Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

27.10.2008 um 17:46 Uhr

Vom Fliegenpilz zum Berserker

von: buchzeiger   Kategorie: Blumen und Pflanzen

Fliegenpilz

(Amanita Muscaria) 

Fliegenpilz von Ihnen.
Foto: privat

Fliegenpilz

(Amanita Muscaria)

Der Giftpilz, der auch als psychoaktives Halluzinogen bekannt ist, war schon vor der Einführung des Alkohols ein verbreitetes Rauschmittel. Von Schamanen wurde er zu rituellen Zwecken benutzt; die Wirkung ähnelt einen visuellen Alhoholrausch mit Wachträumen, Glücksempfindungen und außerkörperlichen Erfahrungen.

Auch altnordische Krieger nutzten den Fliegenpilz und wurden so zu gefährlichen Gegnern. Wild geworden, rasend und mit Schaum vor dem Mund kannten sie keine Furcht. Da sie meist in Bärenfell gekleidet waren, wurden sie von den eingeschüchterten Gegnern "Berserker" = "in Bärenhaut Gehüllte" genannt.

Altnordisch "berserkr"
"serkr" = Gewand
"beri" = Bär

Schon in der Edda wurde "berserkr" zum Ehrennamen der wilden Krieger des Nordens.

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenleo14 schreibt am 27.10.2008 um 17:57 Uhr:großer Bogen, der aber großes Interesse weckt, sich weiter damit zu beschäftigen

    leo
  2. zitierenbuchzeiger schreibt am 27.10.2008 um 18:21 Uhr:Ich liebe große Bögen.
    Man muss sich nicht so festlegen :-)
  3. zitierenOddvar schreibt am 28.10.2008 um 10:25 Uhr:Serk ( Serkr )
    Abgesehen von dem " Bärengewand " war der Serk ( serken )
    ein Kleidstück, das von den Frauen in der Wikingerzeit verwendet
    wurde. Der Serk war ein einfaches Kleid. Unter dem Serk gab es einen
    Unterserk. Auf der einen Seite gab es einen Keil.
    Heute ist der Serk ein Teil der Nationaltrachten: ( Kleid/Rock )
    Allgemein heisst heute Rock " skjört" und Kleid " kjole "
    Aber im scherzlichen Zusammenhang wird noch das Wort Serk
    verwendet, z.B. " Hva finnes under serken ? " ( Was gibt's unter
    dem Serk ? " )
  4. zitierenbuchzeiger schreibt am 28.10.2008 um 17:33 Uhr:Danke für die interessanten linguistischen Feinheiten, Oddvar !
  5. zitieren1mishou schreibt am 29.10.2008 um 08:42 Uhr:Mein ehemaliger Mitbewohner hat mal Fliegenpilzstücke in Alkohol eingelegt und einmal hab ich ein Schnapsglas gekostet. Er hat fliegende Waschmaschinen gesehen und sich Sorgen wegen der Navigation des Gerätes gemacht. Bei mir war die Wirkung nicht ganz so, weil ich vorher gut gegessen hatte. Ich hab nur beim Autofahren immer etwas über die Strasse huschen sehen. Bin selbstverständlich nicht selbst gefahren ;-)
    Mal interessant, von so ein paar bewusstseinserweiternden Dinge bei dir zu lesen.
  6. zitierenbuchzeiger schreibt am 29.10.2008 um 10:33 Uhr:Ich hab noch nichts über die Straße huschen sehen, Mishou!
    :-)
  7. zitieren1mishou schreibt am 29.10.2008 um 22:03 Uhr:Also hast du ihn nicht gekostet, den Pilz auf deinem Foto??? ;-)
  8. zitieren1mishou schreibt am 29.10.2008 um 22:04 Uhr:Hat Alice im Wunderland nicht auch Fliegenpilz gegessen??? Fiel mir jetzt gerade so ein. Mensch ich muss ins Bett, irgendwie red/schreib ich wirr
  9. zitierenbuchzeiger schreibt am 30.10.2008 um 04:13 Uhr:"Es verändert Raum- und Zeitvorstellung, Wahrnehmung, Sprache und Denken. Die Umwelt wird illusionär verkannt. Diese Wirkmechanismen hat der britische Mathematiker Lewis Caroll in seinem Märchen „Alice im Wunderland" dichterisch verarbeitet. Genau wie beim Fliegenpilz (Muscimol) ist beides möglich, wie die Raupe der Alice erklärt: „Von der einen Seite wirst du größer und von der anderen kleiner."
  10. zitieren1mishou schreibt am 30.10.2008 um 10:15 Uhr:Ich muss mir das Märchen nochmal anhören, ist lange her, ich kann mich nur an die gut gelaunte Katze erinnern ;-)

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