Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

21.03.2006 um 04:25 Uhr

Quiz für vegetarische Genießer - Auflösung Carob

von: buchzeiger   Kategorie: Süßes

Richtig ist Antwort Cder Johannisbrotbaum (Ceratónia síliqua)

Der Johannisbrotbaum gehört zu den ältesten bekannten Kulturpflanzen. Er wächst hauptsächlich in den Ländern des Mittelmeerraumes. Auch in Süd- und Mittelamerika ist er bekannt. Nach Europa kam er erst im Verlauf der Kreuzzüge (14. Jahrhundert). Heute wird er im gesamten Mittelmeerraum, aber auch in Arabien und Kalifornien kultiviert; vielfach trifft man ihn auch noch in seiner wilden Form an. Es handelt sich um einen immergrünen Baum mit gefiederten Blättern, der eine Höhe von 10 Metern und mehr erreichen kann. Die Blütezeit erfolgt im Herbst; im Frühjahr bringt der Baum Früchte hervor, die Johannisbrotfrüchte, auch Caroben genannt. Die Caroben haben eine Länge von zirka 20 Zentimetern und riechen recht unangenehm. Dagegen hat das Fruchtfleisch, das sich unter der ledrigen Haut befindet, einen angenehmen Geruch und einen Geschmack, der an Honig erinnert. Das Fruchtfleisch enthält die Samen.

Das geröstete und feingemahlene Johannisbrotmark findet nicht nur als Kakao-Ersatz Verwendung. Das Carob-Angebot in den meisten gut sortierten Naturkostläden (süße Brotaufstriche, Carobtafeln, Fruchtschnitten, Pulver für die Zubereitung von Kuchen und anderen Gebäcken) zeigt, dass es sich vielmehr um ein vielseitig verwendbares Produkt handelt.

Johannisbrot wird zu Hustenmitteln verarbeitet und dient auch als Hausmittel bei Magenbeschwerden und Durchfall. Ernährungsphysiologisch wertvolle Gesichtspunkte sind der hohe Anteil an Ballaststoffen und an natürlichem Zucker. Carob ist frei vom anregenden Stoffen wir Coffein oder Theobromin.

Ethymologisches:

Vielleicht stammt vom lateinischen Namen des Johannisbrotbaumes "Ceratónia" unsere Gewichtsbezeichnung "Karat" ab, da die Samen seiner Früchte Apothekern und Juwelieren früher als Gewichte dienten: sie wiegen fast gleichmäßig 0,18 g (1 Karat = 0,2 g). Eine andere Theorie besagt, dass die Gewichtsbezeichnung "Karat" von dem arabischen Wort "kirat" kommt, was auf deutsch "Kern" bedeutet.

Aus zweierlei Gründen wird angenommen, dass Johannes der Täufer in der Wüste die Früchte des Johannisbrotbaumes gegessen hat:

"Er aber, Johannes, trug ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lende und seine Nahrung waren Heuschrecken und wilder Honig." (Matthäus 3, 4).

Schließlich besitzt das Fruchtfleisch des Johannisbrotbaumes ein angenehmes, an Honig erinnerndes Aroma. Carob wurde daher früher auch als "wilder Honig" bezeichnet. Außerdem weist der deutsche Name des Baumes auf eben diesen Johannes hin. Auf englisch heißen die Früchte St. John’s Bread, auf holländisch St. Jansbrood. Dennoch gehören solcherlei Überlegungen eher ins Reich der Legenden und der Volksetymologie. Denn Erklärungen und Herleitungen dieser Art gibt es, was den Johannisbrotbaum betrifft, nicht wenige.


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