Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

11.02.2011 um 04:00 Uhr

Sturm im Wasserglas

von: buchzeiger   Kategorie: Fotoexperimente

Wasserbewegungen, speziell Tropfen, zu fotografieren, ist gar nicht so einfach, weil es sich hierbei um Hochgeschwindigkeits-aufnahmen handelt.

Ganz wichtig ist dabei eine sehr kurze Belichtungszeit (hier: 1/250 Sekunde), eine kleine Blendenöffnung (hier: Blende 20) und ein niedriger ISO-Wert.

Hier mein Versuchsaufbau:

  1. Stativ !
  2. Leistungsfähiges Makroobjektiv !
  3. Externes Blitzgerät !
  4. Fernauslöser !

Eine sehr einfache Ausrüstung ist der schwarze Schuhkarton als Hintergrund, die normalen Haushaltsgläser und als "Tröpfchengeber" ein Pfannkuchenteigfläschlein.

Man muss ziemlich nahe ans Objekt herangehen (Abstand ca. 10 cm) und dann aus einer Höhe von ungefähr 50 Zentimetern Tropfen in das volle Wassergefäß fallen lassen.

Leider hatte ich gerade keinen Assistenten zur Hand, der mir vorher an der Stelle, wo der Tropfen voraussichtlich auf die Wasseroberfläche auftreffen würde, einen Stift oder Ähnliches hinhalten konnte, auf ich hätte fokussieren können. Deshalb bin ich mit der Schärfe meiner Bilder noch nicht zufrieden. Ich musste in der einen Hand den Tröpfchengeber, in der anderen den Fernauslöser halten und mit dem Fuß die Lampe ausschalten und dann in völliger Dunkelheit auf das Wasserglas zielen.

Die Kamera im richtigen Moment, also genau beim Aufprall des Wasserstropfens auf die Wasseroberfläche, auszulösen, ist somit eine reine Glücks- und Geduldsache. (Profis arbeiten mit Lichtschranken: Wenn der Tropfen eine bestimmte Stelle passiert, wird die Kamera plus Blitzgerät ausgelöst. So etwas hatte ich natürlich nicht zur Verfügung.)

Das sind die Ergebnisse meiner allerersten Versuche. Weitere werden folgen. Schön ist, mit verschiedenen Gefäßen, verschiedenfarbigen Hintergründen und Flüssigkeiten zu experimentieren.

Meine Fotos habe ich hier zu Tropfen-Collagen zusammengestellt.

Wasser auf Wasser - der Goldrand
des Glases spiegelt sich wunderschön
in den Tropfengebilden:

Obwohl der Hintergrundkarton schwarz ist,
überwiegt bei meinen Fotos die Farbe Blau:

Hier sind ein paar hübsche "Kronen" gelungen:

Blasen,
ganz fragile Gebilde,
quallenartig
:

Jedes Foto ist einzigartig -
ein nicht reproduzierbares Unikat.
Das ist das Faszinierende
an der Tropfenfotografie !

 

Für diese Riesengebilde habe ich Schokokugeln
und dicke Bohnen aus großer Höhe
wie Bomben ins Wasser einschlagen lassen *peng*:

Und nun noch ein paar Experimente
mit Eierlikör, der jedoch sonderbarerweise eine
milchig-blaue Farbe angenommen hat.

Säulen ...

Noch mehr Eierlikör-Panschereien:

 

Foto (s): Brigitte Stolle

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenDanielWolfgang schreibt am 11.02.2011 um 09:41 Uhr:Ich bin ganzbegeistert von Deinen Tröpfchenbildern, Buchzeiger!!
    Ohne solche Bilder kann man sich gar nicht vorstellen, wie sich die Gesetze der Physik in der Realität darstellen. Und das alles ohne wahnsinnigen technischen Aufwand, dafür abe rmit großem Einfallsreichtum, wie technische Möglichkeiten mit großer Mühe und guten Ideen mit "Hausmitteln" ersetzt werden können!

    Der Einsatz verschiedener Materien, wie Wasser, Schokobohnen und Eierlikörist genial und das Ergebnis wirklich Phänomenal!
  2. zitierenauch: wolfgang schreibt am 11.02.2011 um 11:19 Uhr:ich kann meinem vorgänger nur beipflichten - es sind wunderbare fotos. man spürt den kreativen willen und die freude am experimentellen tun.
    die eierlikörtröpfchen wecken bestimmte assoziationen...***
    auf dem 6. poster sehe ich li. unten einen augenlosen kopf aus dem wasser auftauchen - du siehst, auch meine fantasie wird durch deine werke inspiriert.
    weiterhin "gutes gelingen"! ( sagt man das nichjt auch bei einer köchin?
  3. zitierenOddvar schreibt am 11.02.2011 um 12:17 Uhr:Einmaliges Handwerrk, einmalige Kunst !
    So kann man also Kristall und Keramik nur aus Wasser
    machen !
  4. zitierenNeidhammel schreibt am 11.02.2011 um 13:19 Uhr:Der Hammer! Das war wirklich dein erster Versuch? Ich habe es schon mehrmals probiert, aber es ist nichts dabei herausgekommen. Ich hatte gedacht, dass ich den Raum sehr hell beleuchten muss. Das Ergebnis war immer nur eine unscharfe Fläche. Du schreibst jetzt, das Zimmer muss dunkel sein und nur Blitzlicht. Ich versuche es, danke für den Tipp.
  5. zitierenPelegrina schreibt am 11.02.2011 um 14:30 Uhr:Wow! Irre schön. Hast Du mit Sportaufnahme geschossen? Wo ist denn der externe Blitz?

    Und den auftauchenden Kopf (Eines Fischmenschen? Zuviel Fernseh geschaut...) sehe ich auch.
  6. zitierenNeosWelt schreibt am 11.02.2011 um 20:57 Uhr:atemberaubend schön!!! WOW!!!

    ps: den "kopf" hab ich auch gesehn und musste schmunzeln als ich es in den kommentaren anschließend gelesen habe:)
  7. zitierenbuchzeiger schreibt am 13.02.2011 um 08:32 Uhr:@alle: Vielen Dank, ich freu mich, wenn's gefällt. Jetzt grausel ich mich ein bisschen vor diesem augenlosen Fischkopf-Tropfen :-)

    @Pelegrina: Der externe Blitz liegt in seiner Hülle auf dem Tisch.
    Mit Programmauswahl wie "Sportaufnahme" kommt man hier nicht weit. Sondern man muss sich von jeglicher Automatik-Einstellung verabschieden und alles manuell machen.

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