnt sich!

Und natürlich habe ich wieder
mit dem Essen gespielt :


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