Kulinarisches – Literarisches – Fragmentarisches

10.03.2010 um 04:30 Uhr

glacieren, tournieren ...

Karotten_3

tournieren = Kartoffeln, Gemüse oder Obst durch Beschneiden (mit einem Tourniermesser) eine gleichmäßige gefällige Form geben.

glacieren = überglänzen. Das Gemüse mit Zucker / Honig und der beim Dünsten entstehenden Flüssigkeit leicht überbräunen (karamelisieren) und ihm so ein schönes glänzendes Aussehen verleihen.  

Tournierte glacierte Karotten

 Karotten_Freisteller_1

Karotten, Butter, Zucker (oder Honig) und Salz,
wenig Gemüsebrühe.

Karotten waschen, mit dem Sparschäler schälen und in geeignete, einigermaßen gleich große Stücke schneiden, damit sie tourniert werden können und nachher alle eine gleichmäßige Form haben.

Butter in einem kleinen Töpfchen zergehen lassen, tournierte Karotten hinzugeben, mit Zucker und Salz würzen (2 Teile Zucker, 1 Teil Salz). Den Topf schließen, das Ganze mehrmals schwenken, danach mit wenig Gemüsebrühe angießen und im geschlossenen Topf gar dünsten.

1) Gemüse ohne Farbe anschwitzen.
2) Nur wenig Brühe nachfüllen, da das Gemüse eigenen Saft abgibt.
3) 2/3 der Garzeit bei geschlossenem Topf, danach Deckel entfernen und die Brühe sirupartig einkochen, so dass die Karotten damit überzogen werden. Immer leicht schwenken - so erhalten sie einen gleichmäßigen Glanz.
4) Am Ende des Garvorgangs darf nur noch wenig Flüssigkeit vorhanden sein.
5) Das Gemüse soll noch Biss haben.

Karotten_1 Cent

Foto (s): Brigitte Stolle

12.02.2010 um 04:12 Uhr

Croûtons

Croûtons

Sie dienen als Suppeneinlage
oder werden zu Blattsalaten gereicht.

Brotcroûtons = Röstbrot

Stangenweißbrot oder Brötchen werden in Scheibchen geschnitten. Für Würfelchen ist Kastenweißbrot oder Toast besser geeignet.

Das geschnittene Brot wird im Backofen goldgelb geröstet. Sollen die knusprigen Krüstchen ein feines Butteraroma erhalten, kann man sie anschließend – noch warm – mit einigen Butterflöckchen in der Pfanne durchschwenken.

la croûte = die Kruste, das Stück Brot
le croûton = geröstetes Brotstückchen

Aber auch Kartoffelcroûtons sind eine wunderbare Garnitur für Salate. Für die Fotos habe ich rohe Kartoffeln in sehr kleine Würfelchen (Brunoises) geschnitten und in Olivenöl goldbraun angebraten. Danach wurden sie gesalzen und über dem angemachten Salat verteilt.

17.01.2010 um 07:20 Uhr

Vorspeisen, Tapas, Antipasti ...

von: buchzeiger   Kategorie: Küchenkauderwelsch

Vorspeisen sind kleine Speisen, die vor dem Hauptgericht gegessen werden. Sie sollen den größten Hunger dämpfen und den Appetit anregen.

engl.: appetizers
frz.: entrées
ital.: antipasti
span.: tapas

In arabisch sprechenden Ländern
werden sie mezze genannt.

Spanisch Tapa heißt Deckel. Und ursprünglich wurden sie genau in dieser Form genutzt: Z. B. Käsescheiben, um in der Bar die Gläser damit abzudecken und vor Fliegen zu schützen. Heute werden Vorspeisen-Appetithäppchen ganz allgemein als Tapas bezeichnet.

Hier ein Vorspeisenteller mit einem Mini-Kartoffel-Karotten-Puffer, Mozzarella mit verschiedenen Tomatensorten und gerösteten Weißbrotscheiben mit Olivenpaste.

Vorspeisenteller

Antipasti und Tapas 1

Antipasti und Tapas 2

Tapas, Bruschettas & Co.

Foto(s): Brigitte Stolle

06.09.2008 um 07:07 Uhr

Hoppelpoppel

von: buchzeiger   Kategorie: Küchenkauderwelsch

Mischgerichte aller Art werden als

Hoppelpoppel

bezeichnet.

Zum Beispiel werden Pfannengerichte
"mit allem" (Bratkartoffeln, Rührei, Gemüse usw.)
gerne so genannt.
Hoppelpoppel ist auch für
die Resteverwertung geeignet.

Laut Wikipedia soll der Name eine Zusammenziehung
aus hops und popelig sein, in etwa dem Sinn, dass popelige (kümmerliche) Reste bevor sie hopsgehen (verderben),
verarbeitet werden.


Mein Hoppelpoppel:
Kartoffeln, Zucchini, Tomaten, Mozzarella.

19.02.2007 um 04:00 Uhr

Italienische Saucen

von: buchzeiger   Kategorie: Küchenkauderwelsch

Kleine italienische Saucenkunde

la salsa = die Sauce
Meist ist dies eine Sauce auf der Basis von Olivenöl (mit Knoblauch).

il sugo = der Saft
Fast immer eine Sauce auf der Basis von Tomaten, Tomatenmark bzw. -saft, die nicht mit Mehl gebunden wird, sondern durch langsames Einkochen auf die gewünschte Konsistenz gebracht wird.

il ragù = das Ragout
Eine (Tomaten-)Sauce, klassischerweise mit Hackfleisch. Vegetarier lieben das saftige „ragù“ auch mit Grünkern- oder Dinkelschrot.

la maionese = die Mayonnaise
Eine kalte Sauce, die mit Eigelb und (Oliven-)Öl hergestellt wird.

il pesto
Eine kalte Sauce von pastenartiger Konsistenz, die (am besten im Mörser) mit frischem Basilikum, bestem Olivenöl, Knoblauch, Pinienkernen und Käse hergestellt wird. Passt hervorragend zu Spaghetti oder anderen Teigwaren. Es handelt sich um eine Spezialität aus Genua und findet sich deshalb oft unter der Bezeichnung „Pesto Genovese“ auf der Speisekarte.


11.10.2006 um 04:01 Uhr

Rösti

von: buchzeiger   Kategorie: Küchenkauderwelsch   Stichwörter: Schweizer, Spezialität, Gemüse, Kartoffeln

Rösti

Schweizer Spezialität

Es handelt sich um eine Art Bratkartoffeln, die in Omelette-Form zusammengebacken sind. Gekochte Kartoffeln werden geraspelt (in der Schweiz gibt es spezielle Rösti-Raspeln) und mit Zwiebeln in einer Pfanne von beiden Seiten goldgelb und rösch gebacken.

Auf dem Foto: Rösti "Gärtnerin" mit viel Gemüse und mit Schweizer Käse überbacken.

 Rösti Tessin
 Rösti Sennerin

26.09.2006 um 04:19 Uhr

Duxelles

von: buchzeiger   Kategorie: Küchenkauderwelsch

Duxelles (auch: d'uxelles)

Cremeartige Füllmasse aus gedünsteten gehackten Pilzen und Zwiebeln sowie vielen Kräutern, die mit Wein dick eingekocht wird.

Auch in der besten Küche gibt es noch eine Steigerung, ein "Da capo" als Tüpfelchen auf dem -i-, welches das Essen zu einem kulinarischen Ereignis werden lässt. Dazu gehört auch die Duxelles, ein leckeres Püree aus Champignons. Der Marquis d’Uxelles hat das Rezept erfunden und ihm seinen Namen verliehen. Man kann eine Omelette mit dieser leckeren Erfindung füllen, warme Toastbrotscheiben damit bestreichen oder sie zu Pasta servieren.

Champignon Duxelles

Für vier Personen braucht man:

500 Gramm Champignons, 2 Schalotten, Petersilie, 100 g Butter, 1 Schuss Weißwein, etwas Zitronensaft, Salz, schwarzen Pfeffer aus der Mühle und 1 Esslöffel Tomatenmark.


Die geputzten Champignons werden in sehr feine Würfelchen (Brunoise) geschnitten. Ebenso die Schalotten, die man in der Butter anschwitzt, ohne sie Farbe annehmen zu lassen. Wenn die Schalotten gar sind, kommen die Champignonwürfelchen und die feingeschnittene Petersilie dazu und werden mitgedünstet. Bei hoher Temperatur und unter dauerndem Rühren wird jetzt alles gebraten, dann mit einem Schuss Weißwein abgelöscht. Am Ende muss die Flüssigkeit weitestgehend verdunstet sein. Anschließend etwas Zitronensaft darüberträufeln, und mit Salz, Pfeffer und Tomatenmark abschmecken. Sollte die Masse zu trocken geraten sein, noch etwas Butter unterrühren.




Foto: Duxelles auf gebratenen Tofuscheiben

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31.08.2006 um 04:10 Uhr

Küchenkauderwelsch: Glasieren

von: buchzeiger   Kategorie: Küchenkauderwelsch   Stichwörter: Glasieren, Beispielrezept, Glasierte, Rübchen

Glasieren - Glacieren

Unter „Glasieren“ versteht man das Überziehen von Speisen mit Glasur, Fond usw., um ihnen ein glänzendes und appetitliches Aussehen zu geben. Das Wort kommt – wie vieles aus der Küchensprache – aus dem Französischen („glacer“).

Man kann Torten, Kuchen, Gebäck mit einer Glasur überziehen.

Bei Gemüse versteht man unter „Glasieren“ eine spezielle Art des Dünstens. Besonders geeignet für diese Garmethode sind feste zuckerhaltige Gemüse, wie z. B. Zwiebeln, Pastinaken, Karotten, Rübchen.

Diese geben während des Dünstens ihre Zuckerstoffe an den Fond ab. Durch Verdunstung kocht dieser Dünstfond zu einer Flüssigkeit von sirupartiger Konsistenz ein. Unterstützt wird dieser Vorgang durch die Zugabe von Butter und etwas Zucker. Damit das Gemüse rundherum mit dem schimmernden Film überzogen wird, muss es im Topf ständig geschwenkt und bewegt werden. So verteilt sich die Glasur gleichmäßig. Der glänzende Film, der sich beim Glasieren um das Gemüse legt, bleibt auch erhalten, wenn die Garflüssigkeit vollständig verdampft ist.

Beispiel: Glasierte Rübchen

Rüben (z. B. Navets) vorbereiten und in geeignete Stücke schneiden. Butter in einem kleinen Töpfchen zergehen lassen, Rübchen hinzugeben, mit Zucker und Salz würzen. Bei geschlossenem Deckel (sonst zieht das Gemüse keinen Saft) farblos andünsten. Das Ganze mehrmals schwenken, damit nichts ansetzt. Immer wieder rütteln und schütteln – das Gemüse soll mit der Glasur überzogen werden. Etwas Flüssigkeit angießen (Gemüsebrühe oder trockenen Weißwein). Kurz vor Ende der Garzeit wird der Deckel geöffnet und die evtl. noch vorhandene Flüssigkeit bei hoher Temperatur sirupartig eingekocht.


Hier noch einmal das Wichtigste in Kürze:

  • Das Gemüse ohne Farbe anschwitzen!
  • 1 Teil Salz, 2 Teile Zucker (auch Honig ist geeignet)
  • Wenig Flüssigkeit nachfüllen, da das Gemüse bei geschlossenem Deckel eigenen Dünstfond abgibt!
  • 2/3 der Garzeit bei geschlossenem Topf, danach Deckel entfernen und die restliche Flüssigkeit sirupartig einkochen, so dass das Gemüse damit überzogen wird.
  • Immer leicht schwenken, damit das Gargut einen gleichmäßigen Glanz erhält.
  • Am Ende des Garvorgangs sollte so gut wie keine Flüssigkeit mehr vorhanden sein.
  • Das Gemüse muss noch „Biss“ haben!


"Die Köchin" zählt sie in meinem gleichnamigen Buch auf, die „Küchen-Tätigkeitsbezeichnungen“, die aus dem Französischen kommen:

„... bridieren, lardieren, bardieren, sautieren, blanchieren, filieren, pürieren, grillieren, passieren, arrangieren, farcieren, ficelieren, garnieren, nappieren, frittieren, piquieren, rapieren, parieren, frappieren, flambieren, beurrieren, egoutieren, ciselieren, brulieren, melangieren, gratinieren ...

Zwischendurch atmet sie einmal kräftig ein und aus benetzt die beanspruchte Kehle mit kühlem Wein. Dann geht’s weiter:

... glacieren, panachieren, panieren, pochieren, versieren, taillieren, chemisieren, ajoutieren, braissieren, dekorieren, ebarbieren, poudrieren, habillieren, grillieren, hachieren, tournieren, servieren, depouillieren, pralinieren, macerieren, ornieren, montieren, preparieren, mijotieren, persillieren, pressieren, rechauffieren, singieren, ecumieren, masquieren... „

Unter der Kategorie „Küchenkauderwelsch“ werden von Zeit zu Zeit einige dieser Fachausdrücke erklärt.

Glasierte Rübchen

Foto: Brigitte Stolle

 

Zum Abschluss noch ein Geschichtchen,
damit das Ganze nicht zu trocken wird.

Das Rübchen
(aus dem Russischen)

Der Großvater hat ein Rübchen gesteckt und gesagt:
„Wachse, mein Rübchen, wachse, werde süß!
Wachse, mein Rübchen, wachse, werde fest!"
Das Rübchen wuchs und wurde süß und fest und groß – riesengroß.
Der Großvater geht, die Rübe zu ziehen.
Er zieht und zieht –
er kann sie nicht herausziehen.

Der Großvater ruft die Großmutter.
Die Großmutter fasst den Großvater,
der Großvater fasst die Rübe.
Sie ziehen und ziehen –
sie können sie nicht herausziehen.

Die Großmutter ruft das Enkelchen.
Das Enkelchen fasst die Großmutter,
die Großmutter fasst den Großvater,
der Großvater fasst die Rübe.
Sie ziehen und ziehen –
sie können sie nicht herausziehen.

Das Enkelchen ruft das Hündchen.
Das Hündchen fasst das Enkelchen,
das Enkelchen fasst die Großmutter,
die Großmutter fasst den Großvater,
der Großvater fasst die Rübe.
Sie ziehen und ziehen –
sie können sie nicht herausziehen.

Das Hündchen ruft das Kätzchen.
Das Kätzchen fasst das Hündchen,
das Hündchen fasst das Enkelchen,
das Enkelchen fasst die Großmutter,
die Großmutter fasst den Großvater,
der Großvater fasst die Rübe.
Sie ziehen und ziehen –
sie können sie nicht herausziehen.

Das Kätzchen ruft das Mäuschen.
Das Mäuschen fasst das Kätzchen,
das Kätzchen fasst das Hündchen,
das Hündchen fasst das Enkelchen,
das Enkelchen fasst die Großmutter,
die Großmutter fasst den Großvater,
der Großvater fasst die Rübe.
Sie ziehen und ziehen –
und heraus ist die Rübe.

06.08.2006 um 07:37 Uhr

Mazerieren

von: buchzeiger   Kategorie: Küchenkauderwelsch

Küchenkauderwelsch

Unter mazerieren versteht man das Tränken einer Speise mit bzw. das Einlegen in Alkohol, Likör, Saft oder einer anderen aromatischen Flüssigkeit. Das Wort kommt aus dem Französischen und heißt dort "macérer", was "einlegen" bedeutet. Das Substantiv dazu, die "Macération" ist "das Einlegen", zum Beispiel von Gurken in Essig.

So wird z. B. Gebäck mit Rum oder Kirschwasser, Früchte in Likör mazeriert usw.

Beispiel für einen tollen Eisbecher: Ein halber pochierter Pfirsich wird mit Kirschwasser mazeriert, gefüllt mit Himbeereis, dressiert auf Vanilleeis, garniert mit Schlagsahne, Ananas-Dreiecken und kandierten Kirschen.