Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

15.07.2007 um 07:20 Uhr

In ein Wespennest gestochen ...

von: buchzeiger   Kategorie: Honig und Bienen / Imkerei   Stichwörter: gelb, schwarz

Heute zur Abwechslung mal keine Bienen!

Speziell für Veela :-)

Vor Kurzem hatte ich Gelegenheit, einer Wespenkönigin beim Nestbau zuzuschauen.



Schüchtern versteckt sie sich! Kuckuck, wo bist du?

Foto: Brigitte Stolle

Wie man sieht, besteht das Nest aus einer dünnen, leichten, papierartigen Masse. Die Wespe sammelt morsches Holz, speichelt es ein, zerkaut es und verwendet es als Baumaterial.

Die Zellen sind nach unten geöffnet. Anfangs bestehen sie aus nur wenigen Zellen. Sind neue Arbeiterinnen geschlüpft, wird weiter gebaut. Je nach Wespenart sind die Nester unterschiedlich groß.

Die Nester werden entweder frei aufgehängt (in Bäumen, auf Dachböden oder wie z. B. hier an einer unbenutzten Tür). Andere Arten sind „Dunkelhöhlennister“ und bevorzugen dunkle Räume, gerne auch Rolllädenkästen usw.

Auf meinem Foto kann man sehr schön die Eier und verdeckelte Zellen mit Brut erkennen.

Wenn eine Wespe ausschlüpft, wird sie von der Königin begrüßt, dann geht es gleich an die Arbeit, das heißt, das Nest wird vergrößert.

Es heißt, dass Wespen sich gegenseitig am Gesicht erkennen können.

Während bei den Bienen das ganze Volk und die Königin überwindern, sterben Wespen am Jahresende. Die jungen, frisch geschlüpften Königinnen bilden jede für sich ein neues Volk.

Ernährung: Nektar, Pollen, Pflanzensäfte, Tierisches (z. B. Schinken vom Frühstückstisch, Pizza mit Salami, Hamburger usw.), Fleisch von toten oder erbeuteten Tieren (z. B. meine Bienen).

Die häufigsten staatenbildenden Wespen (es gibt auch Solitärwespen) in Mitteleuropa sind die "Gemeine Wespe" (Vespula vulgaris) und die "Deutsche Wespe" (Vespula germanica). Die deutsche Wespe hat auf der Stirnplatte drei schwarze Punkte, die Gemeine Wespe einen breiten Strich.

Bei der fotografierten Wespenkönigin
konnte ich leider nicht erkennen, ob sie „deutsch“ oder „gemein“ war, denn sie bot mir selten die Stirn, sondern versteckte sich vor mir.

Meist steht uns der Sinn sowieso nicht danach, der Wespe auf die Stirne zu blicken, da wir damit beschäftigt sind, unseren Eisbecher oder unser Marmeladenbrötchen zu verteidigen – futterneidisch wie wir sind.

Schuld an dem schlechten Ruf, den Wespen bei den Menschen haben, sind vor allem die „Deutschen“ und die „GemeinenWespen. Nur diese bedrängen uns und machen sich über unsere Nahrung her. Sie werden daher auch „Zwetschenkuchenwespen“ genannt.


Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenVeela schreibt am 15.07.2007 um 08:42 Uhr:Ach herrjeh... ich schau den Wespen auch nie auf die Stirn *zugeb* aber sag mal, sind die Königinnen grösser als die Arbeiterinnen? Wie groß ist der Unterschied dann von einer "normalen" zur Königin?

    Wünsche dir einen schönen Sonntag!

    Gruß
    Veela
  2. zitierenbeastlover schreibt am 15.07.2007 um 09:03 Uhr:auch ich muss gestehen,dass ich nicht zu den sympatisanten derer gehöre. da halte ich hornissen,wenn auch weitaus giftiger,für friedvoller.
  3. zitierenbuchzeiger schreibt am 15.07.2007 um 10:32 Uhr:Veela: Ich weiß, dass Wespenköniginnen bis zu 3 cm groß werden können. Die Arbeiterinnen sind ein ganzes Stück kleiner.

    Beastlover: Hornissen sind ebenfalls ein interessantes Kapitel und weitaus friedvoller als oft angenommen.
  4. zitierenSeren_a schreibt am 22.07.2007 um 02:10 Uhr:Hey liebe Brigitte, habe gerade Deine Bienen bewundert, die tollen Fotos, und gelesen über die Bienen und die Wespen und will mich dafür bedanken. Ich habe nicht so einen Bezug zu ihnen, bin aber fasziniert und ich finde es wunderbar, mit welcher Liebe Du über sie berichtest. Das steckt an, so dass man Lust bekommt mehr zu erfahren. Danke!
  5. zitierenbuchzeiger schreibt am 22.07.2007 um 10:03 Uhr:Ich bedanke mich für diese sehr netten Zeilen!

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