Knoblauch - Alexandre Dumas d. Ä.
von Alexandre Dumas (dem Älteren), Band II
"Knollenpflanze, deren Zehen zum Würzen verwendet werden. Jedermann kennt den Knoblauch, vor allem die zum Heer einberufenen, die ihn verwenden, um ausgemustert zu werden. Seine Knolle enthält einen scharfen und leicht verdampfenden Saft, der Tränen in die Augen treibt. Wenn man ihn auf die Haut aufträgt, rötet er sie, ja kann sie sogar verbrennen.
Alle kennen den Geruch von Knoblauch, außer demjenigen, der davon gegessen hat und nicht versteht, warum man sich abwendet, wenn er sich nähert. Athenäus erzählt, dass jene, die Knoblauch aßen, keinen Zutritt zu den der Göttin Kybele geweihten Tempeln hatten.
Vergil erwähnt ihn als für Erntearbeiter nützliche Pflanze, die bei großer Hitze Kraft spendet und der Poet Macer sagt, dass Knoblauch die Feldarbeiter wach hielt, um sie vor den Schlangen zu schützen. Die Ägypter beteten den Knoblauch an, die Griechen hassten ihn, die Römer aßen ihn mit Genuss. Horaz, der sich gleich am ersten Tag seiner Ankunft in Rom mit Schafskopf und Knoblauch den Magen verdarb, verabscheute ihn.
Alfons, König von Kastilien, fand ihn derart abstoßend, dass er 1330 einen Orden ins Leben rief, dessen Statuten beinhalteten, dass jene Ritter, die Knoblauch oder Zwiebeln gegessen hatten, einen Monat lang weder am königlichen Hof erscheinen noch mit anderen Rittern in Verbindung treten durften.
Die provençalische Küche baut auf dem Knoblauch auf. Die Luft der Provence ist von Knoblauchduft durchdrungen, was sie zu einer überaus gesunden macht. ... Für viele Provençalen der unteren Klassen heißt Mittagessen ein Stück in Öl getunktes Brot, das man mit Knoblauch einreibt."
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