Alter Geburtsschein mit Siegel
von 1816
Ein paar Grundpfeiler, um einen handschriftlichen Text / Brief
einzukreisen, zuzuordnen und sich einen ersten Überblick zu verschaffen,
wären z. B. der Schreibort, die Unterschrift,
das Datum, der Empfänger ...
Der Ort
"Königstein"
Die Anrede
"Hochfürstlicher Herr" ???
Das Datum des Schreibens
"21. sten Octobris 1719"
Wichtig für die Erschließung eines historischen
Dokumentes ist, sich zunächst nach und nach
mit den Besonderheiten der
Handschrift vertraut zu machen.
Dafür ist eine Lupe sehr hilfreich.
Alte deutsche Schreibschriften
Kurrentschriften
Schreiben ...
lesen ...
... entziffern ...
... lesen bei Kunstlicht
... lesen bei Kerzenschein
Deutliche Farbunterschiede
auf der Fotografie
Eine sehr schöne Ausstellung
im Kloster Seeon (Chiemgau)
zum Thema Skriptorium:
Herkunft von Birke und Ahorn
"Falls Sie den Dingen gern auf den Grund gehen und beispielsweise wissen möchten, was den Namen „Robert“ mit der Birke verbindet oder das Zahlwort „acht“ mit dem Ahorn, dann sind Sie heute hier genau richtig.
Der Herbst ist da und lässt die Blätter von den Bäumen fallen – eine gute Gelegenheit, um darüber nachzudenken, warum bestimmte Bäume so heißen, wie sie heißen. Die Birke beispielsweise erkennt auch der botanische Laie an ihrem weißen Stamm. Und genau der ist auch für die Bezeichnung „Birke“ verantwortlich. Die Basis des Wortes stammt aus dem Indoeuropäischen und bedeutete so viel wie „glänzend, leuchtend“, was ja auf den Birkenstamm zutrifft. Ebenfalls darauf zurückführen lassen sich viele Vornamen auf -bert, unter anderem die Namen Robert und Rupert, die eigentlich „vor Ruhm glänzend“ bedeuten. Im Englischen treffen wir das Wort übrigens noch in seiner ursprünglichen Bedeutung an, nämlich in „bright“ (= strahlend, glänzend).
Ein weiterer Baum, der ein auffälliges Merkmal trägt, ist der Ahorn. Hier ist es jedoch weniger der Stamm als vielmehr die Blätter, die eine eindeutige Zuordnung ermöglichen. Beim Betrachten fallen vor allem die vielen Spitzen auf. „Spitz, scharf, kantig“ wurde im Indoeuropäischen durch die Wurzel „ak-“ ausgedrückt, welche auch dem „Ahorn“ zugrunde liegt. Nun lösen wir auch noch das Eingangsrätsel auf: Wenn Sie Ihre Finger (ohne die Daumen) wie ein Ahornblatt in die Luft recken und die Spitzen zählen, dann kommen Sie auf „acht“, was ebenfalls auf „ak-“ zurückzuführen sein dürfte."
(aus der Duden-Redaktion Mannheim)