Von grässlichen Gefahren auf hoher See
Im 12. Gesang der Odyssee beschreibt Homer die gefährliche Passage zwischen zwei hohen Felsen, die von Scylla und Charybdis beherrscht werden. Scylla, das grässliche sechsköpfige Ungeheuer, das mit seinen 12 Klauen unfehlbar 6 Mann jedem Schiff entreißt, das ihr zu nahe kommt, und Charybdis, die noch gefährlichere wasserstrudelnde Göttin: „Dreimal gurgelt sie täglich es aus und schlürfet des dreimal schrecklich hinein“.
Denn hier drohete Scylla, und dort die wilde Charybdis,
welche die salzige Flut des Meeres fürchterlich einschlang.
Wenn sie die Flut ausbrach: wie ein Kessel auf flammendem Feuer,
brauste mit Ungestüm ihr siedender Strudel,
und hochaufspritzte der Schaum und bedeckte die beiden Gipfel der Felsen.
Wenn sie die salzige Flut des Meeres wieder hineinschlang,
senkte sich mitten der Schlund des reißenden Strudels,
und ringsum donnerte furchtbar der Fels …




leo