Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

31.10.2007 um 04:00 Uhr

Sprachwissenschaftliches zu Halloween

Halloween

Das englische Wort "Halloween" geht auf "(all) hallows' eve" zurück. Die Bedeutung "Vorabend von Allerheiligen" leitet sich von dem veralteten "hallow" ("Heiliger") und "eve" ("Vorabend") ab - entsprechend wird Halloween am 31. Oktober gefeiert. Ursprünglich war es ein keltisch-angelsächsisches Fest zur Feier von Winter- bzw. Jahresanfang, wobei durch Maskeraden, Feuer u. Ä. Geister und Dämonen vertrieben werden sollten.

Wenn an diesem Abend maskierte Gestalten durch die Straßen ziehen, kann es "einem" schon mal schaudern. Sprachinteressierte, denen es bei der Verbindung von "schaudern" mit dem Dativ kalt den Rücken herunterläuft und die den Akkusativ bevorzugen würden, sollten sich entspannen. Das Verb "schaudern" kann ebenso mit dem Dativ wie mit dem Akkusativ der Person verwendet werden: Mir/Mich schaudert vor der maskierten Figur. Auch das unpersönlich oder subjektlos gebrauchte Verb "gruseln" kann sowohl mit dem Dativ als auch mit dem Akkusativ stehen: In der Schwärze der Nacht gruselte es ihr/sie. Ihm/Ihn gruselte vor dem gespenstisch wirkenden Gebäude.



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"blutdürstig" oder "blutdurstig"?

Neben dem heute üblichen "dursten" in der Bedeutung "Durst haben" ("Der Mann trinkt und der arme Hund durstet!") kommt unpersönlich und in gehobener Sprache auch das Verb "dürsten" vor: "Weil ihn dürstete, ging er in eine Bar." Ebenso wird in der übertragenen Bedeutung "heftiges Verlangen haben" "dürsten" gebraucht: "Ihn dürstete nach Rache."

Früher waren sowohl die Adjektive "durstig" wie auch "dürstig" gebräuchlich. Im modernen Sprachgebrauch hat sich jedoch die umlautlose Form "durstig" durchgesetzt - in "blutdürstig" hingegen hat sich das alte "dürstig" behauptet. "Blutdürstige" Monster können also durchaus dursten!

(aus der Mannheimer Duden-Redaktion)

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenHingucker schreibt am 31.10.2007 um 12:56 Uhr:Blutrünstig ist wesentlich gebräuchlicher
  2. zitierenbuchzeiger schreibt am 31.10.2007 um 14:55 Uhr:Ich nehme an, dass genau dies der Grund für die sprachliche Beschäftigung mit "blutdürstig / blutdurstig" ist - eben weil dieses Wort heute nicht mehr so gebräuchlich und der Umgang damit nicht jedem geläufig ist. :-)
  3. zitierenHingucker schreibt am 31.10.2007 um 19:12 Uhr:Im Duden steht, das Wort "hat sich über spätmittelhochdeutsch blutrünstec aus mittelhochdeutsch bluodruns(ic) "blutig wund" entwickelt. Dieses Adjektiv ist abgeleitet vom mittelhochdeutschen
    bluotruns(t) "Blutfluss, blutende Wunde", eigentlich "Rinnen des Blutes"."
  4. zitierenbuchzeiger schreibt am 31.10.2007 um 20:45 Uhr:Obwohl Mittelhochdeutsch immer eines meiner Lieblingsgebiete an der Uni war (neben Gotisch und Althochdeutsch), muss ich gestehen, dass ich bislang noch nicht darüber nachgeschlagen habe. Ich werde dies nachholen. Vielen herzlichen Dank für die Info. Sehr interessant!

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