Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

20.03.2010 um 06:00 Uhr

Kaffee - Linguistisch

Due Cappuccini

Espresso 

Ein starker Espresso zum Frühstück oder nach dem Essen erfreut sich bei vielen großer Beliebtheit. Von manchen wird er auch gern (fälschlicherweise) „Expresso” genannt. Doch mit einer Expresslieferung hat dieser extra starke, mit hohem Druck zubereitete Kaffee aus dunkel gerösteten Bohnen nichts zu tun. Das Wort geht vielmehr zurück auf das italienische caffè espresso, womit ein Kaffee bezeichnet wird, der auf ausdrücklichen Wunsch eigens für den Gast zubereitet wurde. Das x, welches sich manchmal in die Aussprache einschleicht, gab es nur im Lateinischen (lateinisch expressus = ausgedrückt, ausdrücklich); zum Italienischen hin wurde es zu einem s assimiliert. 

Cappuccino 

Der Cappuccino hat seinen Namen vom italienischen Wort für „Kapuze” (cappuccio), weil seine Farbe der Kutte der Kapuzinermönche ähnelt. Aufpassen sollten Sie sowohl bei der Schreibung, da zweimal Doppelkonsonanten auftauchen, als auch bei der Aussprache: Vor dem i wird das Doppel-c wie „tsch” gesprochen. Daneben ist der Cappuccino auch in Sachen Wortbildung sehr aktiv: Hersteller oder Gastwirte nehmen einfach die letzten zwei Silben dieses Wortes und hängen sie an andere Wörter an, um neu kreierte Spezialitäten zu benennen. So kann man Mochaccino oder Chococcino und Ähnliches mehr bestellen, wobei es hier weniger um eine bestimmte Zubereitungsart als vielmehr um Kreativität geht. Dabei hat -ccino alleine eigentlich gar keine Bedeutung, denn -ino ist lediglich eine italienische Verkleinerungsnachsilbe. 

Latte macchiato 

Bleibt noch Latte macchiato, ein Wort, welches schon beim Genus Schwierigkeiten bereitet. Richtig ist sowohl der Latte macchiato, da das italienische Wort latte maskulines Genus hat, als auch die Latte macchiato, da die deutsche Entsprechung Milch feminines Genus aufweist. Wortwörtlich handelt es sich bei diesem Getränk um „gefleckte Milch”. Auch hier halten Aussprache und Schreibung Fallstricke bereit. Denn obwohl das Doppel-c in macchiato zur Aussprache „tsch” verführt, wird „makkiato” gesprochen. Dafür ist das h verantwortlich, das im Schriftbild keinesfalls vergessen werden darf. 

(aus der Duden-Redaktion Mannheim)


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