Schokolade / Kakao
Schokolade als Lebenselexier. In Augsburg erschien 1725 unter dem Titel "Des Menschen Zung und Gurgel Weid" eine Folge von Stichen, in denen Trinkschokolade als Lebenselexier empfohlen wurde.
Auf obigem Stich reicht eine Dame ihrem Ehemann eine Tasse Schokolade mit den Worten: "Hier hast du ein Getränck aus dem so fernen Westen. Wiewohl der nahen Lieb gewiß, zum allerbesten. Es reißet deinen Muth, erneuert deine Jahr. Du kostest es mein Schatz, darauff wird ichs auch genießen. Ich reiche dirs zugleich mit meinem Herzen dar, weil wir der späten Welt noch Enckel geben müßen.
Tipp: Eigentlich heißt es ja Elixier !
Mit zunehmender Verfügbarkeit des Kakaos sowie der Verfeinerung und Verarbeitung gewann die Schokolade ständig neue Freunde, rief aber auch Gegner auf den Plan – wie obige Karikatur zeigt, weil dem Kakao und den Kakaostuben mitunter die Förderung eines liederlichen Lebenswandels unterstellt wurde. Die Darstellung nimmt das bei der Londoner Prominenz so beliebte "White Chocolate House" aufs Korn.
Tee, Kaffee, Kakao. Drei beliebte Genussmittel der Europäer im 17. Jahrhunderts, die mit ihren landestypischen Vertretern dargestellt sind: Kakao aus Mittelamerika, Tee aus China und Kaffee aus dem Orient. Der Indianer ist auf dem Stich von Philippe Sylvestre Dufor mit Schokoladentasse, Kanne und Quirl dargestellt.
Kakao war aufgrund des arbeitsaufwendigen Herstellungsprozesses von Anfang an teurer als Kaffee und Tee. Vor allem in Deutschland wurde Kakao zunächst nur in Apotheken gehandelt.
Es wurden hier Erläuterungstafeln abfotografiert,
die bei der Kakao-Ausstellung im Pflanzenschauhaus
des Luisenparks in Mannheim gezeigt wurden (Mai 2009).




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