Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

17.01.2008 um 04:05 Uhr

Walnuss - linguistisch

Der Baum des Jahres 2008:
Der Walnussbaum

Das Wort "Walnuss" ist im Hochdeutschen seit dem 18. Jahrhundert belegt und stammt aus dem Niederdeutschen (mittelniederdeutsch "walnut").

Der ursprünglich aus dem Orient stammende Walnussbaum kam aus Italien zu uns. Daher wurde die Walnuss bis ins 18. Jahrhundert auch als "welsche Nuss" bzw. "Welschnuss" bezeichnet. Der erste Bestandteil des Wortes geht somit auf das altgermanische Adjektiv "welsch" in der Bedeutung "romanisch, bes. italienisch, französisch" zurück. Der Begriff "welsch" wiederum lässt sich auf ein germanisches Substantiv zurückführen, das ursprünglich die keltischen Bewohner westeuropäischer Gebiete bezeichnete und dem ein keltischer Stammesname (lateinisch "Volcae") zugrunde liegt. Dieses Substantiv ist in mittelhochdeutsch "walch", althochdeutsch "walah" und altenglisch "wealh" (= "Welscher") erhalten. Nach der Besetzung der keltischen Gebiete durch die Römer ging die Bezeichnung auf die dortige romanische Bevölkerung über, besonders auf diejenige in Gallien und Italien. Und somit kamen durch die Vermittlung der Römer schließlich auch die Germanen in den Genuss einer "welschen Nuss".

Bei den Schweizern wird die Walnuss übrigens auch schlicht und ergreifend "Baumnuss" genannt.

(aus der Dudenredaktion Mannheim) 

Dieser schwarze Geselle da hat allerdings keine Walnuss, sondern eine Haselnuss gefunden:

 


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