Ich liebe Mauerblümchen
Als ein Mauerblümchen galt ein Mädchen, das "beim Tanze wenig oder gar nicht aufgefordert wurde". Dieses Bild entstammt der einzeln an der Mauer wachsenden Blume, die fernab von anderen Artgenossen ihr Dasein fristet.
Eine weitere Erklärung stammt aus dem Mittelalter. Die Damen saßen nach dem Mahl auf den Mauervorsprüngen und warteten, bis sie zum Tanz aufgefordert wurden. Die Damen, die nicht aufgefordert wurden, nannte man Mauerblümchen. Der Schriftsteller Friedrich Spielhagen verwendete den Begriff in dieser Art, als er in seinem Roman Faustulus schrieb: "Erziehe aber eine Mutter ihre Tochter, wie es sich gehöre, und sie es vor Gott verantworten könne – da dürfe das gute Kind sicher sein, auf den Bällen als Mauerblümchen zu verkümmern".



